Kreis Kaiserslautern B270 gesperrt: 10 000 Fahrzeuge auf Umwegen - mit interaktiver Karte

Im ersten Bauabschnitt wird unter anderem das Anwesen „Hauptstraße 21“ (links im Bild) abgerissen. Künftig soll es auf der B270
Im ersten Bauabschnitt wird unter anderem das Anwesen »Hauptstraße 21« (links im Bild) abgerissen. Künftig soll es auf der B270 einen Linksabbiegerstreifen in Richtung Weilerbach geben.

Verkehrsschilder rund um Kaiserslautern kündigen es bereits an. Ab Dienstag wird die B270, Ortsdurchfahrt Hirschhorn, gesperrt. Für rund 5,5 Millionen Euro wird die Hauptstraße saniert. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern rechnet mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren. Autofahrer müssen während dieser Zeit lange Umwege in Kauf nehmen.

Rund 10.000 Fahrzeuge fahren laut LBM täglich durch Hirschhorn, 500 davon sind Lastwagen. Die nächsten zweieinhalb Jahre wird der Verkehrslärm in der Lautertal-Gemeinde allerdings nicht vom Durchgangsverkehr, sondern von Baufahrzeugen herrühren. So lange soll der Ausbau der Ortsdurchfahrt dauern. „Der Straßen- und Gehwegeausbau erfolgt auf einer Länge von rund einem Kilometer im Vollausbau“, erläutert Sebastian Staab, Fachgruppenleiter Bau beim LBM. Das heißt: Die Straße wird komplett saniert. Laut Staab werden eine neue Frostschutzschicht und neue Asphaltschichten eingebaut, die Straßenentwässerung wird ebenso erneuert wie die Versorgungs- und Kommunikationsleitungen. Rund 5,5 Millionen Euro werden für den Ausbau der B270 fällig. Davon tragen der Bund 2,4 Millionen Euro, das Land 200.000, die Ortsgemeinde 800.000 für den Ausbau der Gehwege und die Verbandsgemeindewerke Otterbach-Otterberg rund zwei Millionen Euro (Erneuerung der Kanal- und Wasserleitungen). Am Dienstag beginnt der erste von sieben Bauabschnitten im Bereich der Abzweigung nach Weilerbach (Dauer: drei Monate). Um die Verkehrssituation dort zu entschärfen, „wird die Einmündung aufgeweitet“, sagt Staab. Um Platz zu schaffen, wird das seit geraumer Zeit leerstehende Anwesen „Hauptstraße 21“ abgerissen. Auf der Hauptstraße wird es künftig einen Linksabbiegerstreifen in Richtung Weilerbach geben. Für den täglichen Pendlerverkehr gibt es ab Dienstag in Hirschhorn kein Durchkommen mehr. Die B270 wird während der Bauzeit in der gesamten Ortslage voll gesperrt – eine Regelung des Verkehrs mit Ampelschaltung sei unter anderem wegen vorgeschriebener Mindestbreiten der Fahrbahn bei Bautätigkeiten nicht möglich. Da auch Versorgungsleitungen neu verlegt werden, werde es noch enger. „Da bekommen sie keinen Verkehr mehr vorbeigeführt“, sagt Staab. Sowohl in Fahrtrichtung Kaiserslautern als auch in Richtung Lauterecken hat der LBM Umleitungen (siehe Grafik) eingerichtet. Trotz teils weiter Umwege könne der Rettungsdienst im Notfall die Versorgung sicherstellen, bekräftigt die Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Zum Verständnis: Nach Eingang eines Notrufs darf der Rettungsdienst maximal 15 Minuten bis zu dem Ort unterwegs sein, von dem aus der Notruf abgesetzt wurde. „Wir haben eine Strecke, die funktioniert und bei der wir sogar noch einen Puffer von drei bis vier Minuten haben“, ergänzt Heß-Schmidt. Welche Wege der Rettungsdienst nutzt, soll ein Geheimnis bleiben, damit keine Unbefugten die Strecke befahren. Kontrollen unmittelbar nach Baubeginn sind laut Heß-Schmidt möglich. Noch erarbeitet werden die Fahrpläne zur Schülerbeförderung nach den Ferien. „Rund zwei Wochen vor Ende der Ferien sollen diese veröffentlicht werden“, kündigt Heß-Schmidt an. LBM-Fachgruppenleiter Staab spricht gegenüber der RHEINPFALZ auch die Möglichkeit eines Transports mit Kleinbussen an. Zudem fahre die Lautertalbahn weiter nach Plan.

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