Kreis Germersheim „Weihnachten im Einsatz ist intensiver“

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Germersheim/Kahramanmaras. Während man sich in Deutschland morgen „frohe Weihnacht!“ wünscht und beschert, hoffen Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz auf eine stille und vor allem friedliche Nacht. Einer von ihnen ist Stabsfeldwebel Frank Bitter vom Luftwaffenausbildungsbataillon in Germersheim. Seit Mitte Juni ist er im türkischen Kahramanmaras im Einsatz. Als Kompanie- und Kontingentfeldwebel ist der 52-jährige geschiedene Vater eines Kindes verantwortlich für alle internen organisatorischen Abläufe im Einsatzkontingent. Herr Bitter, hat man während der Adventszeit im Einsatzgebiet überhaupt die Zeit an Weihnachten, das Fest des Friedens zu denken? Das Thema „Weihnachten“ spielt hier für mich eine eher untergeordnete Rolle. In der Türkei hat die Weihnachtszeit im Allgemeinen keine große Bedeutung und man hat nicht diese Reizüberflutung wie in Deutschland oder Europa, welche vor allem durch die Medien in der öffentlichen Wahrnehmung begründet sind. Zudem fordert der Dienst hier, gerade jetzt zum Ende des Einsatzes zum Ende des Jahres, die ganze Konzentration: Abläufe ändern sich ständig, der permanente Rückbau von Computern oder Telefonen erschwert die Kommunikation untereinander, und die Soldaten sind mit den verschiedenen Aufgaben und Aufträgen sehr gefordert. Zudem verlegen bereits viele Soldaten wieder nach Deutschland zurück, sobald sie nicht mehr für die verbleibenden Wochen im Einsatz benötigt werden. Um ein bisschen Weihnachtsstimmung zu genießen, haben wir in unserem Büro einen Adventskranz aufgestellt, zünden Duftkerzen an und genießen, wenn es die Zeit erlaubt, unsere typischen Weihnachtssüßigkeiten, die wir von zu Hause geschickt bekommen. Und wenn möglich hören wir ab und zu Weihnachtslieder über das Internet. Spricht man im Einsatz mit Kameraden über das „frohe Fest“, über Glaube, Gott? Da ich für das hier über Weihnachten verbleibende Personal eine Weihnachtsfeier organisiere, ist das „Fest“ natürlich auch in den Gedanken präsent. Wir verspüren „haut nah“ die offensichtlichen Unterschiede zwischen Islam und Christentum. Deswegen ist natürlich auch des Öfteren Religion und Glaube ein Gesprächsthema. Es gibt in unserem Camp jeden Sonntag die Möglichkeit zum Besuch eines Gottesdienstes mit unserem deutschen Militärpfarrer. Ferner können wir in unserer Freizeit die größte Moschee in Kahramanmaras besuchen; ein imposantes Bauwerk, das für circa 10.000 Gläubige die Möglichkeit zum Beten bietet und uns einen Einblick in eine andere Religion ermöglicht. Unsere muslimischen deutschen Kameraden nutzen diese Möglichkeit zum Gebet regelmäßig. Was ist das für ein Gefühl, wenn man die Weihnachtstage ohne Familie, Freunde so fern der Heimat verbringen soll? Ich bin bereits zum sechsten Mal in einem Auslandseinsatz, vier davon habe ich Weihnachten im Einsatzland verbracht, zum Beispiel in Afghanistan und im Kosovo. Für mich persönlich ist es ein anderes, intensiveres Weihnachten, nicht so kommerziell ausgerichtet, sondern eher in sich gekehrt, ruhig und (hoffentlich) friedlich. Neudeutsch „back to the roots“. Und natürlich vermisst man Freunde und Familie umso mehr ... Eine Bescherung in diesem Sinn wird es nicht geben. Ich werde allerdings meine Mutter am 24. Dezember anrufen. Sie leidet am meisten unter der Trennung durch den Einsatz. Wie wird denn Weihnachten im Einsatz gefeiert? Ich werde eine kleine Weihnachtsfeier für die Soldaten, die Weihnachten hier verbringen, organisieren. Wir werden ein schönes Essen, in einem dafür eigens geschmückten Raum haben. Die Ministerin, die Einheiten im Heimatland und der Bundeswehrverband haben uns dafür schon mit Geschenken bedacht, die dann an Heilig Abend verteilt werden. Lassen Sie es an Silvester krachen, also mit Feuerwerk und einem Glas Sekt? Ich hoffe, dass der Einsatz an Silvester für das deutsche Einsatzkontingent bereits beendet ist und alle gesund und munter zu Hause den Jahreswechsel feiern können! Ein besonderer Gruß geht an alle Kameraden und Kameradinnen an meinem Heimatstandort Germersheim sowie an meine Freunde und Familie ... Ich wünsche allen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest!

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