Kreis Germersheim Wellen werden mit Luft gemacht

Wörth. Hinter die Kulissen des Badeparks Wörth konnten am Samstag 15 Leser schauen. Sie hatten sich für die Sommeraktion der Germersheimer Rundschau beworben und konnten so erfahren, wie viel Aufwand nötig ist, um ein Schwimmbad dieser Größe zu betreiben. Für einige Teilnehmer war es der erste Besuch im größten Freibad der Region.
Die Zahlen lieferte Volker Knoll zu Beginn der Führung: der Badepark hat eine Gesamtfläche von 12 Hektar. Die Wasserfläche beträgt 3000 Quadratmeter bei einem Volumen von 5000 Kubikmetern. Alleine das Schwimmerbecken fasst 1.475.000 Liter Wasser. „Es dauert etwa vier Tage, um das Becken zu füllen“, erklärt Knoll, der stellvertretende Betriebsleiter und Schwimmmeister im Badepark ist. Auch das Leeren des Beckens sollte mit Geduld angegangen werden – drei Tage wären dafür angedacht. Die Becken sind aber natürlich derzeit gefüllt. Und während sich auch das gesamte Gelände mehr und mehr mit Menschen füllt, steigen die Teilnehmer der Führung über eine Treppe hinab in die unterirdischen Gänge, die Katakomben des Badeparks. Gemeinsamen mit den Auszubildenden Rebecca Geißer und Max Zimmermann führt Knoll die Gruppe vorbei an Pumpen in Richtung des Wellenbeckens und erklärt dabei die Funktion der Schwallwasserbehälter, eine Art Zwischenspeicher, in den das Wasser läuft, das zum Beispiel durch die Badegäste in den Becken verdrängt wird. Dann wird die Funktion der Wellenmaschine erklärt. Für den 13-jährigen Christoph aus Hagenbach ist diese Station besonders spannend. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Wellen mit Hilfe von Luft gemacht werden.“ Der Schüler besucht öfter den Badepark Wörth. Aber die Besichtigung der unterirdischen Anlagen ist eine ganz neue Erfahrung – und eine laute, besonders als Knoll die Wellenmaschine einschaltet. Normalerweise werden diese stündlich angeboten, an besonders besucherstarken Tagen alle 30 Minuten. Weiter geht es vorbei an vielen Rohren und auch auch mal darüber hinweg. Für Heino Bader aus Landau wirkt das ganze etwas durcheinander. Für Knoll und seine Kollegen jedoch gar nicht. Sie wissen, wo jedes Rohr hinführt und welchem Zweck es dient. Nach einer Besichtigung des 2009 erneuerten Heizraumes und der von den Pfalzwerken betriebenen Holzschnitzel-Kraftwerkes erklärt Rebecca, derzeit im dritten Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Bäderbetriebe, die Mess- und Regel-Anlagen, die unter anderem den PH-Wert des Wassers oder auch die nötige Chlormenge bestimmen. Viele kleine Displays und Kontrolllämpchen zeigen aktuelle Werte. Heutzutage gibt es aber natürlich auch eine Schnittstelle ins Internet, so dass Knoll die Werte auch auf dem Mobiltelefon oder am Computer einsehen kann. Dreimal täglich wird das Wasser aber auch von Hand direkt aus allen Becken entnommen und untersucht – sicher ist sicher. „Ein Schwimmbad ohne Mess- und Regeltechnik ist heute gar nicht mehr vorstellbar“, erklärt Knoll. In einer Saison verbraucht der Badepark etwa 6000 Liter Chlorgas. „Hat das Wasser Trinkwasserqualität?“, möchte ein Teilnehmer wissen. Knoll kann dies bestätigen. Ansonsten interessiert die Teilnehmer auch viel rund um die Kosten des Betriebes. Für die „Schwarze Null“ müssten während der Freibadsaison etwa 200.000 Besucher nach Wörth kommen. Dies wurde etwa im Jahr 2003 erreicht. Der hunderttausendste Besucher der aktuellen Saison wurde in der vergangenen Woche begrüßt. Das Gelände kann etwa 12.000 Menschen aufnehmen. Und es gab durchaus schon Tage mit 10.000 Besuchern. Diese kommen auch aus weiteren Entfernungen. Gerade französische Gäste fahren auch mal bis zu 150 Kilometer für einen Tag im Badepark. „Im Elsass gibt es keine Anlagen dieser Größe“, erklärt Knoll. Damit das alles funktioniert, müssen natürlich auch die Mitarbeiter da sein. 24 Festangestellte arbeiten hier. „Hier gefällt es mir. Ich gehe davon aus, dass ich demnächst hier mal her komme“, kündigt Teilnehmerin Gudrun Köhler aus Lustadt an. Im Badepark war sie an diesem Tag zum ersten Mal.