Kreis Kaiserslautern
Arbeitsmarkt im Landkreis Kaiserslautern erreicht Rekordniveau
Zum Stichtag 30. Juni erfasst die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, zuständig für die gesamte Westpfalz und damit auch für den Landkreis Kaiserslautern, die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen im Kreis, ohne Mini- oder Midi-Jobs. Ende Juni 2025 fand die bisher größte Zahl Eingang in die Statistik: 27.515. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das einen Anstieg um 2,1 Prozent, was rund 500 Arbeitsplätzen entspricht. „Der Landkreis hat somit ein Rekordniveau erreicht“, konstatiert der Chef der Agentur für Arbeit, Peter Weißler im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Im Vergleich zum Jahr 2020 sind es gar knapp 1600 Arbeitsstellen mehr geworden.
Wie beeindruckend diese Zahl aus dem Juni 2025 ist, wird deutlich, wenn in der Statistik ein paar Jahre weiter zurück geblättert wird. Zur Jahrtausendwende boten die Gewerbe im Landkreis weniger als 20.000 Menschen Arbeit. In 25 Jahren legte der Arbeitsmarkt um rund 30 Prozent zu, legt man die Zahlen von 2000 zugrunde. „Die Wirtschaftsstruktur im Landkreis ist gesund, es gibt keine Einbrüche, davon ist nichts zu sehen oder zu spüren“, sagt Weißler. Etwa ein Fünftel der Menschen, die im Landkreis eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle haben (etwas mehr als 5000), arbeiten in der Gesundheitsbranche. Weißler nennt diese Arbeitsplätze „konjunkturunabhängig“, sprich: Pflegekräfte und Menschen, die sich um das gesundheitliche Wohlbefinden ihrer Mitmenschen kümmern, sind immer gefragt. Insgesamt präsentiere der Arbeitsmarkt im Landkreis einen „guten Mix“, wie Weißler bemerkt.
Weißler: „Es kommen also mehr Menschen aus der Arbeitssuche raus als reinkommen“
Im Landkreis Kaiserslautern waren im Dezember 2025 3033 Menschen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet – exakt die gleiche Anzahl wie im Monat zuvor. „Das ist sehr, sehr selten“, sagt Weißler. Im Vergleich zum Vorjahr waren 17 Menschen mehr arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 0,6 Prozent entspricht (3016 im Dezember 2024). „Sehr stabil“, sagt Weißler dazu. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,4 Prozent, 0,1 Prozentpunkte höher als im Dezember 2024.
Die Unterbeschäftigung in einer Gebietskörperschaft wie dem Landkreis Kaiserslautern setzt sich zusammen aus der Anzahl der arbeitslos gemeldeten Personen sowie der Anzahl der Menschen, die sich gerade in Weiterbildungen wie Sprachkursen befinden. Für den Landkreis wurden zum Jahresende 2025 3606 Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung gezählt, die besagten 3033 arbeitslos Gemeldeten, dazu kommen 572 Personen, die Kurse besuchen. Die Zahl der Menschen in den Weiterbildungskursen befindet sich seit Monaten im Sinkflug, zum Jahresende 2024 waren es noch 100 Menschen mehr, also 672 insgesamt. Der Rückgang von 2024 im Vergleich zu 2025 bei der Unterbeschäftigung beträgt damit 2,3 Prozent. „Es kommen also mehr Menschen aus der Arbeitssuche raus als reinkommen“, kommentiert Weißler die Zahlen. „Und das, obwohl am Arbeitsmarkt gefühlt eine ganz andere Situation herrscht.“ Das mache den Landkreis besonders.
Einen starken Rückgang verzeichnete die Agentur für Arbeit für den Landkreis bei der Anzahl der gemeldeten freien Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl um knapp 30 Prozent, von 856 (Dezember 2024) auf 615 im vergangenen Dezember. „Der Landkreis kann sich der Abnahme an Stellen nicht entziehen. Die Arbeitgeber sind angesichts der konjunkturellen Lage vorsichtiger geworden“, ordnet Weißler ein. Gesucht werden Männer und Frauen im Bereich der öffentlichen Verwaltung (rund 180 Stellen), im Handel (knapp 90) sowie im verarbeitenden Gewerbe (68) und in der Gesundheitsbranche (63). Einen „bunten Mix“ nennt der Agenturchef das Angebot an offenen Stellen.