Kreis Kaiserslautern
Alsenzbahn wird mehr als einen Monat lang gesperrt
Die Riedbahn wird zu einem der größten Bauprojekte im deutschen Schienenverkehr. Wo sonst täglich mehrere hundert Züge über die Gleise rollen, kommt der Verkehr dann zum Erliegen. Bahnreisende im Raum Kaiserslautern müssen sich ab Anfang März ebenfalls auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Davon betroffen ist die Strecke zwischen Kaiserslautern beziehungsweise Hochspeyer und Alsenz. Wegen umfassender Sanierungsarbeiten und der Modernisierung des Gleiskörpers sei die Sperrung der Strecke unausweichlich. Das teilt Fritz Engbarth, Sprecher des Zweckverbands Öffentlicher Nahverkehr (ZÖPNV), auf RHEINPFALZ-Anfrage mit.
Umleitung für den Güterverkehr
Für den Güterverkehr dient die Alsenzbahn während dieser Phase als Umleitung. „Jeder Güterzug, der über die Alsenzbahn fährt, hilft uns, den S-Bahn-Verkehr zwischen Mainz und Mannheim aufrechtzuerhalten.“ Da auf der besagten Strecke sonst ausschließlich Personenzüge unterwegs seien, müsse der Abschnitt auf die größere Belastung durch Güterzüge zunächst vorbereitet werden. Vom 4. März bis einschließlich 7. April bleibt die Strecke daher gesperrt. Erste nächtliche Sperrungen im Zeitraum vom 26. Februar bis zum 1. März betreffen ebenfalls den Abschnitt zwischen Alsenz und Kaiserslautern. Ohne sie sei ein Befahren durch den Güterverkehr nicht möglich. „Dieser ist eine Belastung, die die Strecke sonst nicht kennt“, erklärt Engbarth.
Wie umfangreich das Bauvorhaben ist, davon sei auch der ZÖPNV überrascht gewesen. „Viele bauliche Anpassungen wurden gebündelt und werden nun gleichzeitig umgesetzt.“ Der Austausch sämtlicher Weichen und das Auffüllen des Schotters im Gleisbett gehören dazu. „Nur so kann der höheren Belastung während der fünfmonatigen Sperrung der Riedbahn standgehalten werden“, erläutert Engbarth. Nach derzeitigen Schätzungen werden dann rund zehn Güterzüge täglich die Strecke passieren.
Bus statt Bahn
Während der Sperrung für den Personenverkehr fahren Ersatzbusse zwischen Kaiserslautern und Alsenz sowie zwischen Kaiserslautern und Bad Kreuznach. Fahrgäste von Enkenbach nach Hochspeyer und umgekehrt können entweder den Buslinienverkehr oder die Umsteigeverbindung mit den S-Bahnen über Kaiserslautern nutzen. Zwischen dem 8. und dem 19. April kommt es erneut zu abendlichen Vollsperrungen. Hierbei müssen vier Züge der DB Regio ebenfalls durch Busse ersetzt werden.
Parallel zur Alsenzbahn wird die B48 zwischen Alsenz und Rockenhausen ebenfalls voll gesperrt. Ein ärgerlicher, aber letztendlich unvermeidbarer Umstand, meint Engbarth. „Die DB InfraGo hat sich bemüht, doch da war das Kind bereits in den Brunnen gefallen“, schildert der Sprecher. Das Unternehmen habe es versäumt zu prüfen, ob die Verkehrswege befahrbar sind. Als man sich des Missgeschicks bewusst geworden sie, seien die Planungen für den Ersatzverkehr längst abgeschlossen gewesen. „Wir wissen, dass die Belastungen eine Zumutung sind“, sagt Engbarth. Doch daran führe kein Weg vorbei.