Kreis Germersheim Zur Sache: Mit S-Bahn und Faltrad zur Arbeit

Regelmäßig ist Uwe Leuthner morgens mit seinem Faltrad in Lingenfeld zum Bahnhof unterwegs. Dort steigt er in die S-Bahn nach Ludwigshafen ein und von dort geht es wieder mit dem Faltrad weiter zu seiner Arbeitsstelle. Warum mit dem Faltrad? „Weil es eine Kostenersparnis ist, ansonsten müsste ich für ein normales Fahrrad zwischen 6 und 9 Uhr ein Ticket lösen“, sagt Leuthner. Außerdem sei es eine Zeitersparnis von täglich rund 15 Minuten in der Summe. Zu Fuß benötigt er vom Ludwigshafener Bahnhof zu seiner Arbeitsstelle zwölf Minuten, „mit dem Faltrad sind es nur noch fünf Minuten“, so der Lingenfelder weiter. Doch nicht nur die Zeitersparnis ist ein Grund. „Ich nehme das Faltrad mit, weil ich im Falle einer Verspätung der Bahn flexibler bin und mit dem Fahrrad nach Hause fahren kann“, sagt Leuthner. Und das sei häufiger der Fall wie eine Panne mit dem Fahrrad. Die hatte er in den vergangenen fünf Jahren nur zweimal. Falträder gebe es schon für unter 200 Euro, höherwertigere kosten so um die 1500 Euro. In der S-Bahn selbst gebe es mit dem Faltrad keine Probleme, da es im gefalteten Zustand als Gepäckstück zählt. Einmal hatte Leuthner das Rad im Zug nicht gefaltet gehabt. Bei einer Kontrolle sei er ermahnt worden, seitdem falte er das Rad immer. Angst, dass das Rad entwendet wird, muss der Faltradfahrer auch nicht haben: „Ich nehme es mit hoch ins Büro, es nimmt ja nicht viel Platz weg“, sagt der Lingenfelder. Arbeitskollegen von ihm greifen auf ein Angebot des VRN zurück – sie nutzen VRNnextbike. Der Verkehrsverbund bietet unter anderem in Speyer, Ludwigshafen und Mannheim Mietfahrräder an. Nutzer müssen sich einmal registrieren und eine App für das Smartphone herunterladen. Wer eine RadCard für 48 Euro pro Jahr hat, kann die ersten 30 Minuten pro Miete das Rad kostenlos nutzen. Alle anderen zahlen 1 Euro für eine halbe Stunde, maximal 9 Euro pro Tag. Weitere Tarife und Infos zum Angebot gibt es unter www.vrn.de. Es kann aber auch vorkommen, „dass mal kein Mietrad am Bahnhof ist“, sagt Leuthner über die Erfahrungen seiner Kollegen.
