Ramstein-Miesenbach
Bürgerinitiative startet Petition gegen Übungsflüge und Bodenlärm
Über die Region donnernde Kampfjets, die den Übungsluftraum TRA (Temporary Reserved Airspace) Lauter oder die Nähe zur Polygonestation bei Bann zum Trainieren nutzen, laut dröhnende, startende und landende Frachtmaschinen sowie stundenlang warmlaufende Motoren auf dem Boden stehender Flugzeuge – die Menschen rund um die Airbase Ramstein sind Lärm gewöhnt. Hinzu kommen die durch den Flugverkehr ausgestoßenen Abgase und die Tatsache, dass Kerosin von in Not geratenen Flugzeugen besonders oft über der Westpfalz abgelassen wird.
Dafür, dass diese Belastungen etwas weniger werden, setzt sich die BI mit ihrer jetzt aufgesetzten Petition ein. „Ramstein Airbase: Einhegen von Bodenlärm und Verlagerung von Übungsbetrieb“ lautet der Titel des kurzen Forderungskatalogs, der ab sofort von Bürgern online unterzeichnet werden kann. Einreichen wollen die Aktivisten ihre Petition bis spätestens Mitte des Jahres bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Denn sie bitten in ihrem Schreiben die Ministerpräsidentin Malu Dreyer, ein Gespräch mit dem Flugplatzkommandanten zu führen und die Verlagerung der Übungsrunden mit schweren Transportmaschinen vom Typ C-130 sowie weitreichende Lärmschutzmaßnahmen zu fordern.
Permanente Geräuschkulisse
„Die Menschen im Umland der US-Airbase Ramstein sind besonders stark durch militärische Emissionen belastet“ sagt BI-Vorstandsmitglied Patrick Fey. Daher sollte wenigstens solch vermeidbarer Lärm verhindert werden. Denn im Gegensatz zu Flügen, die nur in den örtlich festgelegten Übungslufträumen erlaubt seien, könnten die Übungsrunden mit den schweren Transportmaschinen auch andernorts stattfinden. „Es handelt sich dabei um Sichtflugbetrieb, der überall zulässig ist und deshalb zunächst auf großer Fläche in ganz Deutschland verteilt werden kann“, heißt es im Petitionstext. In einem zweiten Schritt sollte dieser Übungsbetrieb dann hierzulande allerdings vollständig eingestellt werden.
Der zweite Punkt, um den es der BI geht, ist der Bodenlärm. Ein Mitglied, das ganz in der Nähe des Flughafens wohne, habe sie noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Schon tagsüber belaste die permanente Geräuschkulisse vor den Übungsflügen. Aber besonders nachts, in der Zeit zwischen 0 und 3 Uhr, sei der Lärm, der beim Warmlaufenlassen der Maschinen entstehe, unerträglich. Daher fordert die BI, „umgehend Lärmschutzvorrichtungen zu installieren, die den Bodenlärm so effektiv mindern, dass er für das Umland des Flugplatzes keine Belastung mehr darstellt“.
Dass ihre Forderungen tatsächlich in vollem Umfang erfüllt werden, daran glaubt Fey zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht, trotzdem wolle er versuchen, etwas zu verändern. „Die Motivation kommt aus eigener Betroffenheit“, sagt der Höchener, der den Lärm der Luftlinie nur 20 Kilometer entfernten Airbase auch noch gut hören kann. Er ist überzeugt davon: „Warum soll man es nicht versuchen? Nur so kann es ja zu Verbesserungen kommen.“
Hinweis
Die Petition „Ramstein Airbase: Einhegen von Bodenlärm und Verlagerung von Übungsbetrieb“ können Unterstützer online mitzeichnen. Sie ist unter dem Link https://weact.campact.de/petitions/ramstein-airbase-einhegen-bodenlarm-und-verlagerung-von-ubungsbetrieb zu finden.