Sembach RHEINPFALZ Plus Artikel 1. FFCK: Frauenfußballverein will wieder durchstarten

Während des Lockdowns bot Trainerin Maike Ames Online-Athletiktraining an. Jetzt kann sie die Fußballspielerinnen wieder persönl
Während des Lockdowns bot Trainerin Maike Ames Online-Athletiktraining an. Jetzt kann sie die Fußballspielerinnen wieder persönlich auf dem Platz zum Schwitzen bringen.

Im März 2017 formierte sich der bisher einzige reine Frauenfußballclub Kaiserslauterns, der 1. FFC Kaiserslautern. Die Spielstätte ist Am Stautacker – auf dem Gelände des ehemaligen ASV Sembach. Wie ist der noch junge Verein durch die Pandemie gekommen und wie sieht es aktuell mit dem Spielbetrieb aus?

„Der 1. FFCK hat die Zeit sinnvoll genutzt, um die kommenden Wochen vorzubereiten“, sagt Erster Vorsitzender und Trainer Sven Bauer. Viele Sportvereine klagten über Mitgliederschwund. Leider hätten während der Pandemie auch Mitglieder den 1. FFCK verlassen – fast ausschließlich im Jugendbereich. Doch „wir konnten unsere Gesamtzahl an aktiven Sportlerinnen deutlich steigern“, teilt der Vorsitzende mit. Nicht zuletzt durch die im März abgewickelte Kooperation mit dem Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern.

15 neue Jugendspielerinnen und sieben neue Trainer

„Unzählige Gespräche und extrem viel Aufwand im Social-Media-Bereich haben uns hierbei geholfen. Bei der Jugend haben wir circa 15 neue Spielerinnen für uns gewinnen können, im Bereich der Aktiven sind es sicherlich auch zehn gewesen.“ Rund 130 Mitglieder zählt der Verein, davon etwa 90 Aktive in der Jugend und bei den Damen. Zahlreiche Gespräche mit potenziellen neuen Spielerinnen, Trainern und Funktionären seien geführt worden. „So konnten wir beispielsweise sieben neue Trainer für unsere Idee begeistern.“

Eine davon ist seit Mai die 21-jährige Maike Ames aus Hirzweiler im Saarland. Ames studiert Sport und Erdkunde auf Lehramt an der TU Kaiserslautern. Während des Lockdowns hielt sie das Online-Athletiktraining der Damen und B-Juniorinnen ab. Seit vier Wochen ist sie nun vor Ort im Training der ersten Mannschaft und bei der Jugend im Einsatz.

Ein Wermutstropfen seien die Fixkosten des Vereins. Diese könne man leider nicht kürzen. Sie belasteten den Haushalt daher enorm. Zudem tätigte der 1. FFCK im vergangenen Jahr eine Investition von 3000 Euro in Trainingsmaterial, das nun abgezahlt werden müsse. Dank eines finanziellen Polsters aus den vorherigen Jahren könne man dies jedoch kompensieren.

Das Jammern über Probleme sei nicht die Art des Vereins, betont Sven Bauer. „Wir suchen Lösungen, um uns zu entwickeln und neue Möglichkeiten zu finden.“ So habe man während der Pandemie so lange wie möglich das Training aufrechterhalten. Der Vorsitzende ist den Trainern äußerst dankbar, „die durch einen enormen Mehraufwand sogar Zweier-Trainingseinheiten ermöglichten“. Mittlerweile trainierten sämtliche Mannschaften wieder im Regelbetrieb. Der Spaß am Fußball sei zurückgekehrt. „Wir gehen davon aus, dass der Spielbetrieb im September wieder startet und richten daraufhin unsere Saisonplanung aus.“ Zahlreiche Vorbereitungsspiele seien bereits terminiert. In der Jugend sogar gegen Mannschaften aus der Jugend-Bundesliga. Die Vorbereitung starte offiziell am 19. Juli. Bis dahin versuche man, „die Folgen des Sportentzugs zu kompensieren, um Ende Juli wieder starten zu können“.

Tag des Mädchenfußballs

Das erklärte Ziel des Clubs sei es, den Mädchen- und Frauenfußball in Kaiserslautern nachhaltig zu fördern. Dazu plane man, einen Tag des Mädchenfußballs in Kaiserslautern durchzuführen. Alle sportbegeisterten Mädels seien dazu eingeladen – egal ob sie bereits in einem Jungenverein spielten und dies auch weiterhin möchten oder ob sie noch nie an den Ball getreten haben. Ziel sei es, leistungsorientierten Fußball zu fördern und Breitensport für Mädchen und Frauen zu beheimaten. Trainer seien geschult worden, um noch besser auf die Bedürfnisse der Mädchen eingehen zu können. Neben dem normalen Trainingsbetrieb werde auch ein separates Torwarttraining angeboten. „Hierfür müssen die Mädchen nicht in unserem Verein spielen. Vielmehr sollen sie den Spaß am Fußball weitertragen und sich in jeder Trainingseinheit dafür begeistern“, so Sven Bauer. Interessierte Jugendspielerinnen und aktive Fußballerinnen seien jederzeit willkommen.

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