Kreis Kaiserslautern Auf neuen Wegen

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Zu einer Matinee, einer musikalischen Morgenunterhaltung, hatte der S(w)ing-Chor Mehlingen nach dem Sonntags-Gottesdienst in die protestantische Kirche eingeladen. Vielseitig und aktuell traf die Matinee den Nerv des Publikums. Die Suche nach zeitgemäßen Unterhaltungsformen läuft. Vereine und Kirche versuchen, sich mit geänderten Darstellungsformen neue Zielgruppen zu erschließen. Über zahlreiche Besucher freute sich deshalb auch Pfarrerin Ute Samiec.

Dafür, die Kirche als Podium nutzen zu können, bedankte sich Vorsitzender Wolfgang Rettig vom MGV „Frohsinn“ Neukirchen-Mehlingen. „Wir kommen immer wieder gerne!“ Schon vor zwölf Jahren, 2007, habe der S(w)ing-Chor als damals noch gemischter Chor mit Gedankengeberin Andrea Opielka die Matinee-Veranstaltung ins Leben gerufen. Ein Jahr später fand sie in der katholischen Kirche statt. Später trat der Männerchor hinzu. Zum ersten Mal musiziere man jetzt gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenchor. Mit „Lichtspiel erster Strahlen“ und „Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen“ stellte der evangelische Kirchenchor unter Leiterin Lydia Pflüger Musik und Texte zeitgenössischer Komponisten in den Mittelpunkt. Hoffnungsfroh und freudig dargeboten verbreiteten die neuen geistlichen Lieder frühlingshafte Aufbruchstimmung. Die Kräfte der Natur besang mit Chorleiter Jürgen Knecht als Sänger unter Gleichgesinnten auch der Männerchor des MGV „Frohsinn“ Neukirchen-Mehlingen. Als Chorsolist gefiel bei „O Herr, welch ein Morgen“ Tenor Hans Ludwig Erlenbach im ruhigen A-capella-Gesang. Von der melancholisch gespannten Weite israelischer Musik lebte der erste Vortrag des S(w)ing-Chors Mehlingen. Reichlich Applaus gab es dafür. Mit feinfühligem Pianospiel begleitete Chorleiterin Andrea Opielka den zusätzlich in Zeichensprache agierenden Chor – 15 stimmgeschulte Frauen. Aus Schweden stammte „Vem kan segla förutan vind“ (Wer kann segeln ohne Wind), dem Tina Hammers Chorsolo prägenden Glanz verlieh. Die Liedfolge ergänzte Pfarrerin Ute Samiec mit spirituellen Texten aus dem Korintherbrief. Globales Liedgut aus Georgien und Australien boten mit „Suliko – Feinsliebchen“ und „Morgen Mathilda“ mit Höhen und Tiefen auslotenden Stimmen die Männer des MGV. Von der Macht der Liebe (Amazing love), Frieden und Angst sang der evangelische Kirchenchor. „Shout“, „Wish“, „ Pray and Sing“ lauteten die Kernaussagen beim Spiritual „I`m gonna sing“. Den Rhythmus lieferte begeisternd klatschend das Publikum. Aus Lorenz Maierhofers Gospelmesse „Body an Soul“ präsentierte der S(w)ing-Chor zart und bindend „I sing holy“. Befreiend wirkte das afrikanische Bewegungslied „Bonse aba“. Verdienten Sonderapplaus gab es dafür. Betont harmonisch gestalteten Jürgen Knecht am E-Piano und Andrea Opielka vom Dirigentenpult aus den gemeinsamen Abschlussvortrag des Männerchors und S(w)ing-Chors aus Mehlingen. Die Ballade „Was keiner wagt“, die Liedermacher Konstantin Wecker nach einem Gedicht des Frankfurter Theologen Lothar Zenetti geschrieben hatte, bestach durch ihre emotionale Wiedergabe. „Wer singt, betet doppelt“, fasste Pfarrerin Ute Samiec die Gefühle von Mitwirkenden und Zuhörern zusammen. Mit einem irischen Reise-Segen entließ sie die Besucher auf den Nachhauseweg und in einen schönen Frühlingstag.

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