Ramstein-Miesenbach
Bürgermeister als Krisenmanager: so begegnet Ramstein-Miesenbach dem Coronavirus
„Die Versorgung mit Strom, Wasser, Gas, die Entsorgung über das Kanalwerk und die Bereitschaft der Feuerwehr sind sichergestellt“, schickt Bürgermeister Ralf Hechler als Wichtigstes gleich vorneweg. Seit Corona gibt es jeden Vormittag eine Besprechung mit ihm, dem Ersten Beigeordneten Marcus Klein, allen Abteilungs- und Einrichtungsleitern zur aktuellen Lage. „Alle Mitarbeiter sind positiv eingestellt, die Situation zu bewältigen und arbeiten sehr konstruktiv“, lobt Hechler. Da die Verwaltung für Besucher geschlossen ist, gibt es die zentrale Telefonnummer 06371/592-444, die die Bürger anrufen können, wenn sie ein wichtiges Anliegen haben. Gut 20 bis 30 Anrufe habe es bereits gegeben, der Beratungsbedarf sei hoch, berichtet Hechler. Wie jetzt bei einem Sterbefall vorgegangen werde, sei beispielsweise gefragt worden. Aber auch viele Unternehmer und Kleinstbetriebe meldeten sich. „Alle warten händeringend darauf, dass jetzt die vom Bund versprochene finanzielle Unterstützung kommt“, so Hechler.
Einkaufshilfe zentral koordiniert
Und dann hat der Bürgermeister noch ein wichtiges Anliegen, was die zentrale Nummer betrifft: Dort werde auch eine Einkaufshilfe in Notlagen für Bürger koordiniert. Auch wenn er das große Engagement der vielen Vereine, die jetzt einen Einkaufsservice für ältere und kranke Menschen anbieten, zu schätzen weiß – Hechler ist sehr besorgt: „Das kann für die Helfer brandgefährlich werden. Ich befürchte, dass es Personen gibt, die selbst fit genug wären, aber das Angebot ausnutzen, um sich selbst nicht der Ansteckungsgefahr auszusetzen.“
Hechler appelliert daher an alle, sich erst einmal „in ihrem eigenen Mikrokosmos Nachbarschaft“ gegenseitig zu helfen. Mit einem Brief, der in den nächsten Tagen an alle Bürger ab 60 Jahren verschickt wird, werde die Verwaltung noch mal auf ihr Angebot hinweisen.
Verwaltung arbeitet weiter
Alle Abteilungen der VG-Verwaltung sind laut Hechler in voller Mannschaftsstärke besetzt. Zum Teil arbeiteten die Mitarbeiter im Homeoffice. Auch die Mitarbeiterinnen in den Kitas seien in ihren Einrichtungen. Die Zeit ohne Publikumsverkehr werde jetzt vor allem für das Bearbeiten von Anträgen und Projekten genutzt, die bisher hintenan gestanden hätten. Hechler: „Uns wird nicht langweilig!“
Auch die Bauarbeiten am zentralen Busbahnhof und der Straßenausbau sollen erst einmal fortgeführt werden. Zumindest bis der Kanalanschluss ansteht. „Zu den Leuten in die Häuser gehen wir jetzt natürlich nicht rein“, sagt der Bürgermeister.
Jeden Tag sind Mitarbeiter des Ordnungsamts in Ramstein ab nachmittags bis spätabends unterwegs, um zu überprüfen, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Die Probleme mit Jugendlichen, die sich am Freitag in größeren Gruppen auf öffentlichen Plätzen getroffen hätten, sind laut Hechler inzwischen abgestellt. Geprüft werde auch, ob die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen in den Supermärkten erfolgten und ob beim Verkauf von Essen zum Mitnehmen alles seine Richtigkeit habe. Er persönlich habe den Eindruck, dass die Menschen sich zum großen Teil sehr vernünftig verhielten. Hechler: „Die Bevölkerung hat Angst und hält sich daran, jetzt Abstand zu halten.“
Service und Unterstützung
Die zentrale Telefonnummer bei der VG-Verwaltung Ramstein-Miesenbach für Verwaltungsangelegenheiten und für die Einkaufshilfe in Notlagen lautet: 06371/592-444. Sie ist von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr durchgehend besetzt.