Kreis Kaiserslautern Aufs Keltenfleisch folgt das Keltenfeuer

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Weihnachtliche Melodien, heißer Glühwein und verführerische Düfte: Zum ersten Advent hat eine Vielzahl von Gemeinden im Landkreis die Weihnachtsmarktsaison eröffnet. Zu den größten Veranstaltungen zählen der St.-Andreas-Markt in Landstuhl und das Weilerbacher Weihnachtsdorf: Beide lockten mit ihrer besonderen Atmosphäre zahlreiche Besucher an.

Im Dreieck geht es durch Landstuhls Ortsmitte. Ähnlich wie beim Stadtfest flanieren die Menschen zwischen Lothar-Sander-Platz, Rathaus und Altem Markt, auch die Kaiserstraße ist wieder autofrei. Nur klingt jetzt „O du fröhliche“ aus dem Lautsprecher des Kinderkarussells und die Straßen sind in warmen Lichterschein gehüllt. Über 80 Stände und Buden gibt es im Zentrum, viele werden von Vereinen und Organisationen betrieben. Dazu hat die Stadthalle ihre Türen für den Kulturmarkt geöffnet. Etwa 45 Aussteller zeigen hier Handgefertigtes aus Stoff, Wolle, Holz oder auch Papier. Im Foyer greifen am Samstagnachmittag Kinder nach Pinsel und Farben, um Christbaumkugeln zu gestalten. Tische mit Weihnachtsdekorationen, Plüschtieren und Geschenkideen schließen sich an. Der Stand von Marliese Vollet mit ihrem Glasperlenschmuck ist ein Besuchermagnet. Ein Paar nimmt die Auslagen genau in Augenschein. „Wenn sie dir nicht gefällt, nehme ich sie auch nicht“, meint die Dame mit Blick auf einen kunstvoll gestalteten Anhänger in ihrer Hand zu dem Mann an ihrer Seite. Doch der zückt die Geldbörse mit den Worten: „Das ist schon ein Weihnachtsgeschenk.“ Draußen geben die Besucher der Versuchung nach, lassen sich duftende Schlemmereien vom Grill oder aus der Pfanne schmecken und schlürfen dazu dampfende Heißgetränke. Am Rathaus hat der Coca-Cola-Truck zum ersten Mal einen Stopp in der Sickingenstadt eingelegt. Hier herrscht dichtes Gedränge. Wer hinein will, braucht Geduld. Viele machen vor dem mit Lichterketten beleuchteten Lastwagen Erinnerungsfotos von Verwandten und Freunden. Am Alten Markt bläst ein Dudelsackspieler in die Pfeifen. Er wird von Leierkastenmann Herbert Göttel abgelöst. Die Wipfel der Bäume und auch die mittig aufgestellte chilenische Schmucktanne sind mit golden schimmernden Lichterketten geschmückt. Zwischen den Buden herrscht auch hier dichtes Gedränge. Nicht anders geht es auf dem Weilerbacher Weihnachtsdorf zu. In seiner zweiten Auflage bleiben die rund 20 Holzbuden, die von Vereinen, Gruppen und Gewerbetreibenden beschickt werden, neun Tage lang stehen. Der Andrang zum Auftakt ist groß. Ein großes Hallo überall auf dem festlich geschmückten Platz. Geselligkeit wird bei Orangenpunsch, weißem Glühwein, Wintertees oder „Lumumba“ − einem Kakao mit Amaretto und Rum − gepflegt. Mit jedem Schritt regen andere Düfte den Appetit an. Hier legt der Flammkuchenbäcker Buchenholzscheite nach, dort wird in Kartoffelwaffeln oder Crêpes gebissen. In der Pfanne brutzelt das Keltenfleisch. Eine „Eigenkreation“, wie Axel Balzer sein Geheimrezept beschreibt. Die Zutaten will er nicht preisgeben, nur so viel: „Schweinefleisch, Speck, Zwiebeln und viel Rotwein kommen rein.“ Den Besuchern schmeckt’s. Pausenlos gehen die gefüllten Teller über die Theke. Und wer nachlegen will, ordert noch ein Keltenfeuer, einen würzigen Schnaps, hinterher. „Hallo, junger Mann. Wir möchten unseren Wald abholen“, wendet sich eine Besucherin lachend an den Verkäufer. Sie meint einen hüfthohen ausgesägten Tannenbaum zum Aufstellen. Ihr Begleiter klemmt sich das frisch erstandene Stück unter den Arm. Der Förderverein der Grundschule bietet selbst gebackene Plätzchen an. „Ihr müsstet welche zum Probieren haben“, findet ein Mann. Prompt folgt der Griff ins Tütchen. Spritzgebackenes, Butterplätzchen und Engelsaugen – da macht das Naschen Spaß und mancher Besucher kann nicht widerstehen. „Ich nehme die drei“, meint der Mann und freut sich auf die süße Stunde daheim.

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