Kreis Germersheim „Weniger Leute, mehr Arbeit“

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Druck machen, um mehr Geld zu bekommen – rund 3000 Arbeiter folgten gestern dem Aufruf der IG Metall zu einer Demonstration in Wörth. Der Mehrzahl scheint dies leicht gefallen zu sein. Denn sie kommt aus dem Daimler-Werk Wörth und fühlt sich seitens der Werkleitung zur Zeit besonders unter Druck gesetzt.

„Immer mehr schaffen, immer weniger Leute“, sagte zum Beispiel ein 31-Jähriger: „Wir sind durchgehend ausgelastet, keiner kann Freischichten nehmen und Überstunden abfeiern, kein Urlaubsabbau ist möglich.“ Seitdem die Verträge der Leiharbeiter zum Jahresende nicht mehr verlängert wurden, reiche die Personaldecke „gerade so“. Selten, dass mal einer einen Tag frei bekomme: „Da muss man dann schon drum kämpfen.“ „Viel Stress. Viel Arbeit“, sagt ein 55-Jähriger und bekräftigt: „Immer weniger Leute, immer mehr Arbeit.“ Leiharbeiter seien in seiner Abteilung noch beschäftigt. Im Global Logistic Center Germersheim gehe es genauso zu: „Immer mehr Leute kommen aus der Gruppe raus. In der Folge muss der Einzelne immer mehr machen. Man kommt kaum noch dazu, aufs Klo zu gehen“, so ein 40-Jähriger. Die Änderungen „kommen manchmal schlagartig, das wird einfach verkündet“, klagt er. Alle zwei Wochen werden die Zeiten neu festgelegt: „Die Tendenz ist immer weiter nach unten.“ Überall werde gespart: „Die Renditen steigen, irgendwo muss das ja herkommen.“ „Es geht eigentlich“, meint dagegen ein 48-Jähriger mit Blick auf seinen Arbeitsplatz. Die Klagen seiner Kollegen kann er aber offensichtlich verstehen: „Am Band und bei den Kleinteilen ist der Takt schon dicht.“ Die Auftragslage sei wieder besser. Deshalb macht er sich Hoffnungen für die laufenden Tarifverhandlungen: „Jetzt hoffen wir mal, dass es mehr Geld gibt.“ (lap)

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