KREIS GERMERSHEIM Zügig handeln gegen Covid-19-Infektionen

Die Schulen hätten viel früher Fernunterricht anbieten müssen, sagt die Grünen-Kommunalpolitikerin Sandra Jäger.
Die Schulen hätten viel früher Fernunterricht anbieten müssen, sagt die Grünen-Kommunalpolitikerin Sandra Jäger.

„Die aktuelle Diskussion zur Sicherheit von Schulen in Corona-Zeiten verdeutlicht uns allen, wie wenig die Gesundheit unserer Kinder und ihrer Angehörigen zählt: im Vordergrund steht bei unseren Politikern, einerlei, welch politischer Couleur, offenbar mehr, die Wirtschaft am laufen zu halten und die eine oder andere Wählerstimme abzugreifen.“ Das schreibt Sandra Jäger aus Rülzheim in einer Stellungnahme zu den aktuellen Berichten über die Corona-Pandemie in der RHEINPFALZ. Jäger ist Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsgemeinderat Rülzheim und Mitglied im Verbandsgemeinderat Rülzheim.

Wie sonst könne es sein, so Jäger, dass die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Rehak-Nitsche im Einklang mit SPD-geführtem Bildungsministerium und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) darauf beharrt, dass die Infektionsrisiken in unsern Schulen niedrig seien, obgleich sich die Zahl der infizierten Schüler in Rheinland-Pfalz in den letzten drei Wochen fast vervierfacht (am 29. Oktober gab es 330 infizierte Schüler, am 19. November 1215 infizierte Schüler) habe? Auch verwunderten ihre Aussagen zum Ort der jeweiligen Ansteckungen: „Wie kann man eine Ansteckungsquote von nur 0,54 Prozent in Schulen, von 20 Prozent im privaten Umfeld behaupten, wenn doch bei drei Viertel aller Infektionen der Ansteckungsort gar nicht bekannt ist, in Schulen kaum getestet wird, sondern bei einer bekannten Infektion eines Schülers nur noch die unmittelbaren Sitznachbarn in Quarantäne geschickt werden?“ Wie viele von diesen Ansteckungen im privaten Umfeld würden wohl erst entdeckt, nachdem Covid-19 vom symptomlosen Schulkind aus den Schulen mitgebracht wurde und dann erst beim älteren Angehörigen eine ernstere Erkrankung verursacht habe, fragt Jäger.

Genau so wenig nachvollziehbar ist es für Jäger, wenn seitens der Kreisverwaltung Germersheim nun bekundet wird, dass es nicht in ihren Händen läge, über einen Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht zu entscheiden, sondern das Bildungsministerium hierüber entscheiden müsste. Denn Landrat und erster Beigeordneter hätten es doch noch am gleichen Tag begrüßt, dass die BBS Germersheim-Wörth nun testweise Klassen in den Fernunterricht schickt. „Wenn die BBS Fernunterricht offenbar ganz ohne einheitliche Vorgabe vom Bildungsministerium anbieten kann, warum gibt es dann nicht ähnliche Regelungen oder ein Wechselmodel in anderen Schulen unseres Kreises?“,fragt die Kommunalpolitikerin.

Bei einer weiterhin hohen Inzidenz von derzeit 178,3 im Kreis Germersheim, und damit weit über der Inzidenz von 50, bei der sowohl nach den Empfehlungen des RKI als auch nach dem Warn- und Aktionsplan RLP ein Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht an Schulen vorgeschlagen wird, „würde ich mir von allen Entscheidungsträgern aus allen Parteien deutlich mehr Entschlussfreude und gleichzeitig weniger Schönrederei und Fingerzeige auf mögliche andere Verantwortliche wünschen“, schreibt Jäger. Ein weiteres Abwarten von Land und Kreis werde nur dazu führen, dass sich Covid-19 weiter unter der Bevölkerung verbreite, noch mehr Kranke und auch Todesopfer fordere, und damit Leid in vielen Familien verursache, das man mit zügigem und verantwortungsvollen Handeln hätte verhindern können.

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