Kreis Germersheim Landau: DRK-Rettungsleitstelle Südpfalz kümmert sich um Notrufe

Bis zu 200 Gespräche führen die Disponenten der Notrufzentrale während einer Acht-Stunden-Schicht.
Bis zu 200 Gespräche führen die Disponenten der Notrufzentrale während einer Acht-Stunden-Schicht.

SÜDPFALZ: Morgen ist der Tag des europäischen Notrufs 112 – also am 11. 2. (Februar). Wird in unserer Region der Notruf gewählt, landet der Anrufer bei der DRK-Rettungsleitstelle Südpfalz in Landau. Rund 110.000 Einsätze koordinieren die Disponenten am Telefon. Leider gibt es immer noch sehr viele Scherzanrufer – doch werden die zur Rechenschaft gezogen.

Dem Partner geht es schlecht, er atmet kaum noch oder klagt über starke Schmerzen in der Brust. Wer schnelle Hilfe will, sollte dann mit dem Festnetztelefon oder Mobiltelefon die 112 wählen – die europäische Notrufnummer für Rettungswagen und Feuerwehren. Wer in unserer Region diese Nummer wählt, wird in der Regel mit der Rettungsleitstelle der DRK Rettungsdienst Südpfalz GmbH in Landau verbunden.

Geschulte Mitarbeiter in der Leitstelle

In der Leitstelle sitzen mehrere geschulte Mitarbeiter, die in „fast“ jeder Situation helfen können. „Die fünf Ws (Wo ist etwas passiert, was ist passiert, wie viele Verletzte, welche Art von Verletzung/Erkrankung und warten auf Rückfragen, Anmerkung der Redaktion), muss man eigentlich nicht mehr kennen“, sagt Matthias Bruhne, Leiter der Landauer Rettungsleitstelle. „Wer die 112 anruft, kann sich darauf verlassen, dass wir alle wichtigen Informationen abfragen. Wir übernehmen sofort die Gesprächsführung. Wir leiten auch zur Wiederbelebung an“, verdeutlicht Bruhne: „Man kann nichts falsch machen.“ Bis zu 110.000 Einsätze ist der Rettungsdienst im vergangenen Jahr in den sechs zugehörigen Gebietskörperschaften – den Städten Landau und Zweibrücken sowie den Landkreisen Südwestpfalz, Pirmasens, Südliche Weinstraße und Germersheim gefahren. Die Zahlen sind laut dem Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Südpfalz GmbH, Bernd Fischer, noch nicht gesichert. Noch seien nicht alle erforderlichen Daten erfasst. Von zehn Einsätzen seien sieben Krankentransporte und drei Notfälle. „Hinzu kommen noch etwa 2500 Einsätze für die Feuerwehren“, sagt Bruhne. Insgesamt werden 182 Feuerwehren und sechs Ortsverbände des Technischen Hilfswerks über die Rettungsleitstelle alarmiert. Die 55 Fahrzeuge des DRK im Betreuungsgebiet fahren Fischer zufolge pro Jahr rund 2,4 Millionen Kilometer. Hinzu kommen noch die Kilometer der 15 Fahrzeuge anderer Rettungsdienste wie ASB und Malteser.

Rund um die Uhr

Bis zu 200 Gespräche während einer Acht-Stunden-Schicht führt einer der Disponenten am Notruftelefon. Mehrere Disponenten arbeiten gleichzeitig in der Leitstelle – rund um die Uhr. Dabei blicken sie auf mehrere Bildschirme und Überwachungskameras, wie die eines Straßentunnels auf der B10. Oftmals brauchen Anrufer laut Bruhne nur eine Hilfestellung. Als Beispiel nennt er Wildunfälle: „Dann informieren wir die Polizei.“ Manchmal werde auch wegen eines Hustens angerufen, doch sei das ein Fall für die ärztliche Notfalldienstzentrale. Auch gebe es Anrufer, die über Knieschmerzen klagen, und wenn die Rettungskräfte vor Ort sind, stelle sich heraus, dass die Beschwerden seit Wochen anhalten, es just in der Nacht aber unerträglich sei. „Also fahren wir sie ins Krankenhaus“, so Bruhne. „Doch dann ist der Wagen für richtige Notfälle nicht verfügbar. Das sollte man sich bewusst sein.“ Dennoch gelte: Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.

Geldbußen für Scherzanrufe

An den Fall einer älteren Frau erinnert sich Bruhne auch: Diese habe angerufen und von einem Leoparden unter ihrem Sofa gesprochen. Der sei seit mehreren Tagen dort und sehr zahm. Er lasse sich aber nicht füttern. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Dame, die sich sehr gewählt ausgedrückt habe, dement gewesen war. Letztlich habe auch ihr geholfen werden können. Dass es Scherzanrufe gibt oder bewusst falsche Dinge mitgeteilt werden, das gibt es Bruhne zufolge täglich. Die Anrufer können mit Geldbußen oder Gefängnisstrafen bestraft werden. Man müsse sehen, dass dadurch ein Rettungswagen oder ein Feuerwehrfahrzeug blockiert werde. In den letzten 10 bis 15 Jahren hätten die Missbrauchsanrufe zugenommen. Doch müssen die Provider laut dem technischen Leiter der Rettungsleitstelle, Thomas Günther, sämtliche Daten des Telefonbesitzers – auch bei unterdrückten Nummern – mitteilen. Dennoch seien es am Tag mindestens ein Dutzend dieser Anrufe.

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