Kreis Kaiserslautern Alle für eine, eine für alle
Mit 120 Personen besuchte etwa ein Zehntel der Bevölkerung am Dienstagabend die Einwohnerversammlung in der Kulturfabrik, zu der Ortsbürgermeister Uwe Unnold (FWG) eingeladen hatte. Themen waren die drohende Schließung der Grundschule, altersgerechtes Wohnen, die ärztliche Versorgung und die Entwicklung des Ortes.
Zunächst gab Unnold in einer Präsentation einen Einblick in die Ortsentwicklung. Ergebnisse der seit 2011 laufenden Dorferneuerung wurden vorgestellt. Spielflächen für Kinder, Freizeitplätze und Grünflächen wurden geschaffen. Die Reduzierung von Leerständen konnte durch die Vermittlung von freien Wohngebäuden erreicht werden, so Unnold. Einen hohen Stellenwert habe das ehrenamtliche Engagement. Freiwillige Helfer gestalteten wesentlich das Ortsbild. „Wir sind eine der wenigen Gemeinden in der Region, in der heute mehr Menschen leben als im Jahr 2012“, informierte Unnold. Ein Schwerpunktthema an diesem Abend war die drohende Schließung der Grundschule Linden. „Durch wesentliche Investitionen haben wir in den letzten Jahren einen attraktiven Schulstandort geschaffen“, betonte der Ortsbürgermeister. Er informierte über die Entwicklung der Schülerzahlen und sagte, dass ab dem Schuljahr 2017/18 stets 30 und mehr Schüler die Grundschule besuchen werden. Die Eltern brachten sich in die Diskussion mit ein, wobei deutlich wurde, dass sie am Erhalt der Grundschule mit allen Mitteln arbeiten werden. Erinnert wurde an das Versprechen von vor zehn Jahren. Damals hieß es aus dem Kultusministerium, dass die Schule erhalten bleibt, wenn sie unter einer anderen Struktur weitergeführt werde. „Damals haben wir die Lösung mit Queidersbach angenommen“, erinnerte Unnold. Verständigt hatte man sich schließlich nach vielen Gesprächen und Verhandlungen auf eine gemeinsame Schulverwaltung mit Sitz in Queidersbach. Die Kommune vertraute auf die Zusage der Regierungsvertreter und setzte viel Geld für die grundlegende Sanierung ein. In der damaligen Zeit wurden die Kombiklassen für gut befunden und bildeten mit den Mittelpunkt des Unterrichts. Heute spricht sich die Landesregierung gegen solche Klassen aus und verlangt eine Einzügigkeit über alle Klassenstufen. Dieser Schritt sei pädagogisch nicht nachvollziehbar, so die Eltern. Sie stellten übereinstimmend fest, dass hier an den Kindern vorbei Schulpolitik gemacht werde. Die beziehe sich ausschließlich auf nackte Zahlen und lasse viele Aspekte zum kindlichen Wohl außer Acht. Mit der Auflösung der Schule könne kein Spareffekt mehr erzielt werden, denn die schulische Leitung gehe schon jetzt von Queidersbach aus. „Wir kämpfen um unsere Schule“, machten etliche Eltern während des harmonischen Gespräches deutlich. Ein Denkanstoß für das rheinland-pfälzische Kultusministerium in Mainz gab es auch noch: „Es macht keinen Sinn, jetzt eine Schließung einer Schule zu vollziehen, wo schon erkennbar ist, dass in naher Zukunft die Schülerzahlen auf das Mindestmaß steigen“. „Ein Arzt im Dorf ist besonders wichtig“, betonte ein Bürger. Gerade für die älteren Personen sei die medizinische Versorgung ein wichtiger Aspekt des dörflichen Lebens. „Wir müssen für alles kämpfen, für den Erhalt der Grundschule und die Ausweisung von Neubauflächen, so auch für die ärztliche Grundversorgung“, meinte er. Unnold versprach, sich bei den zuständigen Stellen für die Ansiedlung eines Arztes einzusetzen. Ähnliches gilt auch für den Einkauf von Grundnahrungsmitteln vor Ort. Zur Jahresmitte wird das kleine Lebensmittelgeschäft in der Lindener Ortsmitte schließen. Daher bestehe dringender Handlungsbedarf. Die erschienenen Bürger waren sich aber auch einig darüber, dass sich ein solches Geschäft rentieren muss. An die Vertreter der Ortsgemeinde erging die Bitte, alle denkbaren Möglichkeiten zu prüfen. Überlegungen zu altersgerechtem Wohnen solle die Gemeinde ebenfalls anstellen. Es wäre zu begrüßen, wenn hilfsbedürftige Menschen ihren Lebensabend in der Gemeinde verbringen können, so die Anwesenden. |llw