Kreis Kaiserslautern
Büchereien: Trend zur Ausleihe von Zeitschriften und Spielesammlungen
Bibliotheken gibt es seit Tausenden von Jahren, ohne sie wird es auch in Zukunft nicht gehen. Sie sind Quell des Wissens, haben spannende Leselektüre präsent und werden gerne mal als Ort für ein gutes Gespräch gesucht. Tipps für eine lohnende Lektüre im Sommer gibt es dort zudem.
Die Frage, wer zuerst da war – das Buch oder die Bücherei – ist schnell geklärt. Die Bücherei, also die Bibliothek, gab es schon lange vor unserer Zeitrechnung und deutlich vor dem Buch. Schon im vierten Jahrtausend vor Christus gab es Orte, an denen wichtige Informationen zusammengetragen wurden. Tontafeln mit Schriftzeichen stapelten sich in Holzgestellen. Später kamen die Schriftrollen und immer wurde alles von Hand mit dem einzigen Grund notiert, vorhandenes Wissen zu archivieren und zu bewahren.
Seiten wurden aus Papyrus oder Pergament zu einem Buch zusammengefügt
Das Buch, wie wir es kennen, wurde erst im fünften Jahrhundert nach Christus erfunden. Damals wurden Seiten aus Papyrus oder Pergament zu einem Buch zusammengefügt. Die Handschrift war auf jeder einzelnen Seite gefordert. Es war bekanntlich der Mainzer Johannes Gutenberg, der im 15. Jahrhundert den modernen Buchdruck erfand.
Heute ist die Vielfalt der Bibliotheken immens. Es gibt Stadt- oder Gemeindebibliotheken, Lesestuben wie etwa in Eulenbis, die Pfalzbibliothek des Bezirksverbandes, es gibt kleine schuleigene Bibliotheken, aber natürlich auch umfassende Universitäts-Bibliotheken. Bei der TU Kaiserslautern steht die Bibliothek übrigens nicht nur den Studierenden, sondern auch wissenschaftlich interessierten Gästen offen.
In der Stadtbücherei stehen rund 102.000 Medien zum Ausleihen bereit
Die Stadtbücherei wartet mit ihrem ganz eigenen Flair im Zentrum von Kaiserslautern auf Bücherwürmer oder Wissensdurstige. Annähernd 102.000 Medien zum Blättern, Anhören, Ausleihen stehen bereit, darunter auch Filme auf DVD. Onleihe, also ein Buch auf Zeit auf seine eigenen elektronischen Systeme zu laden – sei es Smartphone, Computer oder E-Reader – geht wie in den meisten Bibliotheken selbstverständlich auch.
„Das E-Book hat sich insgesamt zwischen zehn und 20 Prozent eingependelt“, hat die Bibliothekarin Sybille Reichow gar keinen Zweifel, dass das Buch zum Anfassen auch in Zukunft Bestand haben wird. „Das Buch als Print-Medium ,gewinnt’ immer noch“, stellt dazu auch ihre Kollegin Jutta Lingohr fest und verweist darauf, dass die Ausleihe der Print-Medien im Vergleich zum E-Bereich in der Stadtbibliothek wesentlich höher ist. Das werde wahrscheinlich auch so bleiben.
„Die monatliche Ausleihe im E-Bereich pendelt so um 800, im Audio-Bereich um 1100 Medien. Wohingegen jeden Monat rund 22.000 Print-Medien entliehen werden“, stellt die Bibliothekarin Lingohr aktuelle Zahlen vor.
Ein Trend in Ramstein-Miesenbach: Zeitschriften zum Ausleihen
Bibliothek heißt aber nicht nur, nach einem bestimmten Buch Ausschau zu halten. Zeitschriften auf Zeit mit nach Hause zu nehmen, liegt in der Stadtbücherei Ramstein-Miesenbach klar im Trend. „Alles übers Kochen oder schönes Wohnen ist ziemlich nachgefragt“, berichtet Sylvia Thewes, eine der Bibliotheksangestellten, gar von Vorbestellungen bei Zeitschriften. Der echte Bücherwurm geht natürlich auch in Ramstein in die Bibliothek, um sich neuen frischen Lesestoff zum Anfassen oder via Onleihe zu holen. Vom Vorlesebuch über das erste Lesebuch bis zur Familiensaga oder dem Fachbuch: Es findet sich eine Menge. In der neu gestalteten Jugendabteilung, ganz oben unterm Dach gelegen, stehen die Bücherreihen besonders dicht an dicht. „Da ist für jeden was dabei“, ist sich die Bibliotheksangestellte Silke Zimmer ziemlich sicher.
Im Trend liegt hier auch die Ludothek, ein Wagen vollgepackt mit Schachteln unterschiedlichster Gesellschaftsspiele. Da liegen keine Spiele für Handyzocker, nein, hier finden sich so richtige Teile zum Anfassen, mit Würfeln, Figuren, Karten – Brettspiele halt. In Kaiserslautern wird solch eine Ludothek, ein Ausleihbestand an Brettspielen, gerade erst aufgebaut. Im Herbst soll das neue Angebot den Nutzerinnen und Nutzern der Bibliothek zur Verfügung stehen.
Frei aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Bibliothek sowas wie „Buch-Behälter“. Seit Jahrtausenden wird in diesen „Behältern“ Wissen bewahrt, archiviert und weitergegeben. In den Bibliotheken, wie wir sie kennen, geht alles auf Zeit. Geliehenes muss zurück, der nächste will sich auch bilden, informieren, unterhalten lassen. Und es wird recht häufig einfach mal ein Schwätzchen gesucht. „Hier kommen viele vorbei und suchen das Gespräch“, ist für Sylvia Thewes ihr Arbeitsplatz in der Stadtbücherei in Ramstein-Miesenbach inmitten der vielen Bücher vor allem auch ein sozialer und kommunikativer Raum.