Kreis Kaiserslautern Auf dem Weg für ein gutes Miteinander
Beim 39. Hungermarsch von katholischen und evangelischen Christen aus dem Einzugsgebiet Ramstein und Landstuhl liefen rund 70 Menschen am Sonntag mit. Mit der Aktion wurden Spenden für Projekte in Bolivien, Ghana, Nigeria und Indonesien gesammelt.
„Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat“ – unter diesem Motto stand der ökumenische Familiengottesdienst, der den Start des 39. Hungermarsches in der protestantischen Kirche in Bruchmühlbach markierte. Pfarrer Thomas Risser spannte in seiner Predigt den Bogen von Bibelgeschichten zum Thema Einwanderung über aktuelle gesellschaftliche Probleme bis hin zum Hungermarsch. „Mit der Aktion setzen wir uns für unsere fernen Nächsten ein“, betonte Risser. Nach der Predigt machte sich die Hungermarsch-Gruppe auf nach Hütschenhausen ins „alte Schwesternhaus“, wo ein Mittagessen auf sie wartete. Vorab konnten die Teilnehmer Beiträge auf einer Spendenkarte zusammentragen. Die Höhe der Spenden hing von den zurückgelegten Kilometern am Ende der Wanderung ab. Dieses Jahr betrug die Wegstrecke ungefähr 14 Kilometer. Die Organisatoren rechnen mit einer Spendensumme in Höhe von etwa 1200 Euro, die in gleichen Teilen auf vier Projekte aufgeteilt werden. Seit 39 Jahren macht die Aktion Hungermarsch auf Missstände in Entwicklungsländern aufmerksam. Unterstützt wird diesmal unter anderem ein Projekt in Bolivien (Independencia) zur Anpflanzung von Obstbäumen für 25 Bauernfamilien. In Ghana (Accra) sollen die Spenden zur Sanierung von Brunnen verwendet werden. Pater Heinrich Bollen setzt sich in Flores, Indonesien, für Ausbildungsförderung und die Ermöglichung von Schul- und Studienabschlüssen ein. Der Erlös des Hungermarsches könnte in Nigeria (Awaka) den Ausbau eines Obergeschosses für einen solarbetriebenen Kindergarten ermöglichen. „Wer selbst in diesen Ländern war, weiß, wie viel dort mit wenig Geld geleistet werden kann“, erklärte Kreisbeigeordneter Walter Altherr, der den Schirmherren, Landrat Ralf Leßmeister, vertrat. Außerdem betonte er, wie wichtig es sei, mit der Unterstützung dieser Projekte ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen. Der Hungermarsch endete gegen 16 Uhr im katholischen Pfarrheim in Bruchmühlbach, wo der Tag bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklang.