Kreis Kaiserslautern
Auch auf der Air Base wird das öffentliche Leben heruntergefahren
Am Freitag vergangener Woche wurde bereits der erste Coronafall in der US-Militärgemeinde bekannt: Ausgerechnet eine Zivil-Angestellte des Hospitals Landstuhl war am Vortag positiv getestet worden. Sie sowie weitere Mitglieder ihres Haushalts befinden sich laut Information der Base derzeit in 14-tägiger Haus-Quarantäne.
Das US-Hopital ist die Einrichtung, an der amerikanische Verdachtsfälle auf Corona getestet werden. Die Kontaktpersonen der Frau werden vom Hospital eruiert und Vorsichtsmaßnahmen werden eingeleitet.
Am Samstag wurde eine weitere Person, die auf der Air Base Ramstein arbeitet, positiv getestet und in häusliche Quarantäne geschickt. Die Person war von einer Auslandsreise zurückgekehrt, hatte laut offizieller Information aber wenig Kontakt zu anderen Menschen auf der Air Base. Trotzdem wurden die Kontakte zurückverfolgt.
Wie im Rest Deutschlands sind auch auf der Base alle Schulen und Kindergärten seit Anfang der Woche geschlossen, bestätigt Pressesprecher Kilian Blümlein auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Solche Anordnungen werden von der Führungsebene der Base, jeweils angepasst an die Situation, entschieden.“ Sie werden also weder von den deutschen noch den amerikanischen Behörden einfach übernommen. Läge die Base zum Beispiel bei Heinsberg, „dann wären sicher schon früher andere Anordnungen erlassen worden“, versichert Blümlein.
Restaurants haben jetzt eingeschränkte Öffnungszeiten, „zum Mitnehmen bieten sie Speisen an, und die Tische sind auseinandergezogen“, für jene, die vor Ort essen möchten. Jedoch war den Militärangehörigen schon Ende vergangener Woche verboten, sich in eine Bar oder Kneipe außerhalb der Base zu setzen, als dies für Deutsche noch uneingeschränkt möglich war. Sich draußen hinzusetzen oder Speisen mitzunehmen, war hingegen auch für die US-Militärangehörige noch erlaubt.
Das Schwimmbad ist noch geöffnet
Für andere Einrichtungen wie Bibliotheken und Geschäfte wurden die Öffnungszeiten ebenfalls eingeschränkt. „Das Schwimmbad auf der Base ist noch geöffnet“, weiß Blümlein – kann aber natürlich nicht sagen, ob sich dies ändern wird. Auch von einer eventuellen Ausgangssperre wie in Italien oder Österreich habe er bisher nichts gehört.
Von Hamsterkäufen, wie sie in deutschen Geschäften zu beobachten sind, wisse Blümlein nichts. Er selbst könne dies nicht beobachten, da ihm als Deutscher der Zutritt zu den Supermärkten verboten ist, damit er nicht unrechtmäßig von der Steuerersparnis profitiert.
Wer die Air Base betritt, wird nicht anders kontrolliert als bisher auch. „Da steht niemand mit dem Fieberthermometer oder so“, verneint er.