Leserbriefe an die Lokalredaktion Zucker-Streit und schnelles Internet

Dürfen zuckerhaltige Desserts und Getränke in Kitas angeboten werden? Darüber debattieren Leserinnen und Leser.
Dürfen zuckerhaltige Desserts und Getränke in Kitas angeboten werden? Darüber debattieren Leserinnen und Leser.

Es gibt kritische Stimmen zum Zuckerkonsum in der Gesellschaft und vor allem in Kitas. Bei der Verlegung von Glasfaserkabel wird angezweifelt, ob sie tatsächlich kostenlos ist.

„Das Glück einer Frischeküche“

Leserbrief zum Bericht „Streit um Zucker im Kindergarten“ erschienen in der Germersheimer Rundschau am 22. April.

Mit großem Interesse habe ich den Artikel über den Zuckerkonsum und die gesunde Ernährung in der Kita Hatzenbühl gelesen. Ich stimme voll und ganz zu, dass der Mensch auf eine gesunde Ernährung achten soll. Die Kita Hatzenbühl - beziehungsweise die Kinder - haben das Glück, in einer Frisch-Küche bekocht zu werden. Täglich werden frische Produkte aus der Region angeboten und nicht tiefgefroren in Alubehältern geliefert. Die Köchinnen bieten ausgewogene Ernährung an. Sie nehmen an Fortbildungen teil. Dem Speiseplan ist zu entnehmen, welche Zusatzstoffe im Essen enthalten sind. Geben Eltern ihr Kind in die Obhut einer Kita, sollten sie auch das Vertrauen mitbringen, dass es dort gut versorgt wird.

Natürlich wird das Kind mit Gegebenheiten konfrontiert, die es zu Hause nicht erlebt. Die soziale Komponente spielt hier eine große Rolle. Das Kind, das keinen Zucker zu sich nehmen soll, sitzt mit den anderen am gleichen Tisch. Alle bekommen Dessert, es nicht, alle trinken Apfelschorle, es nicht. Bei der Geburtstagsfeier ist es außen vor, wenn es Süßes gibt. Wie fühlt es sich dabei? Oder sollte es so enden, dass auf Wunsch einer einzelnen Mutter alle verzichten?

Ich kenne solche Zucker-Ernährungs-Situationen zu Genüge. Schließt man etwas aus, wird es besonders interessant. Beim Frühstück wird das Mitgebrachte oft geteilt: Das gesunde Vollkornbrötchen wird interessant für den „Schneckennudelesser“, die getrockneten Apfelringe werden gegen ein Gummibärchen getauscht. Wie viel Schaden kann ein Essen an wenigen Tag anrichten, wenn normalerweise zu Hause „gesund“ gekocht wird? Wenn es so wichtig ist, dass ein zuckerfreies Essen durchweg gewährleistet wird, dann müssten sich die betroffenen Eltern die Zeit nehmen, ihre Kinder über Mittag eine Auszeit von der Kita zu gönnen und sie zuhause nach eigenen Wünschen zu verköstigen.

Gertrud Trauth, Jockgrim

„Zuckerkonsum ist wichtiges Thema“

Zum selben Artikel

Zuckerkonsum ist für alle ein wichtiges Thema! Meinen nun schon erwachsenen Kindern wurde von mir stets selbstgekochter Tee (keine gesüßten Fertigtees!) als Getränk angeboten. Da süße Getränke wie Limo oder Säfte nur an Geburtstagen im Haus waren, hat dies auch wunderbar geklappt. Deshalb möchte ich dies als Empfehlung an den KG geben, künftig ausschließlich selbstgekochte ungesüßte Tees anzubieten. Da es verschiedene Geschmacksrichtungen gibt, wäre es einen Versuch wert und gleichzeitig ein Beitrag zur Zuckerreduzierung. Dass im Hatzenbühler Kindergarten noch vor Ort gekocht wird und damit alles frisch zubereitet ist, wurde mir von sehr zufriedenen Müttern berichtet. Dies sollten alle Eltern würdigen und bedenken, dass in einer großen Gemeinschaft nicht für jedes Kind ein eigenes Menü gereicht werden kann. Aufgrund vieler Meinungen, die ich hörte, schließe ich, dass die angebotene Mittagsverpflegung als sehr ausgewogen und gesund bewertet werden darf.

Franziska Schaller, Hatzenbühl

Kostenlos heißt nicht immer umsonst

Leserbrief zum Thema „Deutsche Glasfaser“ und den RHEINPFALZ-Berichten über den Ausbau mit Glasfaserleitungen in verschiedenen Gemeinden.

