Ramstein-Miesenbach
Alles für die Kleinsten gibt es im Babyladen
Zum Team gehört hauptamtlich Nina Lambrecht von der Schwangeren- und Familienberatungsstelle Landstuhl, einer Unterabteilung des Sozialdiensts der katholischen Frauen (SkF). Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat – außer in den Schulferien – ist der Babyladen von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Dann ist auch Lambrecht in der angegliederten Beratungsstelle vor Ort. „Gerade im Babyladen mit seinem vielfältigen, freundlichen Angebot entwickeln sich ja schnell Gespräche mit den Mitarbeiterinnen. In einem separaten Zimmer kann ich so mit den oftmals jungen Frauen bereits anstehende Probleme lösen, beraten und Hilfe anbieten. Im Nardini-Klinikum in Landstuhl biete ich eine Hebammensprechstunde an und besuche die Frauen auf der Entbindungsstation. Am zweiten Mittwoch im Monat ergänzt Yvonne Buckl, Hebamme im Nardini-Klinikum, unser Team und berät ehrenamtlich zu Fragen der Ernährung, Pflege und Grundversorgung der neuen kleinen Erdenbürger“, berichtet Lambrecht.
2008 ins Leben gerufen
Kerstin Ecker ist die Leiterin der Einrichtung in der Sickingenstadt Landstuhl. „Die Beratungsstelle gehört zum „SkF“, erläutert Ecker und ergänzt: „Ohne unsere jetzt drei Ehrenamtlichen wäre der Babyladen nicht zu stemmen. Wir sind sehr froh, dass Helga Meisinger uns seit Oktober unterstützt. Aufgebaut wurde der Babyladen 2008 von Ursula Donauer, die unermüdlich, unterstützt von Susanne Layes, mit viel Herzblut die Idee für einen Babyladen ins Leben rief. Babyausstattung sollte für hilfsbedürftige Mütter und Familien in Not gegen eine freiwillige Spende angeboten werden. Für uns vom SkF Landstuhl, einem Fachverband des Deutschen Caritasverbandes, passte die Idee sehr gut zu unserem Konzept ,da sein/leben helfen’, jungen Frauen und Familien Beratung und Hilfe anzubieten“, so Ecker.
Sprachlos angesichts des Komplettangebots
Im Babyladen selbst herrscht Hochbetrieb. Eine junge Frau aus dem Kosovo ist schon seit Jahren Gast im Babyladen. Sie schaut sich nach einer Schneehose und einem Bilderbuch für ihre kleine Tochter um. „Winterkleidung ist teuer, aber hier finde ich immer etwas. Das Angebot ist toll, die Frauen immer hilfsbereit und stets zu einem kleinen Schwätzchen bereit“, meint sie lächelnd. Einem jungen Ehepaar fällt die Entscheidung schwer. Mehrere Kinderwagen, die wie neu wirken, stehen zur Auswahl. Ihr kleiner Sohn, drei Jahre alt, flitzt mit seinem neuen Bobbycar freudestrahlend durch den Raum. Eine junge, alleinerziehende Mutter, die im März 2022 mit ihrer sechs Monate alten Tochter aus der Ukraine geflüchtet ist, hatte das Glück, von einer jungen Familie in Bruchmühlbach aufgenommen worden zu sein. Mit ihrer Gastgeberin ist sie zum Babyladen gekommen. Sie ist den Tränen nahe, als sie die Freundlichkeit und die Hilfe beim Aussuchen der Ausstattung für ihr Kind erlebt. Eine junge, hochschwangere Frau ist mit ihrer Mutter aus Weilerbach gekommen. Die Mutter ist sprachlos angesichts des Komplettangebots. Windeln, Schnuller, Babyflaschen, neuwertige Babybekleidung und ein Maxi-cosi dürfen beide mit nach Hause nehmen. Außerdem konnte ihre Tochter einen Termin mit Nina Lambrecht vereinbaren. Für das Babyladenteam sind das die schönen Momente, die immer wieder Ansporn und Zufriedenheit vermitteln.
Jede Menge Arbeit im Lagerraum
Neben dem Raum mit seinem großen Angebot an Babybekleidung bis Größe 104 und allem, was Kinder bis zum dritten Lebensjahr benötigen – Spielsachen und Bücher eingeschlossen –, gibt es auch einen Lagerraum. Hier ist das Babyladen-Team so richtig gefordert. „Alle Spenden, ob Neuware oder gebraucht, werden hier sortiert und begutachtet. Wir möchten unseren Besuchern nur gepflegte und unbeschädigte Ware anbieten. Außerdem muss je nach Saison das Angebot gewechselt und wieder gelagert werden. Unsere Stammkundschaft bringt auch wieder Ware zurück, die inzwischen den Kleinen nicht mehr passt. Es ist halt schon fast ein ,Fulltime Shop’“, sagt Donauer und lächelt.
Layes, die hauptberuflich im nahen Kindergarten arbeitet, knüpft die Verbindungen und berät Eltern in puncto Babyladen. Ebenso übernimmt sie Ware, die beim Kindergartenbasar keine Abnehmer gefunden hat. „Und natürlich freuen wir uns über jede kleine Geldspende“, so Layes. Seit fast 25 Jahren leitet die Sozialpädagogin Susanne Wagner als Koordinatorin (CJD) das Haus. „Das Angebot hier im Haus ist vielschichtig und schließt alle Altersgruppen mit ein. Momentan kann aus mehr als 60 Angeboten ausgewählt werden. Besonders erlebt gerade der Babyladen eine starke Frequentierung. Der Ukraine-Krieg, die Verteuerung der Grundlebensmittel und die damit aufkommende Verunsicherung in der Bevölkerung sind mit dafür verantwortlich“, meint Wagner. Ruhe und Gelassenheit sind ihre Stärke. Langweile ist nicht ihr Ding. „Wir sind gut vernetzt, ob mit dem Jugendbüro, dem Rathaus oder der Kirchengemeinde. Bürgermeister Ralf Hechler gehört im Haus schon zum lebenden Inventar. Kleine und große Probleme lösen wir auf ,Ramsteiner Art’ bei einer Tasse Kaffee“, sagt Wagner.