Kreis Kaiserslautern Aus für Wohnprojekt im Kloster

Das Projekt „Service-Wohnen im ehemaligen Kloster zu Landstuhl“ ist gekippt. Das hat der Investor, die Imraum Gesellschaft für Raumkonzepte und Marketing, auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt. Als Grund, warum das Vorhaben im Kinderheim St. Nikolaus aufgegeben wurde, nennt Imraum das Abspringen der Interessenten aufgrund von zeitlichen Verzögerungen beim Erteilen der Baugenehmigung.
Geplant war, in zwei Bauabschnitten das ehemalige Haupthaus mit Kapelle der Bischof-von-Weis-Stiftung zu einer Wohnanlage mit knapp 40 Eigentumswohnungen umzugestalten. In Kooperation mit dem in direkter Nachbarschaft angesiedelten Caritas-Seniorenzentrum wollten die Investoren ein so genanntes Service-Wohnen mit Alltagshilfen anbieten (wir berichteten am 10. August). „Wegen der zeitlichen Verzögerung sind die Interessenten nach und nach abgesprungen“, berichtet Geschäftsführerin Sabine de Fries. Nach ihren Planungen und dem Finanzkonzept war vorgesehen, im Sommer 2015 mit Sanierung und Umbau des Kinderheims zu beginnen. Zehn Parteien seien an dem Projekt stark interessiert gewesen, nur eine davon sei übrig geblieben. Im Hinblick darauf, dass sich die Wohnungen in den Wintermonaten nur schwer vermarkten ließen und sie im Frühjahr innerhalb kurzer Zeit neue Interessenten hätte finden müssen, habe sich ihre Situation zunehmend verschlechtert. Dadurch sei ihr unternehmerisches Risiko immer größer geworden, sodass sie von der Rücktrittsklausel in ihrem Kaufvertrag, die bis 31. Oktober Gültigkeit hatte, Gebrauch gemacht habe, erläutert de Fries. „Am 31. Oktober ist die Entscheidung gefallen, dass ich bis 15. November zurücktrete“, sagt sie, was wohl für die Stadt und die Stiftung überraschend gewesen sei. „Aber wenn die Vermarktung nicht klappt, kann ich das nicht mehr aufholen. “ Sie sei aber bereit, einem anderen Investor ihre Pläne zu einem günstigen Preis zu verkaufen, damit er darauf aufbauen kann. Der bevorstehende Baubeginn auf dem Gelände der Alten Posthalterei mit einem Wohnheim für behinderte Menschen, barrierefreien Wohnungen sowie Geschäfts-, Büro- und Praxisräumen (wir berichteten) habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt, betont de Fries: „Ich habe darin keine Konkurrenz gesehen.“ Die Stadtpolitik reagiert mit Enttäuschung: Dass das Vorhaben nun aufgegeben werde, sei „ein schwerer Rückschlag für die Stadtentwicklung“, sagt CDU-Fraktionschef Walter Amann. „Vielleicht ist die Umsetzung durch einen anderen Investor ja immer noch möglich“, hofft Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD). Das Aus für das Projekt hat ihn überrascht: „Der für das Frühjahr 2015 terminierte Baubeginn war für uns eigentlich nie in Frage gestellt.“ Die Landstuhler Gremien hätten ihr Einvernehmen zu dem Projekt einmütig erteilt. Was die Erteilung der Baugenehmigung angeht, habe er von der dafür zuständigen Kreisverwaltung „bereits eindeutige Signale der Zustimmung“ bekommen. Das bestätigt auch Karl-Ludwig Kusche, Leiter der dortigen Bauabteilung, auf Anfrage: „Mit Ausnahme der noch ausstehenden Eintragung der Zufahrtsbaulast stand der Verwirklichung des Bauprojekts nichts entgegen.“ Konkret ging es dabei um die Klärung der Zufahrtsmöglichkeiten für Feuerwehr und Rettungsdienste über die Nikolaus-von-Weis- und Kardinal-von- Bettinger-Straße. Da es sich bei beiden um Privatstraßen handelt, müsse per Zufahrtsbaulast die Erlaubnis der Nutzung durch die Rettungsdienste sichergestellt werden, erklärt Kusche. Bereits eine Woche nachdem der Bauantrag am 17. Juli bei der Kreisverwaltung eingegangen war, habe die Behörde Sabine de Fries darauf hingewiesen. Inzwischen sei auch eine Einigung erzielt worden. „Das Verfahren zur Eintragung der Baulast stand kurz vor dem Abschluss. Danach wäre es eine Sache von nur wenigen Tagen gewesen, bis die Baugenehmigung hätte erteilt werden können“, sagt Karl-Ludwig Kusche. „Doch dann hat Sabine de Fries zu unserer Überraschung alle Anträge zurückgezogen.“ (lmo/oef)