Ramstein-Miesenbach
Air Base Ramstein: „Uniformierte Soldaten dürfen Fitnesscenter und Schwimmbad nutzen“
Dass die Fitnesscenter und das Hallenbad auf der Air Base in Ramstein zu Beginn der vergangenen Woche geöffnet gewesen sein sollen, obwohl in Deutschland schon der Teillockdown in Kraft war, ist bei etlichen Bürgern auf Unverständnis gestoßen. Ralf Hechler, VG-Bürgermeister von Ramstein-Miesenbach (CDU) bestätigte, dass er dazu einige Anfragen aus der Bevölkerung erhalten habe.
Dass die aktuell gültige Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz auch für alle Angehörigen der Streitkräfte, die im Landkreis Kaiserslautern leben, gilt, darauf hatte Landrat Ralf Leßmeister (CDU) bei einem Abstimmungsgespräch, das vor einer Woche zwischen Vertretern der Kreisspitze, der Stadt und der Generalität von Army und Air Force stattgefunden hat, hingewiesen. Die Generalität habe versichert, dass diese Verfügungen, Verordnungen und Vorgaben sowie Empfehlungen stringent umgesetzt würden, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung zu diesem Abstimmungsgespräch.
Ausnahmen gelten nur für US-Militärangehörige und Nato-Mitglieder
Auf Nachfrage der RHEINPFALZ erklärte die Pressestelle der Air Base Ramstein, dass die Fitnesszentren auf Einrichtungen der Luftwaffe in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Bundes und der Länder den ganzen November über für Zivilisten und Familienmitglieder geschlossen seien.
Es bestehe ein beschränkter Zugang weiterhin nur für US-Militärangehörige und der Nato-Mitglieder, die ihre körperliche Fitness aufrechterhalten müssten, um die Anforderungen an die militärische Bereitschaft zu erfüllen. Dies gelte auch für das Bad: „Das Hallenbad ist offiziell geschlossen. Unter strengen Hygiene- und Abstandsvorschriften ist die beschränkte Nutzung nur dem uniformierten Militärpersonal zur Ausübung des Dienstsportes gestattet“, teilt die Pressestelle mit und beruft sich dabei auf das Nato-Truppenstatut-Zusatzabkommen. Dessen erster Satz von Absatz 1, Artikel 53 laute: „Innerhalb der für ihre ausschließliche Nutzung zur Verfügung gestellten Unterkünfte kann eine Truppe oder eine zivile Komponente alle Maßnahmen ergreifen, die für die zufriedenstellende Erfüllung ihrer Verteidigungsverantwortung erforderlich sind“, heißt es in der Mitteilung der Air Base dazu.
„Gesundheit und Sicherheit hat oberste Priorität“
Die Gesundheit und Sicherheit ihrer Gemeinschaft habe nach wie vor oberste Priorität, und die Fitnesszentren würden weiterhin alle Anforderungen an Hygiene und sanitäre Einrichtungen erfüllen, um sicherzustellen, dass die Gemeinschaft gesund bliebe, teilt die Air Base weiter mit.
„Alles okay“, sagte Bürgermeister Ralf Hechler am Freitag nach einem Rundgang über die Air Base, den er zusammen mit dem Beigeordneten Marcus Klein (CDU) gemacht hatte, um sich selbst ein Bild zu machen. An den Eingängen der Fitnesscenter und am Bad seien Hinweisschilder angebracht, dass diese nur von Soldaten genutzt werden dürften. Dazu müssten sich die Personen seit dem 3. November auch ausweisen. Auch in der Mall hätten sie sich umgesehen und den Eindruck gewonnen, dass die Corona-Verordnung umgesetzt werde. Stühle seien gesperrt gewesen, Essen werde nur noch zum Mitnehmen angeboten und Veranstaltungen seien abgesagt worden. „Möglicherweise sind die Vorgaben nicht gleich ab Montag eins zu eins umgesetzt worden, von daher war es schon gut, dass diese Hinweise aus der Bevölkerung gekommen sind“, so Hechler.