Kreis Kaiserslautern Am Tag, als der Regen kam

Attraktives Angebot, aber leider schlechtes Wetter: Wendelinusmarkt in Ramstein.
Attraktives Angebot, aber leider schlechtes Wetter: Wendelinusmarkt in Ramstein.

Herbststimmung herrschte beim Wendelinusmarkt in Ramstein. Nachdem der Samstag schon von Regen bestimmt war, ging es gestern ebenso weiter. Mit einem Schulterzucken und den Worten „Am Wetter kann man nichts machen“ nahmen’s die Beschicker gelassen. Sie hofften darauf, dass sich im Verlauf des Nachmittags der Himmel noch aufhellen würde.

Noch nieselt es, doch nur wenig später bestimmen Regenschirme und Kapuzen das Bild in Ramsteins Straßen. Handarbeiten, Warmes und Molliges, Dekorationsartikel aus Holz und Metall, Liköre, Schmuck, Taschen und ein Allerlei aus Nützlichem und Schönem wird auf den Tischen präsentiert. Ein Schuhputzer preist seine Pflegemittel an. Ein anderer Beschicker versucht derweil vergeblich, die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen. „Das Wetter macht uns alles kaputt“, schimpft er. Am Stand von Matthias Nagel lachen Radieschen, Kohlköpfe und Feldsalat die Vorbeieilenden an. Herta Knobloch hat sich anlocken lassen und Boskoop-Äpfel zum Backen gekauft. „Das ist der beste“, meint die Spesbacherin. Sie hat schon am Vortag einen ganz bestimmten Stand gesucht, wurde jedoch nicht fündig − und geht jetzt nach Hause, ausnahmsweise ohne eine Kartoffelwaffel zu essen. „Der Markt ist schön, das Angebot passt“, lobt sie dennoch Vielfalt und Atmosphäre. Der Obst- und Gemüsehändler zuckt die Schultern. „Was will ich tun?“, fragt er angesichts des Wetters. Am Samstag sei das Geschäft „mehr schlecht als recht“ gelaufen. „Jetzt setze ich meine Hoffnung auf heute“, zeigt er sich optimistisch. In der französischen Meile flattern Wimpel in den Farben der Trikolore an den Ständen, Schifferklaviermusik kommt aus den Lautsprechern. Salamis, diverse Käsesorten, Brot und süßes Backwerk liegen in den Auslagen. Mit einem freundlichen „Bonjour“ begrüßt der Verkäufer hinterm Tresen die Vorbeikommenden. Er schüttelt den Kopf und sagt: „Es ist nicht viel los.“ Im Festzelt, in dem es an den beiden Vorabenden hoch her ging, sind die Reihen noch licht. Zum Frühschoppen spielt die Kolpingkapelle Kindsbach, während sich die Besucher Rollbraten und Semmelknödel schmecken lassen. Draußen warten die Beschicker darauf, dass sich am grauen Himmel ein Lichtblick zeigt. Auf dem Marktplatz ist erstmals der Unterhaltungsverein Miesenbach präsent. Mit einem Kuchenverkauf will er die Vereinskasse füllen, damit neue Kostüme für die Tanzgruppen angeschafft werden können. Auch wirbt er um Nachwuchs und ist auf Sponsorensuche. „Wir möchten unsere Kinder unterstützen und mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagen Martina Landau, Monika Specht und Sigrid Dietrich. Viel war bislang jedoch nicht los. Ähnlich ergeht es auch Raumausstatter Nijole Alessandri aus Pirmasens, der sich erstmals in Ramstein präsentiert: „Gestern war es sehr verhalten.“ Organisator Joachim Felka bedauert, dass das Wetter den Händlern einen Strich durch die Rechnung macht. „Das ist sehr schade. Es sind viele interessante Stände dabei, einige zum ersten Mal. Das Angebot hat sich im Vergleich zu den Vorjahren vergrößert. Ich hoffe, dass die Beschicker nächstes Jahr wieder da sind.“

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