Kreis Germersheim „Weg vom Stammtisch“

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Wörth. „Weg vom Stammtisch“ – so lautet eine Parole von Bernhard Schweickert. Der 62-Jährige tritt als Einzelbewerber „parteifrei“ zur Wahl des Wörther Bürgermeisters am Sonntag, 13. März, an. Eines seiner Ziele: Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung.

Wählen gehen solle auch, wer mit allen Kandidaten nicht einverstanden ist, so Schweickert. Dann könne man ja den Stimmzettel ungültig machen: „Auch das stärkt die Demokratie“, findet Schweickert. Er werde die 135 Bürger auf seiner Unterstützerliste anschreiben, um sie zu bewegen, selbst jeweils zwei weitere Bürger zur Wahlteilnahme zu animieren. Die Demokratie stärken – das ist offenbar auch Schweickerts Hauptmotiv, sich als dritter Bewerber der Bürgermeisterwahl zu stellen. Er sei verwundert gewesen, dass weder Grüne noch FDP einen Kandidaten stellen, sagt Schweikert. Das sei so, als wenn bei den Fußballweltmeisterschaften oder der Olympiade nur noch Länder teilnehmen, deren Vertreter eine Chance auf einem Platz auf dem Siegertreppchen haben, vergleicht er. Deshalb gehe es darum „Verantwortung in der Demokratie zu übernehmen“, sagt Schweickert. Eben weil er nicht nur Stammtischreden schwingen wolle, trete er als Kandidat an. Dies mache er nicht zum ersten Mal: Bereits vor zehn Jahren habe er einen Anlauf unternommen. Damals sei er aber noch berufstätig gewesen – der frischgebackene Rentner arbeitete als Coach und Trainer für eine Versicherung – und es sei zeitlich schwer gefallen, die nötigen Unterstützerunterschriften zusammen zu bekommen. Nach zehn bis 15 Unterschriften habe er damals aufgegeben. Wenn er Bürgermeister der Stadt Wörth werde, wolle er zunächst vor allem den Bürgern zuhören, sagt Schweickert. Erst wenn man wisse, was die Bürger wollen, sei es sinnvoll, konkrete Projekte zu entwickeln. Bei den Mitarbeitern der Verwaltung wolle er bisher verborgene Potenziale heben: „Wer innerlich gekündigt hat, soll sich von seiner Kündigung wieder verabschieden.“ Gefragt seien beide Seiten: Bürger sowie Politik und Verwaltung. Als in seiner Nachbarschaft Flüchtlinge eingezogen sind, sei er nicht informiert worden, wer da kommt, kritisiert Schweickert beispielsweise. Aber er habe sich nicht zurückgezogen, sondern die neuen Nachbarn mit Brot und Salz begrüßt. Jetzt wisse er, dass in dem Haus eine syrische Familie lebe, sagt Schweickert.

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