Westpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel April könnte Temperaturen bis 25 Grad Celsius bringen

Beim Aprilwetter ist ja bekanntlich mit allem zu rechnen – einige sonnige Tage wird’s in jedem Fall geben, an denen die Natur ih
Beim Aprilwetter ist ja bekanntlich mit allem zu rechnen – einige sonnige Tage wird’s in jedem Fall geben, an denen die Natur ihre blühenden Bäume und Sträucher in Szene setzen kann.

Der März bescherte uns Trockenheit und reichlich Sonnenschein. Nachts gab es häufig noch Frost, tagsüber wurde es frühlingshaft. Im April sollte sich daran wenig ändern.

Der März startete dank eines stabilen Hochdruckgebiets freundlich und trocken. Meist verwöhnte uns die Sonne von morgens bis abends von einem nahezu wolkenlosen oder heiteren Himmel. Nach frostigen Nächten mit Reif erwärmte sich die Luft tagsüber nach und nach auf frühlingshafte 15 bis 19 Grad. Im Mittelabschnitt folgte eine polare Abkühlphase. Vorübergehend fielen Regen und Schnee. Auf den Höhen erhielt die Landschaft am 13. und 14. gar ein dünnes Winterkleid. Anschließend wurde es wieder sonniger. Während nachts bei klarem Sternenhimmel häufig Frost auftrat, kletterte das Thermometer allmählich nachmittags wieder in den frühlingshaften Bereich. Richtig angenehm warm wurde es zum kalendarischen Frühlingsbeginn. Danach zogen gelegentlich Wolken auf. Diese brachten aber nur selten ein wenig Regen.

2,7 Grad wärmer als im Referenzzeitraum

Das Mittel der Lufttemperatur lag im März in der Westpfalz mit 7,6 Grad Celsius um 1,5 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre, aber um ganze 2,7 Grad über dem 30-jährigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. In den zurückliegenden Jahren fielen viele Monate mehr oder weniger zu warm aus, nur wenige lagen im normalen Korridor oder unter den Werten aus der vieljährig gemittelten Klimareihe.

Als „Heiztage“ (Tagesmittel unter 15,0 Grad) galten sämtliche Tage im März. „Vegetationstage“ (Tagesmittel 5,0 Grad und mehr) konnten 23 verbucht werden. „Frosttage“ (Tiefsttemperatur unter 0,0 Grad) gab es elf – aber an 27 Tagen trat Bodenfrost auf (Tiefsttemperatur in fünf Zentimetern über dem Erdboden unter 0,0 Grad). An einem Tag wurde die 20-Grad-Marke bereits überschritten. Den tiefsten Wert mit frostigen -3,0 Grad gab es am 19. März. Der höchste Wert des Monats wurde am 21. mit frühlingshaften 21,1 Grad verzeichnet. Der niedrigste auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck wurde am 13. mit 995,5 Hektopascal gemessen, der höchste mit jeweils 1032,8 Hektopascal am 2. und 3. März.

Mehr als 200 Stunden Sonnenschein

Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei kläglichen 12,7 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht 18,3 Prozent des langjährigen Monatsmittels der vergangenen 30 Jahre. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 10,7, in Morlautern 11,4 und in Landstuhl 12,0 Liter pro Quadratmeter. Der Niederschlag konzentrierte sich auf vier Tage. Der meiste Niederschlag fiel in Lambsborn mit 11,4 Litern pro Quadratmeter am 13. des Monats. Blitz und Donner gab es während des gesamten Monats nicht in der Region. An einem Tag trat Schneefall oder Schneeregen auf und produzierte eine dünne Schneedecke von einem Zentimeter. Nebel wurde an zwei Tagen beobachtet. An einem Tag brauste starker Wind über die Region.

„Heitere Tage“ (Bewölkungsmittel unter 20 Prozent) gab es acht, „Trübe Tage“ (Bewölkungsmittel über 80 Prozent) sieben. Zu insgesamt 49,8 Prozent war der Himmel im Laufe des Monats von Wolken überzogen – das ist weniger als normal. Die Sonnenscheindauer erreichte 204 Stunden. Das entspricht 145,1 Prozent des langjährigen Mittels der zurückliegenden 30 Jahre. Durchschnittlich schien die Sonne etwa sechs Stunden und 35 Minuten pro Tag.

