Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Abiturprüfungen laufen im Lockdown etwas anders ab

So wie auf diesem Foto einer Abiturprüfung im Sickingen-Gymnasium im Jahr 2016 wird es 2021 nirgends aussehen. Etwas mehr Abstan
So wie auf diesem Foto einer Abiturprüfung im Sickingen-Gymnasium im Jahr 2016 wird es 2021 nirgends aussehen. Etwas mehr Abstand, immer wieder Lüften und noch einige andere Corona-Regeln sind zu beachten.

Die Abiturprüfungen an den Schulen im Landkreis beginnen am Donnerstag. Konnten sie 2020 noch in den gewohnten Formen durchgeführt werden, hat sich zum diesjährigen Termin einiges geändert.

„Die Rahmenbedingungen sind schon anders“, erklärt Frank Dick, stellvertretender Schulleiter des Sickingen-Gymnasiums in Landstuhl. Die Vorgaben des Landes in Form von Hygiene-Richtlinien hätten markant eingegriffen in die bisher üblichen Abläufe der Prüfungen. 84 Abiturienten träten an – 46 Mädchen und 38 Jungen. In den Vor-Corona-Zeiten sei es üblich gewesen, dass die Schulleiter die Abiturprüfungen offiziell einleiteten durch das Öffnen der Umschläge mit den Prüfungsaufgaben. Dieses traditionelle Ritual könne in der Art nicht mehr stattfinden. Die Aufgaben für die Schüler müssten schon vorher auf den Einzeltischen im Prüfungsraum bereitliegen. Auch die Aufsicht im Verlauf der Prüfungen sei anders zu gestalten. Ein stündlicher Wechsel wie früher üblich solle vermieden werden. Allerdings sei es unzumutbar für die Kollegen, sieben Stunden lang die Aufsicht zu führen. „Die brauchen auch Pausen und müssen zur Toilette gehen können.“

Separate Räume für Schüler in Quarantäne

Außerdem gelte für Schüler, die sich in Quarantäne befinden, dass sie am Abitur teilnehmen müssen. Zu diesem Zweck würden separate Räume angeboten. „Wenn jemand erkrankt ist, geht das natürlich nicht.“ Aber es sei ja schon immer so gewesen, dass es dann Nachtermine geben müsse.

„Was den Unterricht in den drei Tagen vor Beginn der Prüfung angeht, so haben wir entschieden, dass der nicht in Form des Präsenzunterrichtes stattfindet.“ Ein Ansteckungsfall wäre dann ja fatal. „Die Prüfungen laufen während des gesamten Monats Januar.“ Wie der Unterricht für die 13. Jahrgangsstufe ab dem 1. Februar aussehen kann, sei noch völlig unklar. Hier heiße es abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Vorgaben des Landes existierten noch nicht. Noch weniger absehbar sei, auf welche Weise die Schüler verabschiedet werden. „Wie wir derzeit erleben, handelt es sich um eine sehr dynamische Entwicklung abhängig vom Pandemieverlauf.“ Und über einen Zeitraum von fast drei Monaten könne niemand vorhersagen, wie die Lage Ende März sei. „Wir wollen natürlich das Überreichen der Zeugnisse so würdig wie möglich gestalten, aber eine große Feier, wie früher in der Stadthalle, wird es sicher nicht geben.“ Das sei ethisch nicht zu verantworten.

Größere Abstände zwischen den Tischen

Am Reichswald-Gymnasium in Ramstein-Miesenbach werden nach Auskunft von Schulleiterin Sonja Tophofen 78 Abiturienten zur Abschlussprüfung antreten. Ein Hauptaugenmerk liege auf der Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie sie vom Land vorgeschrieben seien. Es werde beispielsweise für größere Abstände zwischen den Prüfungstischen der Schülerinnen und Schüler gesorgt. Und auch Lüftungspausen während des gesamten Ablaufs seien eingeplant.

„Der Unterricht für die Abiturienten beginnt wieder am 28. Januar.“ In welcher Form er gestaltet wird, richte sich nach den dann gültigen Vorgaben des Bildungsministeriums. Je nachdem wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt, werde Präsenzunterricht stattfinden – vielleicht auch mit geteilten A- und B-Gruppen. Als Alternative müsse natürlich die Möglichkeit offen bleiben, auf das Home-Office zurückzugreifen.

„Die Vorbereitungen für die Ausgabe der Abiturzeugnisse beginnen Anfang Februar.“ Als Termin dafür sei der 26. März vorgesehen. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, ob dies im Rahmen der üblichen akademischen Feier mit Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium und den Eltern im Congress Center Ramstein (CCR) erfolgen kann.“ Falls eine solche Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sein sollte, könnten die Zeugnisse beispielsweise in kleinem Rahmen nach Stammkursen getrennt ausgegeben werden. „Wir hoffen, dass es unseren Abiturienten erspart bleibt, dass die Abiturzeugnisse etwas würdelos per Post zugestellt werden müssen.“ Dies sei ja leider dem letztjährigen Abiturjahrgang nicht erspart geblieben.

