Kreis Germersheim Zur Sache: Emergency Call – Notruf aus dem Auto

Damit die Hilfe bei Verkehrsunfällen schnell organisiert wird, gibt es in allen Neufahrzeugen in Europa einen sogenannten emergency call (eCall). Das ist laut Thomas Günther, dem stellvertretenden Leiter der Rettungsleitstelle Landau, ein europaweit funktionierende Notruf. Ist ein Unfall geschehen, kann der Fahrer mit einem Knopfdruck Hilfe holen – teilweise funktioniert dies auch automatisch. Thomas Günther: „Man wird automatisch an die nächste Leitstelle weitergeleitet. Zusätzlich werden die Koordinaten des Fahrzeugs übermittelt.“ Früher habe man bei einem Notruf per Mobiltelefon mitgeteilt bekommen zwischen welchen Sendemasten man sich befindet. Das sei auch schon sehr genau gewesen. Mitgeteilt werde dem Disponenten in der Rettungsleitstelle auch, um welches Fahrzeug es sich handele, wie viele Leute im Fahrzeug säßen, welche Antriebsart es habe und dass es eine Sprechverbindung in den Wagen gebe. Sämtliche technischen Informationen des Fahrzeugs könnten so abgerufen werden. Damit dies in der Leitstelle auch genutzt werden könne, sei die Technik auf den neusten Stand gebracht worden. Laut ADAC müssen ab 31. März alle neuen Fahrzeugmodelle serienmäßig mit einem eCall-Notrufsystem ausgerüstet sein. Der EU zufolge könnten mit eCall in Europa jährlich 2500 Menschenleben gerettet und die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen deutlich verringert werden. Dazu soll die Rettungskette verbessert werden, schreibt der ADAC auf seiner Homapage. Dabei ist eCall nicht neu. Seit den 1990er Jahren haben verschiedene Autohersteller eigene Notrufsysteme in ihren Autos verbaut. Meist wurde man an Callcenter der Automarke weitergeleitet. Mit dem neuen eCall wird über die 112 direkt an die nächste Leitstelle verbunden – europaweit.
