Ramstein-Miesenbach
Altes Schulhaus Miesenbach wird offiziell zum Haus der Vereine
Die Nase erahnt es schon vor der Tür: Hier ist alles frisch. Ein Jahr lang haben sich die Handwerker die Klinke in die Hand gegeben, um das Haus auf Vordermann zu bringen. Denn der Zahn der Zeit hat an vielem genagt. Jetzt empfängt bereits das Treppenhaus in strahlendem Weiß.
Parkett im Tanzsaal
Im ersten Stock erinnert nichts mehr daran, dass hier einmal eine Zahnarztpraxis war. Nun gibt der Tanzsportverein Ramstein den Ton an und hat in den Räumen das „Ramsteiner Tanz-Zentrum-Miesenbach“ eröffnet. „Hier wurde so ziemlich alles auf den Kopf gestellt“, sagt Bürgermeister Ralf Hechler und lädt zu einem Rundgang ein. Im roten und grünen Tanzsaal wurde Parkett verlegt, ganz so wie es sich für den Tanzsport gehört. „Der restliche Bereich ist mit einem Vinylbelag ausgelegt.“ Der kommt in meliertem Grau daher und steht in dekorativem Kontrast zu den roten Stühlen und weißen Tischen im geselligen Gemeinschaftsbereich. Weiß zeigen sich auch die Wände und Decken in Küche, Büro und Umkleideraum. Schalldichte Türen sorgen dafür, dass die Musik in den Tanzsälen bleibt. „Da auch die Elektrik veraltet war, haben wir die Unterverteilung auf den neuesten Stand gebracht“, erklärt Hechler weitere Maßnahmen im Haus.
Nicht weniger aufwendig waren die Arbeiten im Erdgeschoss. Die drei einstigen Klassenzimmer sind nun das Zuhause des Männerchors, der Stadtkapelle und des Schachclubs. Der hat auf einen weißen Anstrich verzichtet und sich stattdessen für ein kräftiges Grün entschieden. Gemeinsam ist den drei Vereinen der hellgraue, strapazierfähige Bodenbelag – überall auf Hochglanz poliert. „Damit den Leuten hier unten nicht die Decke auf den Kopf fällt, musste sie aufgestemmt werden, um Träger einzuziehen und so die Statik zu optimieren“, erklärt der Bürgermeister.
Neue Heizung, gedämmtes Dach
Auch im Keller hat sich etwas getan. Hier ist mit einem modernen Brennwertgerät eine neue Gasheizung zusammen mit entsprechender Brandabschottung eingezogen. „Früher war hier unten der Fotoclub Blende 78 beheimatet, der ist mittlerweile ins Mehrgenerationenhaus umgezogen. Die restlichen Kellerräume werden jetzt nur noch als Lager genutzt, nicht mehr für Publikumsverkehr.“ Damit auch das Dach nicht leer ausgeht, wurde es von innen gut gedämmt und hilft so, Energie zu sparen.
Im ganzen Haus sind Rauchmelder angebracht, eine neue Brandmeldeanlage sorgt für zusätzlichen Schutz, und die Schließanlage wurde ebenfalls erneuert. Umfangreiche Arbeiten, die im Oktober 2019 ihren Anfang genommen haben und nicht allein von den Fachleuten gestemmt wurden. „Die Vereinsmitglieder haben ebenfalls kräftig Hand angelegt und etliches in Eigenleistung auf den Weg gebracht“, lobt Hechler das freiwillige Engagement.
Maximal mögliche Förderung
Auch wenn sich die Maßnahmen auf Gesamtkosten von 180.000 Euro belaufen, belasten diese die Stadtkasse nicht über Gebühr. „Da wir der Leaderregion Westrich-Glantal angehören, konnten wir für die Maßnahmen im Rahmen der Umnutzung zum Haus der Vereine einen Antrag auf europäische Fördermittel stellen. Dem wurde stattgegeben, wir haben einen Zuwendungsbetrag von etwas über 110.000 Euro erhalten.“ Das sei die maximal mögliche Förderung. „Darüber freuen wir uns natürlich.“
Dass die vier Vereine nun unter einem Dach angesiedelt sind, sei ein Gewinn für alle. „Jeder hat zwar seinen eigenen Bereich, trotzdem sind sie nah beieinander, können sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam etwas organisieren.“ Zum Beispiel einen Tag der offenen Tür im kommenden Jahr. Denn Corona bedingt kann der offizielle Start des Haus der Vereine nur in kleinerem Rahmen stattfinden.