Die Deutsche Glasfaser ist aktuell stark in der Südpfalz unterwegs und wirbt mit kostenlosem Glasfaseranschluss für alle Haushalte. Die Frage muss aber erlaubt sein, ob das tatsächlich kostenlos ist. Bei einer Verlegetiefe von 30 bis 40 Zentimeter unter den Gehwegen werden Mehrkosten, und zwar für alle Hauseigentümer einer Gemeinde über die Baukostenbeiträge fällig. Ein Beispiel: Sollte ein Leistungsträger wie Pfalzwerke oder Telekom seine Kabel erneuern, so muss er das Glasfaserkabel zuerst freilegen und gegen Beschädigung schützen damit er an seine Kabel, die weitaus tiefer liegen, drankommt. Diese erheblichen Mehrkosten, die nicht der Versorger übernimmt, bleiben bei der Gemeinde hängen und wären bei einer Verlegung in einer Tiefe, da wo Kabel üblicherweise hingehören, nicht vorhanden. Durch E-Mobilität, jeder will ja seine Ladestation am Haus bzw. zusätzlicher PV-Einspeisung müssen die Versorgungskabel sowieso ertüchtigt werden. Entweder das Glasfaserkabel in übliche Verlegetiefe einbauen oder mit anderen Versorgern nach gemeinsamen Lösungen suchen. Einige Bürgermeister im südlichen Kreis Germersheim haben diese Problematik bereits erkannt.

Thomas Kopf, Bellheim

Postleitzahl macht Grandel zu Kandel

Leserbrief zur Terminvergabe Terminvergabe von Corona-Impfungen

Nachdem meine Mutter nun einen Impftermin bekommen hat, bin ich ja positiv überrascht, dass schon so viele Menschen bei uns geimpft wurden. Warum? Nun zuerst grenzt es ja an ein Wunder, dass der Brief (von der Impfzentrale des Landes) überhaupt ankam. Dass die Post nicht noch weiter nach Grandel sucht, liegt sicher an der Postleitzahl, dank der die Post den Brief doch nach Kandel schickte. Dass trotz komplett falscher Straße (da wurde mal eine komplett neue Straße erfunden) der Brief an die richtige Adresse ging, verdankt man wohl den Fähigkeiten der Post-Angestellten. Also hier muss man sich fragen, wie viel nicht wahrgenommene Impftermine solch schlampig adressierten Briefen zum Opfer gefallen sind.

Als Sahnehäubchen bekam meine Mutter jedoch keinen Impftermin für die Impfzentren in der Südpfalz, was ja naheliegend wäre, wenn man schon zwischen zwei Impfzentren wohnt. Nein, meine führerscheinlose Mutter stellte fest, dass sie ins Impfzentrum für den Rhein-Pfalz-Kreis in Schifferstadt kommen soll, was für jemanden der Zeit seines Lebens keinen Führerschein hatte, eine Herausforderung ist. Nachdem sie schließlich nachfragte und keine Auskunft, sondern eher freche Antworten bekam, hat sie schließlich um einen neuen Termin im Impfzentrum in Wörth gebeten. Hoffentlich stimmt diesmal wenigstens die Empfängeradresse, nicht dass der Termin erst nächstes Jahr ankommt.

Marcus Eichhorn, Kandel

Neue Parkgebühr zu hoch

Leserbrief zum Bericht „Parkgebühren am Epplesee Neuburg“, RHEINPFALZ vom 19. April.

Vielen Dank an Frau Gehrlein für ihre Initiative, einen Artikel in der RHEINPFALZ anzuregen. Auch wir besuchen seit vielen Jahren den Baggersee Epple in Neuburg, durchaus schon zu kühleren Jahreszeiten. Wir waren stets bereit, die Parkgebühren in Höhe von 50 Cent pro Stunde zu bezahlen, auch wenn die Toiletten oder das Kiosk geschlossen waren. Die nun eingeführten 2 Euro pro Stunde (10 Euro Tagesticket) mussten wir mit großem Unmut feststellen. Leider stehen diese in keinerlei sinnvollem Verhältnis. Egal ob ein Baggersee in Jockgrim, ein Baggersee Epple in Rheinstetten, selbst der Badepark in Wörth,...nirgendwo zahlt man 10 Euro für einen Tagesaufenthalt (für größtenteils mehr Leistung wie z. B. Wartung und Reinigung des Seeufers und der Toiletten, Badeaufsicht).

Falls der Kioskbetreiber dieses Jahr wieder öffnen dürfen sollte, wird er durch diese Preise ebenfalls einen Nachteil erleiden, da viele es nicht mehr einsehen werden, kurz auf ein Getränk vorbeizukommen. Und es sind nun mal nicht alle direkt aus Neuburg, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und können somit die Anfahrt per Rad nicht ermöglichen. Eine Vergünstigung der Parktickets für Neuburger, die eh mit dem Rad kommen können, ist folglich auch nicht sehr hilfreich.

Wir wären deshalb wirklich interessiert, welchen Grund die Befürworter der Preiserhöhung ansetzen. Außer Mehreinnahmen für die Gemeinde und Rückgewinnung des Sees nur rein für Neuburger fällt uns nichts ein. Aber das spielt auch keine Rolle. Wir und viele andere Stammgäste würden uns freuen, wenn Sie Ihre Entscheidung in Hinblick auf Verhältnismäßigkeit noch einmal überdenken würden und eine Erhöhung der Preise, wenn überhaupt, in einem vernünftigen Rahmen durchführen.

Durch Corona haben viele bereits deutliche Einbuße erleiden müssen und wären dankbar, zumindest hier noch eine halbwegs erschwingliche Erholung erfahren zu dürfen. Sollte die Neudiskussion erst im Herbst nach der Saison stattfinden, steht zu befürchten, dass sich nichts mehr ändern wird. Es wird dann eher auf ein „es hat doch funktioniert“ hinauslaufen…

Familie Welzenbach, Karlsruhe

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