Ramstein-Miesenbach
Auch deutsches Geld steckt in neuer Highschool
Flexibel zu nutzende Räume, die teilweise ineinander übergehen, eine eigene Küche mit Mensa, hochwertige Sporthallen und -plätze und ein Schulgebäude, das selbst zum Forschungsobjekt werden soll – so stellt sich die neu gebaute und nun auch offiziell eingeweihte Highschool auf der Air Base Ramstein dar. Demo-Windkraft und Solaranlagen, sichtbare Wandkonstruktionen und Dachgärten sollen die rund 1100 jungen Menschen, die die Schule schon seit August besuchen, zum Lernen ohne den klassischen Frontalunterricht anregen.
Rund 60 Millionen Euro zahlt die Bundesrepublik
Billig ist diese Umsetzung des sogenannten „21st Century Learning“-Projektes nicht. Zusammen mit den bereits fertiggestellten Schulen in Kaiserslautern – einer Highschool und einer Grundschule – und den noch geplanten Grundschulneubauten in Sembach und Landstuhl sowie einer Middle School auf der Air Base lassen sich die Vereinigten Staaten von Amerika die Bildungsbauten 300 Millionen Euro kosten. Rund 20 Prozent, also rund 60 Millionen Euro, davon muss allerdings die Bundesrepublik Deutschland zahlen. Denn die Gasttreitkräfte trügen zwar grundsätzlich die Baukosten, da jedoch nach geltendem deutschen Recht und deutschen Vorschriften gebaut werden müsse, plane und verwalte die deutsche Seite solche Vorhaben gemeinsam mit den USA, erklärt Ellen Kugler, die Pressesprecherin des zuständigen Amtes für Bundesbau (ABB). Dafür werde eine Entschädigung gezahlt, die aber nicht den tatsächlichen Aufwand abdecke.
Die alte Highschool wird abgerissen
Vor Ort geplant und ausgeführt werden die Arbeiten vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). Der Leiter der Kaiserslauterer Niederlassung, Norbert Höbel, freute sich bei der Einweihung der Highschool, dass das Bauwerk bereits einige Tage früher als geplant fertiggestellt werden konnte. Gebaut wurde an der Schule für die Neunt- bis Zwölftklässler seit März 2018, der erste Planungsauftrag seitens der USA erfolgte bereits im September 2012. Er umfasst auch den Abriss der alten Highschool auf der Air Base. Mit diesem soll laut ABB im Februar 2022 begonnen werden.
Die beiden ebenfalls schon geplanten Grundschulen in Sembach und Landstuhl sollen 350 und 610 Schülern offenstehen. Ob diese Zahlen dem tatsächlichen Bedarf entsprechen, entzieht sich der Kenntnis des ABB. Gemäß des Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut „teilen die US-Streitkräfte ihren Baubedarf den (...) zuständigen deutschen Behörden mit, gemäß Absatz 2 setze diese den Bedarf um“, teilt Kugler mit. Im Wesentlichen laufe diese Zusammenarbeit trotz kultureller Unterschiede, sprachlicher Barrieren und unterschiedlicher Herangehensweisen an Planungs- und Bauprozesse gut.