Kreis Germersheim „Wollen nur in Frieden leben“

Bei der Einwohnerversammlung in Winden (wir berichteten bereits) informierte Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) über die Situation der Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde. Zum Stichtag 1. Dezember seien insgesamt 173 Flüchtlinge, darunter 20 anerkannte Asylbewerber in der Verbandsgemeinde Kandel. Bis Jahresende werde mit circa 203 Flüchtlingen gerechnet.
Nächstes Jahr werden es wohl weitere 250 bis 300. In der Ortsgemeinde Winden seien derzeit zwei Erwachsene und drei Kinder untergebracht, eine Familie in der gleichen Größe kommt Anfang Dezember hinzu. Mike Schönlaub von der Verbandsgemeindeverwaltung erläuterte, dass man derzeit keine Flüchtlinge mehr aus Balkanstaaten bekomme, 90 Prozent der Zugeteilten seien Syrer, die berechtigte Hoffnung auf Anerkennung haben. Auch vereinzelte Somalier, Afghanen und Pakstani wurden noch verteilt. Alle 173 Zuwanderer in der VG Kandel seien bisher in privatem Wohnraum untergebracht, der anzumietende Wohnraum sei aber nahezu erschöpft. „In der Verbandsgemeinde gab es bisher keinerlei Übergriffe oder erhöhte Kriminalität“, erklärte Poß. Eine einzige Stimme aus dem Bereich der Zuhörer kritisierte, dass jetzt Geld da sei, aber bei Schulen und Kindergärten gespart werde, auch würde aus Angst der Martinsumzug in Lichterfest umgetauft und die Kultur gehe verloren. Poß erläuterte, dass der Christkindlmarkt in Kandel auch in diesem Jahr Christkindlmarkt heißen werde. Ratsmitglied Iris Berger entgegnete dem Bürger, dass sich die Flüchtlinge nach einem Tag in Winden schon für die herzliche Aufnahme bedankt haben. „Das erste was sie zu mir gesagt haben war, dass sie keinem zur Last fallen und in Frieden leben wollen“. Dieses Statement wurde mit großer Zustimmung aufgenommen. Ortsbürgermeister Peter Beutel erinnerte zusätzlich an die Geschichte von Winden. Der Ort sei 1650 ausgestorben gewesen, erst durch die Ansiedlung der Hugenotten nach dem Dreißigjährigen Krieg sei das Dorf wieder entstanden. Auch gebe es im Ort viele engagierte Helfer, die Kinder seien vier Tage nach der Ankunft bereits in den Kindergarten gegangen. (arst)