Wochen-Spitzen
Zwei Männer, eine Frau und ein Auto
Technik: Germersheim stellt Wörther Weichen
Unbestätigten Gerüchten zufolge soll dem Wörther Bürgermeister Dennis Nitsche bei der zunächst oberflächlichen Lektüre der RHEINPFALZ am Dienstag ein Bissen im Hals stecken geblieben sein. – Nur kurz. Nichts passiert! Alles gut! – Musste er auf der Titelseite des Lokalteils doch lesen, dass die Weichen für Wörth künftig in Germersheim gestellt werden. Es muss eine schreckliche Vorstellung für ihn gewesen sein. Als würde das schwarze Kreishaus nicht schon genug in sein rotes Rathaus hineinregieren. Aber dann – auch das ist nur ein nicht belegtes Gerücht – beim Nachlesen erleichtertes Ausatmen. In der Zeitungsmeldung geht es nicht um Politik, sondern um Verkehr. Am Bahnhof Wörth soll die Weichen-, Signal- und sonstige Technik erneuert und künftig von der Bedienzentrale in Germersheim aus gesteuert werden. Aber eigentlich ist das für einen Wörther auch schon eine Zumutung. Abgefahren.
Zahlenfetischist: Am 2.2.22 22. Hochzeitstag
Geblieben hingegen ist ein Freisbacher – bei seiner Ehefrau. Bald 22 Jahre geht das nun schon so. Schreibt er zumindest – mit beigefügtem Hochzeitsbeweisfoto – zu einer Wochen-Spitze der vergangenen Woche: „Mit Interesse und Schmunzeln habe ich ihre Glosse zum Versuch Interviewpartner zu den anstehenden Schnapszahlhochzeiten zu gewinnen, gelesen.“ Das fängt ja schon mal gut an. Dann schildert er sein Faible: „Um die wahren Zahlenjunkies kennen zu lernen und um die wahre Perfektion einer Schnapszahlhochzeit kennen und schätzen zu lernen, müssen Sie 22 Jahre zurück gehen.“ Ok, tun wir. „Als der Schreiber dieser Zeilen, (...) damals wie heute beruflich und privat mit hoher Zahlenaffinität gesegnet (...), sich Ende 1999 getraut hat, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen, gab es nur einen logischen Termin.“ Wir ahnen es schon: der 2.2.2000. Richtig? Ja. „Unattraktive Jahreszeit, zu dunkel und kalt, keine schöne Feier möglich … Alles valide Argumente die einen Zahlenfreak aber nicht abschrecken können“, schreibt der berechnende Freisbacher, dessen Name 18 Buchstaben hat. Um dann fortzufahren: „Gesagt, getan, und so konnte die damalige Saat letzte Woche endgültig zur vollen Perfektion aufblühen.“ Richtig: Am 2.2.22 feierten die Zwei ihren 22. Hochzeitstag. „Grandiose Glücksmomente für den Schnapszahl-Fetischisten“, schreibt dieser.
Und dann stellt er noch eine Frage, die eigentlich keine mehr ist: „Raten Sie mal, welche Zimmernummer wir im Hotel hatten? Es war natürlich die 202 (Ehrensache).“ Und noch eine Ehrensache: „Unseren Hochzeitstag habe ich übrigens in all den Jahren (im Gegensatz zum ’2. Hochzeitstag’ der kirchlichen Trauung im Mai) kein einziges Mal vergessen, und auch die durchaus vorhandenen Studien, dass Schnapszahlen nicht lange halten würden, kann ich nicht bestätigen.“ – Sie schreiben uns in 22 Jahren wieder!?
„Narri-Narro!“: Ein Hauch von Fasnacht im Rat
Die Zahl zwei spielt auch in dieser Geschichte eine Rolle. Zwei Leuten, nämlich dem Hausmeister des Hatzenbühler Dorfgemeinschaftshauses und einer RHEINPFALZ-Mitarbeiterin, wurde in der jüngsten Sitzung des Jockgrimer Verbandsgemeinderats ein unerwartetes Bewegungsprogramm auferlegt. Kaum saßen die beiden, mussten sie wieder aufstehen und den Saal verlassen, weil der Rat – ganz unüblich – mit einem nichtöffentlichen Teil startete, in dem sich Stellenbewerber vorstellten. Danach hieß es „bitte eintreten und Platz nehmen!“ Wenig später musste man den wieder verlassen, weil ein Aspekt des Haushaltsplans nichtöffentlich besprochen werden musste. Also wieder raus und nach etwa 15 Minuten wieder rein. An den nun folgenden öffentlichen Sitzungsteil schloss sich erneut ein nichtöffentlicher an. „Auf und nieder, immer wieder, so ham’ mer’s gestern g’macht, so mach’ mer’s heut.“ Aber man darf nicht undankbar sein – wenigstens ein Hauch von Fasnacht in diesen trostlosen Tagen. „Helau!“, „Rhe-Na!“, „Hatze-Behl!“, „Narri-Narro!“
E-Mobilität: Stromer für den Bauhof
An Tagen wie diesen tut ein hoffnungsfroher Blick in die Zukunft not. So hat die Stadt Hagenbach ihren Fuhrpark um ein Elektroauto erweitert, das für vier Jahre geleast wurde und vor allem vom Bauhof genutzt werden soll. Das ist umwelt- und klimafreundlich und hoffentlich auch nachhaltig. Zumal noch eine Ladeinfrastruktur geschaffen werden soll, die mit Solarstrom aus der Anlage auf dem Bauhofdach gespeist werden soll. Lobenswert! Doch was schreibt die Stadt noch in ihrer Pressemitteilung: Seit 2014 hat sich das Durchschnittsalter der Fahrzeuge und Anhänger im Fuhrpark von durchschnittlich 21,7 auf nunmehr 13,8 Jahre gesenkt. Das spart der Stadt Kosten für Reparaturen. Aber es wird auch durchs frühere Entsorgen mehr Schrott produziert. Ist also nicht mehr ganz so nachhaltig. Wobei 13,8 Jahre immer noch ein guter Wert ist, wenn man vergleichsweise das Durchschnittsalter von Personenwagen in Deutschland von knapp zehn Jahren berücksichtigt, bei Lastwagen waren es im vergangenen Jahr sogar nur gut acht Jahre. Man kann’s den Leuten aber auch gar nicht recht machen.
Ein schönes Wochenende
Michael Gottschalk