Kreis Germersheim Wochen-Spitzen:

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Pferd möchte man sein. Manchmal wenigstens. So wie die Gäule auf dem Aktivhof in Hatzenbühl. Die bekommen ihr Futter genau dosiert, kein Gramm zu viel, kein Gramm zu wenig. Dafür sorgt ein Mikrochip im Halsband. Deshalb sind die Tiere fit, schlank (für ihre Verhältnisse) und gesund. Und genau darum geht es. Statt lästiger Frühjahrsdiät und Kalorienrechnerei einfach einen Mikrochip um den Hals gehängt wie bei den Pferden – und schon gibt der Kühlschrank keine Kalorie mehr ’raus, als der rundlich-übergewichtigen Gestalt davor gut tut. Genauso funktioniert’s natürlich beim Schokolade-Depot und dem Bierkistenverschluss im Keller. Tja. Wer schön sein will muss leiden. Aber zum Glück können wir ja das Halsband abnehmen, die Pferde nicht. Der Kreis habe, schreibt Beigeordneter Dietmar Seefeldt (CDU) in einer Reaktion auf die Wochen Spitzen „Freie Fahrt, oder?“, nie behauptet, dass kein Geld für eine Verlängerung der S-Bahn bis Wörth da sei. Diese Verlängerung fordert der Fahrgastverband „Pro Bahn“. Er, Seefeldt, habe lediglich festgestellt, dass diese Verlängerung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten würde. Und die Kommunen zusätzlich den Ausbau der Bahnsteige bezahlen müssten. Daraus Abstimmunsprobleme zwischen (CDU-)Spitze der Kreisverwaltung und die beiden CDU-Abgeordneten in Bund und Land zu konstruieren sei nicht richtig. Die Abgeordneten hatten nämlich zeitgleich auf neue Zuschüsse des Bundes verwiesen, und damit zumindest indirekt angedeutet, dass es eine Möglichkeit gibt, den zweistelligen Millionenbetrag zu stemmen. Die Fehlinterpretation liegt also eindeutig auf Seiten der RHEINPFALZ. Die ging nämlich davon aus, dass ein bis über beide Ohren verschuldeter Landkreis gar nicht erst über einen zweistelligen Millionenbetrag für zusätzliche S-Bahn-Züge nachdenkt und auch die Räte der kaum weniger klammen Kommunen beim Gedanken an den Ausbau der Bahnsteige nur müde abwinken. Aber wenn’s mit den Zuschüssen nur ein einstelliger Millionenbetrag wird? Freie Fahrt, oder? Viele der Besucher der Rülzheimer Leistungsschau hatten am Ende eins gemeinsam – einen Eimer. Das Brillenfachgeschäft Müller hatte diese Idee und rote Eimer als Werbung verteilt. In vielen Haushalten im Landkreis dürfte jetzt ein solcher stehen. Meist waren es die Männer, die die am Ende des Besuchs gut gefüllten Eimer stolz trugen. Stellt sich nun die Frage, ob die Herren der Schöpfung wissen, was mit solch einem Putzeimer im Haushalt alles anzufangen ist? Von weiblichen Begleitungen war zu hören: „Ich weiß, wer nachher noch das Bad putzt.“ Dabei hatten sich die Männer schon geopfert und den oft bis zum Rand gefüllten Eimer getragen. Die roten Eimer der Rülzheimer Leistungsschau waren gut sichtbare Farbtupfer, die Mann und Frau gut standen, als sie die Rülzheimer Dampfnudel verließen. Von der RHEINPFALZ ertappt wurden dabei auch vier „schwarze“ Männer, die ihre rote Trophäe aus der Halle schmuggeln wollten. Ein Bundestags- und ein Landtagsabgeordneter sowie ein Kreisbeigeordneter und ein Ortsbürgermeister aus dem Nachbardorf – alles Anhänger der CDU – hatten die roten Eimer in ihren Händen. Auf die Frage, ob schwarz-rot die Vorwegnahme des Wahlergebnisses am 13. März sei, schüttelten alle vier ganz schnell und heftigst die Köpfe. Keiner wollte sich mit dem Gedanken einer großen Koalition anfreunden – ob dabei die gemachten Erfahrungen in Berlin eine Rolle spielen? Verärgert waren viele Germersheimer und Besucher in der Stadt, die am Rhein spazieren gehen wollten und dies durch die Baustelle zur Verschönerung des Rheinvorlandes zwischen den kleinen Industriehafen, der Gaststätte Unkenfunk und der Eisenbahnbrücke nicht konnten. Ein Bauzaun verhinderte den Durchgang zum Rhein. Kurz nach dem Stellen desselbigen haben Zeitgenossen deutlich gemacht, dass sie sich das Recht auf freien Zugang zu ihrem Fluss nicht verwehren lassen und sind über den Deich und einem alten Fußweg zur Eisenbahnbrücke gelaufen. Der Bauzaun am Widerlager der Brücke wurde einfach zur Seite gerückt. Jetzt haben Baufirma, Stadt und SGD wohl dem Druck der Massen nachgegeben. Denn seit Mittwochmorgen gibt es einen planierten Fußweg entlang der Baustelle über eine Wiese zum Rhein. Fußgänger können so wieder von der Gaststätte Unkenfunk bis zum Wasser spazieren. Schön, dass sich jemand – wenn auch verspätet – Gedanken gemacht hat. Dem Druck der Massen sei Dank. Ein schönes Wochenende

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