Kreis Germersheim Zur Sache: Aufnahmestopp in Germersheim

Die Mitarbeiter der Germersheimer Tafel versorgen deutlich weniger Flüchtlinge als die Wörther Tafel: Knapp über 300 bei einer Gesamtzahl von rund 1500 Tafelkunden. Das sind rund 20 Prozent. Bei der Wörther Tafel beträgt der Anteil an Asylbewerbern 50 Prozent. Der Grund: Die Germersheimer Tafel hat einen Aufnahmestopp für Einzelpersonen verhängt. „Wir hatten vor zwei Jahren bereits Probleme mit der Menge der Lebensmittel“, erläuterte der Germersheimer Tafel-Vorsitzende Werner Seessle: „Etliche große Sponsoren haben bis zum Verfallsdatum verkauft.“ Der Aufnahmestopp sei eine Reaktion darauf. Er gelte nicht für Menschen mit Behinderung oder in befristeten Notlagen. Letzteres sei oft bei Menschen der Fall, die vier bis sechs Wochen brauchen, bis sie die Unterlagen für den Jobcenter vollständig zusammengebracht haben. „Diese Maßnahme hat sich aus unserer Sicht bewährt und gilt auch für Flüchtlinge“, so Seessle. Deshalb zählt er nur Bedarfsgemeinschaften. Von den 477 Bedarfsgemeinschaften, die die Germersheimer Tafel unterstützt, seien 74 Flüchtlingsfamilien. Heruntergebrochen auf Einzelpersonen sei der Flüchtlingsanteil größer, weil die Familien meist größer seien, so Seessle. Von den insgesamt rund 1500 Tafelkunden seien rund 300 Kinder und 500 älter als 50 Jahre. Die Germersheimer Tafel hat rund 90 ständige Mitarbeiter, sucht wie Wörth aber weitere Helfer. Im Gegensatz zur Wörther Tafel beschränkt die Germersheimer sich weiter auf die Ausgabe von Lebensmittel. Der Grund ist die bessere Sozialinfrastruktur in der Kreisstadt. „Wir haben ein Sozial-Kaufhaus, Flüchtlingsberatung macht Cross Borders“, so Seessle. (lap)