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Mit seinen Dichtungen wollte Fleischmann den Lesern „Ernst und Scherz, Prosa und Poesie, Schwärmerei und Satire, Politisches und
Mit seinen Dichtungen wollte Fleischmann den Lesern »Ernst und Scherz, Prosa und Poesie, Schwärmerei und Satire, Politisches und Religiöses« bieten.

Er war ein vielseitiger und kenntnisreicher Zeitgenosse: Otto Fleischmann, von Haus aus eigentlich Geistlicher, betätigte sich aber auch als Journalist und Dichter, Heimatforscher und Politiker. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Schriften und brachte es in seiner beruflichen Laufbahn bis zum Kirchenrat.

Otto, der zudem die Vornamen Karl, Heinrich und Ludwig hatte, wurde am 7. März 1838 als Pfarrerssohn in Sembach geboren. Er besuchte das Gymnasium in Zweibrücken und studierte in Erlangen und Heidelberg Evangelische Theologie. Danach wirkte er als Vikar in Neustadt, Alsenz und Landstuhl. Einige Zeit war er als Hausgeistlicher und von 1874 an als Zuchthauspfarrer an der Strafanstalt in Kaiserslautern eingesetzt. Er war mit Emilie Marx verheiratet und trat 1909 in den Ruhestand. Fleischmann starb zwei Tage nach seinem 75. Geburtstag am 9. März 1913 in der Barbarossastadt. Der rührige Seelsorger gründete die Zeitung „Pfälzische Post“ und war ihr langjähriger Redakteur. Als königs- und kaisertreuer Patriot vertrat er sehr konservative Ansichten. Er setzte sich mit der „vorigen und kommenden Revolution“ auseinander und verfasste eine „Geschichte des pfälzischen Aufstandes im Jahre 1849“. In einer Streitschrift wandte er sich gegen die Sozialdemokratie, schilderte die großen Kulturepochen der Menschheit und focht gegen die Gegner des Christentums. Der streitbare Pfarrer beschäftigte sich ebenso mit dem Vagabunden- und Verbrechertum seiner Zeit und suchte im Gegensatz dazu nach Vorbildern für die deutsche Jugend. Fleischmann war überdies ein begeisterter Pfälzer, ein Wander- und Reisefreund. Davon zeugen ein Führer durch die Umgebung des Waldkurhauses Johanniskreuz und ein anderer für Kaiserslautern und seine Umgebung. Er beschrieb seine Spaziergänge durch die Pfalz sowie eine Fahrt ins „neue Deutschland“. Neben einem Buch über die Weine der Rheinpfalz veröffentlichte Fleischmann schließlich Reise-Bilder aus Spanien sowie einen Führer für Spanien-Fahrer. Mit seinen Dichtungen wollte Fleischmann den Lesern „Ernst und Scherz, Prosa und Poesie, Schwärmerei und Satire, Politisches und Religiöses“ bieten. Es handelte sich um pfälzische Dorfgeschichten, historische Schauspiele und Gedichte verschiedenen Inhalts. Im Vorwort zu seinen „Optimistischen Novellen“ stellte er fest: „Optimistisch wurden nachstehende Novellen getauft, weil in denselben gegenüber der pessimistischen und trübseligen Richtung unserer Zeit der fröhliche Lebensmut und die ideale Lebensanschauung schließlich den Sieg behalten.“

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