Das erwartet uns im April

Zwischen einem kräftigen Hochdruckgebiet über dem Nordmeer und Südskandinavien sowie einem nahezu ortsfesten Tiefdruckgebiet über dem Atlantik – westlich vor Spanien und Portugal – verbleiben wir zumindest in der Anfangsphase des Monats in einer nordöstlichen bis südöstlichen Luftströmung. Weil die Luft meist aus östlichen Richtungen kommt, ist diese in der Regel trocken, sodass wir neben durchziehenden Wolkenfeldern auch recht häufig die Sonne zu Gesicht bekommen. Auf den für die Natur so wichtigen flächendeckenden Regen müssen wir also weiterhin warten.

Die Tagestemperaturen bewegen sich meist zwischen 15 und 20 Grad. Je nach Windrichtung und Bewölkung kann es mal etwas kälter, mal etwas wärmer werden. In den Nächten halten sich die Werte oft zwischen 3 und 8 Grad. Vor allem in Tälern, an Gewässern und in der Westpfälzischen Moorniederung drohen zwischendurch bei längerem Sternenhimmel Bodenfröste und leichte Fröste in zwei Metern Höhe.

Schluss mit der anhaltenden Trockenheit

Zur Monatsmitte hin könnte sich die Wetterlage ein wenig umstellen. Nordeuropäische Tiefdruckgebiete schicken uns von Nordwesten her teilweise dichtere Wolken mit kleineren Regenfällen oder örtlichen Schauern. So wie es aussieht, scheinen aber die Mengen im überschaubaren Bereich zu bleiben. Die Temperaturen werden vorübergehend um einige Grad nach unten gedrückt, entsprechen aber insgesamt der Jahreszeit. In der zweiten Monatshälfte entwickeln sich über dem Atlantik vermehrt Störungsgebiete, die allmählich Richtung Mitteleuropa steuern. Dann könnte die anhaltende Trockenheit in unserer Region zumindest für einige Zeit unterbrochen werden, sofern es die Schlechtwettergebiete bis in die Pfalz schaffen und sich nicht vorher auflösen. Somit dürfte uns dann ein durchwachsener Witterungsabschnitt mit mehr Wolken als Sonne und mit einigen größeren Regenfällen oder kräftigeren Schauern bevorstehen. Die Tagestemperaturen bleiben im Bereich zwischen 13 und 18 Grad. Die Nachtfrostgefahr dürfte vorläufig überstanden sein.

Gefahr von Starkregen und Hagelschlag

Im Schlussabschnitt sollte sich wieder ein stabileres Hoch aufbauen, das uns Sonne und Wärme zurückbringt. Je nach Lage des Hochs könnte sich mit längerer Sonnenscheindauer die Luft an den Nachmittagen auf 20 bis 25 Grad erwärmen. Im weiteren Verlauf nimmt die Labilität in der Atmosphäre zu. Es bilden sich teils mächtige Haufenwolken, die sich in Form kräftiger Regengüsse und Gewitter entladen können. Dabei droht mancherorts die Gefahr von Starkregen und Hagelschlag. Die Temperaturen werden dadurch zum Monatsende nach unten gedrückt, bevor sich die Wetterlage eventuell wieder beruhigt und sich zum Tanz in den Mai freundliches Wetter ankündigt.

Letztendlich werden die Temperaturen im April gegenüber den Durchschnittswerten der vergangenen 30 Jahre vermutlich um ein bis zwei Grad nach oben abweichen. Die Niederschlagsmenge wird den Monatssollwert voraussichtlich verbreitet unterbieten. Die Sonnenscheindauer dürfte den langjährigen Mittelwert leicht überschreiten. Mögliche Tendenz für den Folgemonat: Im Mai werden wir für längere Zeit von wonniger Sonne und molliger Wärme verwöhnt.

Unser Klima im Wandel

März 2025:
Durchschnittstemperatur: 7,6 Grad
Niederschlag: 12,7 Liter pro Quadratmeter
Sonnenscheindauer: 204 Stunden

März 2024 :
Durchschnittstemperatur: 8,4 Grad
Niederschlag: 80,8 Liter pro Quadratmeter
Sonnenscheindauer: 114 Stunden

März 2015:
Durchschnittstemperatur: 5,8 Grad
Niederschlag: 50,3 Liter pro Quadratmeter
Sonnenscheindauer: 165 Stunden

März 2000 (vor 25 Jahren):
Durchschnittstemperatur: 5,6 Grad
Niederschlag: 70,5 Liter pro Quadratmeter
Sonnenscheindauer: 103 Stunden

Michael Agne
Michael Agne
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