Kommentar Zeitgemäßer Weg eingeschlagen

Für Schulleiterin Judith Kuhn und ihre Kolleginnen und Kollegen, die sich an dem Projekt beteiligt haben, muss es wie ein Traum sein: Eine Schule nach einem eigens entwickelten pädagogischen Konzept bauen zu lassen. Gestärkt werden soll der Zusammenhalt der Schüler durch die Anordnung aller Klassen eines Jahrgangs auf einer Ebene. Die Lehrer dieses Jahrgangs sollen als Team besser zusammenarbeiten, mehr Möglichkeiten im Schulalltag haben. Ortsgemeinde und Verwaltung waren von Anfang an offen für die Pläne und unterstützten.
Dem gegenüber steht eine Schulbaurichtlinie aus dem Jahr 2010. Darin stehen nicht pädagogische Ziele im Vordergrund, sondern Raumprogramme und Größenangaben. Liest man die Richtlinie, hat man das Gefühl in die 1980er Jahre zurückversetzt zu werden, in eine Zeit, als der Begriff Computerlabor die Fortschrittlichkeit einer Schule kennzeichnete. Die Landesregierung ist gerade dabei, diese Richtlinie anzupassen, fortzuentwickeln. Das ist gut. Andere Bundesländer scheinen da allerdings schon weiter zu sein. Da Rülzheim wohl als eine der ersten Schulen einen neuen Weg beschreitet, wäre das Grund genug, sie als Modellgemeinde auf allen Ebenen entsprechend zu unterstützen.
