Kreis Germersheim Wurst zu fett für Gift-Kontrolle
Sechs Scheiben Fleischwurst, alle etwa einen Zentimeter dick, bedeckt vom Gras und deshalb nicht gleich sichtbar. Einer Anwohnerin fielen die Wurststücke am Mittwochmorgen unter einem Baum und einer Laterne am Hubhofweg nahe des Bienwaldstadions auf. Sie vermutet dahinter Köder für Hunde, die Gift enthalten könnten. Die Polizei bittet die Bürger um Wachsamkeit, kann aber präventiv kaum etwas tun.
„Jemand könnte das Gift auch hineingespritzt haben“, erzählt die besorgte Frau, die namentlich nicht genannt werden will. Bereits vor ein paar Wochen sei in Kandel ein Hund gestorben, Köder sollen eine Rolle gespielt haben, sagt die Tierschützerin. Sie sammelte die Wurst am Mittwoch ein und wollte sie zur Tierärztin bringen, deren Praxis allerdings geschlossen war. Auch die Polizei hat sie informiert, diese solle agieren, bevor Tiere zu schaden kommen. Doch für Dennis Sturm von der Polizeiinspektion in Wörth stellt sich die zentrale Frage: „Wie will man bei so einem Fall gefahrenabwehrmäßig agieren?“ Bislang würden zu selten Vorfälle wie dieser gemeldet. Auch von der angeblichen Hundevergiftung vor ein paar Wochen hatte die Polizei bislang nichts gehört. Einen Fall habe es in diesem Jahr in Kandel gegeben, in dem eine Person wegen ausliegender Hundeköder die Polizei informierte. Ansonsten ist das „Phänomen seit Jahren rückläufig“, sagt Sturm. Herauszufinden, ob die nun gefundenen Wurststücke wirklich Gift enthalten, sei aufwendig. „Aufgrund des hohen Fettgehalts in der Wurst müsste mit einem sehr aufwendigen Analyseverfahren herausgefunden werden, ob darin Gift enthalten ist“, erklärt Sturm. Das sei bei einem Einzelfall nicht verhältnismäßig. „Solange kein Wirbeltier Schaden erlangt, können wir dahingehend nichts machen.“ Hinter solchen Taten stecken „höchstwahrscheinlich Hundehasser“, so Sturm, die sich beispielsweise am Kot der Tiere stören. Untätig bleibt die Polizei dennoch nicht. Sie ermittelt wegen versuchter Sachbeschädigung und verständigte das Ordnungsamt. „Mit dem Ordnungsamt wollen wir uns zeitnah zusammensetzen und die Lage besprechen“, sagt Sturm. Auch die Kandler Anwohnerin will gegen die Hundehasser vorgehen, Tierschutzorganisationen mobilisieren und den Bundestagsabgeordneten informieren. Zu guter Letzt solle jeder Bürger selbst aufmerksam sein und melden, falls er beobachtet, dass jemand Köter auslegt, rät die Polizei. |vku