Kreis Germersheim Zur Sache: Spezialplatte aus hochfestem Beton

Für die Ertüchtigung der Brücke ist unter anderem das Aufbringen einer Spezialplatte aus hochfestem Beton vorgesehen. Dazu wurde am Rheinufer zunächst eine Probeplatte betoniert. Im ersten Anlauf Mitte Juli bereiteten aber Luftporen Probleme. „Der Beton erreicht noch nicht die notwendige Verdichtung“, so das Regierungspräsidium Karlsruhe damals. Erst wenn die Probeplatte die erforderlichen Vorgaben erfüllt, kann mit der Sanierung begonnen werden. Die Sanierung der Rheinbrücke erfolgt mit Spezialbeton, einer deutschlandweit neuartigen Bauweise, so das Regierungspräsidium. Bevor die eigentlichen Verstärkungsarbeiten an der Brücke losgehen können, musste nachgewiesen werden, dass die außergewöhnliche Rezeptur des Betons auch fachgerecht hergestellt werden kann. Um den Erfolg der Maßnahme sicher zu stellen, müssen neben den gewünschten speziellen Materialeigenschaften auch die beim Einbau vorhandenen Umweltbedingungen berücksichtigt werden. Die Temperatur der Luft und der Stahlbrücke sowie Wind und Luftfeuchtigkeit müssen beachtet werden. Besonders wichtig ist die Temperaturentwicklung des Betons, so das Regierungspräsidium. Damit er beim Aushärten die gewünschten Eigenschaften entwickeln kann, werden Kies und Wasser vor dem Mischen des Betons bei Bedarf gekühlt. Auch die Einbaustelle auf der Brücke wird mit einem klimatisierten Zelt vor ungünstigen Umwelteinflüssen geschützt. Weitere entscheidende Faktoren sind die beim Transport und Einbau des Betons verwendeten Spezialmaschinen sowie die Erfahrung des Personals, so das Regierungspräsidium. In den hochfesten Spezialbeton werden beim Mischen Stahlfasern eingestreut, welche nach dem Aushärten Zugkräfte im Beton übernehmen sollen. Damit die neue Betonplatte auch auf der bestehenden Fahrbahn aus Stahl haftet und somit Kräfte übertragen werden können, wird die Stahlplatte im Vorfeld mit einer speziellen Haftbrücke behandelt.
