Kreis Germersheim Wochen Spitzen

Puh. So eine Wahlwoche, die ja ausnahmsweise mit dem (Wahl-)Sonntag anfängt, hat es in sich. Bis tief in die Nacht am Wahlsonntag wird in Amtsstuben von fleißigen Freiwilligen gezählt. Am Montag geht’s vielerorts weiter, und sogar dienstags soll noch gezählt worden sein. Das erzählten jedenfalls Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes, die wie wir in den Redaktionsstuben auf letzte Ergebnisse der Kommunalwahl warteten. Während im Amt mit großer Ruhe auf eine durchaus nicht ungewöhnliche Zähldauer hingewiesen wurde, trieb uns die immer knapper werdende Zeit vor Redaktionsschluss ans Telefon. Und siehe da: So erfahren Verwaltungen, dass sie auch Mehrheitswahlergebnisse ans Landesamt in Bad Ems melden müssen von dem wiederum die Zeitungen ihre Zahlen bekommen. Gesagt. Getan. Ein paar Minuten später sind die Zahlenreihen komplett und geliefert. Von wegen, manche Gemeinden zählen sogar bis mittwochs! Na ja. Manche zählen mittwochs. Aber nicht immer noch, sondern schon wieder. So geschehen in Bellheim, wo bei der Ortsbürgermeisterwahl am Mittwoch ein Stimmbezirk nachgezählt wurde und das neue Ergebnis die Wahl entschied. Statt der für Pfingsten angekündigten Stichwahl hatte das Bierdorf mittwochs schon seinen neuen Ortsbürgermeister. 110 Stimmen hatten schnell einmal die Seiten getauscht. Ob man der Ursache des Zählfehlers jemals auf die Spur kommt? Wahrscheinlich hatte jemand bei der Eingabe der Stimmen zwar nicht „Bahnhof“ verstanden, aber wohl vor jedem „Gärtner“ einen Baum gesehen. Bei Kontrahenten namens „Baumgärtner“ und „Gärtner“ kann das schon mal passieren ... Ehrlich und offen – so tritt den Südpfälzer Pendlern endlich eine Partei in Karlsruhe gegenüber. Und zwar „Die Partei“. Sie sagt, was die Karlsruher wirklich, einzig und allein von den Pfälzern wollen: ihr Geld. Deshalb fordert „Die Partei“, auf der Rheinbrücke eine Mautstelle für Pfälzer Pendler zu errichten. So sollen sie an den Kosten für eine 2. Rheinbrücke beteiligt werden. Die zweite Forderung: „Um für den hart arbeitenden Karlsruher vermeidbare Störungen seiner Nachtruhe zu reduzieren, wird außerdem ein Nachtfahrverbot für KFZ mit den Kennzeichen GER und SÜW erlassen.“ Der Effekt wäre in der Tat beträchtlich: Größere Teile des Karlsruher Nachtlebens würden ohne Pfälzer Kundschaft zu Boden gehen. Ganz schnell wäre Karlsruhe wieder eine verschlafene badische Beamtenstadt.– Aber „Die Partei“ ist ja nur eine Spaß-Truppe und nicht ernst zu nehmen? Abwarten. Sie hat immerhin jetzt einen Sitz im Karlsruher Gemeinderat. Ein schönes Wochenende