Kreis Germersheim Westwall-Weg: Stadt soll Träger werden

Die Stadt Wörth soll die Trägerschaft für den Westwall-Wanderweg übernehmen. Darin sieht Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins Schaidt, Elmar Rinck, die Lösung für das Haftungsproblem. Darin sieht er sich von Landrat Fritz Brechtel (CDU) bestätigt.
Der Westwall-Wanderweg wurde vom Pfälzerwald-Verein eingerichtet und 2004 eingeweiht. Offen ist aber, wer für „walduntypische“ Gefährdungen auf dem Weg haftet. Dazu zählt auch der Aufenthalt an Infotafeln oder das Sitzen auf Bänken. Im Klartext: Wer eine Bank im Wald aufstellt, muss die Bäume um die Bank herum regelmäßig kontrollieren. Sonst muss er zahlen, wenn ein Ast auf einen Besucher fällt. Außerdem kann der Verantwortliche strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden (die RHEINPFALZ berichtete am Dienstag). Für den Westwall-Wanderweg will nun niemand die Verantwortung übernehmen: Der Pfälzerwald-Verein sieht sich überfordert, der Forst darf sich nur um Wege kümmern, die er für seine Aufgaben braucht und auch die Kreisverwaltung winkt ab. Die Stadt Wörth zeigt wenig Neigung, in die Bresche zu springen. Zumal sie vor einigen Jahre bereits einen Trimm-dich-Pfad auf dem Dorschberg abgebaut hat, um bei Unfällen nicht haften zu müssen. Rinck schreibt in einer Stellungnahme dazu: „Nach den von Bürgermeister Seiter zitierten Fällen und der beschriebenen Dilemmata (ein echtes Dilemma wird auch als ausweglose Situation bei einer Entscheidung bezeichnet) könnte man fast Mitleid für die Stadt und deren Verwalter haben.“ Aber so ausweglos sei die Situation ja nicht, meint Rinck: „Vielleicht könnte die Stadt Wörth doch die Trägerschaft übernehmen. Diese ist verbunden mit der Haftungsfrage. Lt. Auskunft von Landrat Dr. Brechtel besteht für die gesetzliche Haftung eine Deckung im Rahmen der kommunalen Haftpflichtversicherung.“ Einige Kommunen im Land übernehmen die Trägerschaft und die Haftpflichtversicherung, so Rinck. Auf das Forstamt Bienwald zielend schreibt Rinck: „Vielleicht könnte auch der Forst die Begutachtung der an den wenigen Info-Tafeln stehenden Bäume dann mitmachen, wenn die vielen Hochsitze bezüglich der Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht inspiziert werden. Wo ein Wille ist bekanntlich auch ein Weg.“ Die freiwilligen Helfer des Pfälzerwald-Vereins haben in den vergangenen Tagen ihre Hausaufgaben gemacht, so Rinck. Sie haben eine „atypische Gefahr“ beseitigt: Die Holzbrücken über den Heilbachweg wurden durch Rohre ersetzt. „Trotz juristischer und bürokratischer Hürden: Den Westwallweg wollen die Bürger!“, schließt Rinck seine Stellungnahme. (lap)