Alle 20 Minuten wird gelüftet

Dagmar Frank, Leiterin der Integrierten Gesamtschule Am Nanstein in Landstuhl, teilt mit, dass sich dort die 13. Jahrgangsstufe mit 39 Schülern den Abiturprüfungen stellt. „Zur Sicherheit aller Beteiligten gibt es verstärkte Hygienemaßnahmen.“ Zwischen den Prüflingen werde ein Abstand von zwei Metern gewahrt, drei Meter würden eingehalten, wenn jemand zu einer Risikogruppe gehöre. Alle 20 Minuten werde gelüftet. Aus diesem Grund sei auch der zentrale Teil „Hörverständnis“ im Fach Englisch landesweit um den Zeitraum der Lüftungspause verlängert worden.

„Es bleibt abzuwarten, ob Präsenzunterricht nach der schriftlichen Prüfung möglich ist.“ Wesentlich sei die gezielte Vorbereitung auf das mündliche Abitur. Es würden Prüfungssituationen thematisiert. Wenn es das Infektionsgeschehen diktiere, müsse dies eben in Form von Distanzunterricht ablaufen.

Die genauen Planungen für die Zeugnisausgabe und eventuelle Abschlussfeiern könnten erst dann erfolgen, wenn die Situation abschätzbar werde. Die Möglichkeit zur Buchung von Räumlichkeiten bestehe, aber was wirklich umzusetzen sei, werde sich erst zeigen.

Zur Prüfung in die Turnhalle

Elke Bonner, Schulleiterin der Integrierten Gesamtschule Bettina von Arnim in Otterberg, berichtet von 30 Abiturienten für die diesjährigen Prüfungen. Ihr liege besonders am Herzen, die Nerven der Prüflinge nicht noch weiter über Gebühr zu strapazieren. Sie möchte deshalb – soweit wie dies eben möglich ist unter den gegenwärtigen Bedingungen – den gewohnten Rahmen für den Ablauf beibehalten. Natürlich werde für Schutzmaßnahmen gesorgt. So werde für die schriftlichen Prüfungen von der Aula in die Turnhalle umgezogen, um die Abstände zu wahren.

Der Unterricht für den 13. Jahrgang ab Februar hänge in seiner Ausgestaltung im Wesentlichen von der Infektionslage ab. Ob die Schüler in die Schule kommen können oder ob sie Teilpräsenzunterricht in A- und B-Gruppen erhalten, lasse sich noch nicht sagen. Ebenso in den Sternen stehe der Ablauf der Zeugnisausgabe. Die große Feier in der Stadthalle sei jedenfalls schon abgesagt. Vielleicht könne eine andere Form in kleinerem Rahmen gefunden werden.

Im Großen und Ganzen wie gewohnt

An der Integrierten Gesamtschule in Enkenbach-Alsenborn nehmen 70 Abiturienten an den Prüfungen ab Donnerstag teil, sagt Schulleiterin Stephanie Dojani. Diese würden zu den geplanten Terminen und unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden. Ansonsten seien nur Schüler im Haus, die die Notbetreuung besuchten, sodass die Abiturprüfungen vermutlich ruhig ablaufen. Das Umsetzen der Hygieneregeln sei an der Schule kein Problem, weil die Räumlichkeiten dies hergäben. Im Großen und Ganzen könnten die Prüfungen daher wie gewohnt stattfinden. „Unsere Schule verfügt über eine große Aula, die wie jedes Jahr für die schriftlichen Abiturprüfungen genutzt wird. Die Tische stehen allerdings noch weiter auseinander als sonst, um den vorgegebenen Sicherheitsabstand zu gewährleisten.“ Dazu werde regelmäßig gelüftet. Auch im Fach Englisch, in dem die Abiturprüfung aus mehreren vorgegebenen Teilen bestehe, werde eine Lüftungspause eingelegt. „Daher sollten die Schüler warme Kleidung mitbringen.“ Die vorgegebenen Hygieneregeln würden eingehalten. Desinfektionsmittel für die Hände stehe bereit, Tische und Stühle im Prüfungsraum würden vor jeder Prüfung desinfiziert. Auch das Austeilen und Abgeben der Aufgaben werde so organisiert, dass der vorgegebene Mindestabstand garantiert sei.

Der Unterricht in der 13. Jahrgangsstufe nach den schriftlichen Prüfungen erfolge nach den Vorgaben, die dann gälten. In dieser Zeit werden die Schüler sich weiter auf die mündlichen Prüfungen vorbereiten. „Momentan können wir leider nicht davon ausgehen, dass es eine feierliche Zeugnisausgabe mit Besuchern in der Schule geben kann.“ Die Planungen, wie eine würdige Verabschiedung der Abiturienten und die Zeugnisausgabe möglichst kontaktlos erfolgen könnte, liefen aber. „Mittlerweile sind wir daran gewöhnt, flexibel zu planen und das Beste aus der Situation zu machen.“ Die Schüler seien bereits mit der Planung einer „alternativen“ Abifeier beschäftigt.

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