Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Einbahnstraße in der Landauer Straße nicht kommt

Das Bild zeigt den Einmündungsbereich in die Landauer Straße. Es geht eng zu, bisher war hier jedoch kein Unfallschwerpunkt beme
Das Bild zeigt den Einmündungsbereich in die Landauer Straße. Es geht eng zu, bisher war hier jedoch kein Unfallschwerpunkt bemerkt worden.

Wird der südliche Teil der Landauer Straße in Kandel zur Einbahnstraße? Nein, sagt der Stadtrat. Das sorgt weiter für Diskussionen. Im Fokus dabei: der „einspurige“ Gehweg.

Die Idee, den südlichen Teil der Landauer Straße, von der Marktstraße bis zur Hauptstraße, in eine Einbahnstraße umzuwandeln, ist vom Tisch. Der Straßenbereich soll deshalb auch weiterhin mit nur einem Gehweg ausgebaut werden, wie jetzt vom Stadtrat einstimmig beschlossen wurde.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Befürchtung, mit einer durchgängigen Einbahnstraßenregelung in der Hauptstraße, der Marktstraße und nun auch noch im unteren Teil der Landauer Straße zu viel Verkehr in andere Wohngebiete zu leiten und deren Anwohner damit noch stärker zu belasten.

Bisher gibt es im unteren Teil der Landauer Straße nur auf deren Ostseite einen etwas breiteren Gehweg. Bei einer Einbahnstraßenregelung hätte man auf beiden Seiten Gehwege zum Schutz der Fußgänger anlegen können.

Autos müssten Umweg fahren

Wie sich der Verkehr nach der Einführung einer Einbahnstraßenregelung auf die umliegenden Gebiete verteilen würde, hatte das Büro Modus Consult aus Ulm untersucht. Nach dessen Erhebungen hätten täglich zwischen 600 und 900 Fahrzeuge, die bisher von der Saarstraße kommend links in die Landauer Straße abbiegen, einen anderen Weg nehmen müssen. Befürchtet wurde, dass viele dann über den Höhenweg, die Sonnenblumenstraße, den Veilchenweg und die Guttenbergstraße gefahren wären, um anschließend in den nördlichen Teil der Landauer Straße wieder einzubiegen.

Nach der Stellungnahme der Verkehrsbehörde hätte der Weg in den Stadtteil Minderslachen zwei Minuten länger gedauert. Außerdem hätte man drei Ampeln passieren müssen, bisher ist nur eine zu beachten. Auch wäre die Verkehrsbelastung in der Marktstraße größer geworden, vor allem im Bereich der Grundschule.

Bisher habe man laut Behörde auch keinen Unfallschwerpunkt in der Landauer Straße feststellen können. „Eine Gehwegseite ist aus unserer Sicht in Anbetracht der Vor- und Nachteile zumutbar.“ Das schreibt die Verkehrsbehörde, die auch darauf verweist, dass die Fußgänger schon ab der Ampel Wasgaustraße/Landauer Straße die Möglichkeit hätten, einen breiteren Gehweg auf beiden Straßenseiten zu benutzen.

Mehr Verkehrsbelastung im Neubaugebiet?

Wie der Vorlage der Stadtratsitzung zu entnehmen ist, hatte bereits der Ausschuss für Stadtentwicklung gegen die Einbahnstraßenregelung gestimmt. Nur ein Ausschussmitglied hatte sich dafür erwärmen können. Als Grund für die Ablehnung wurden die Befürchtung genannt, im Neubaugebiet K2 noch mehr Verkehrsbelastung hinnehmen zu müssen. Modus Consult hatte in seiner Erhebung allerdings von einer „gebietsverträglichen“ Verkehrsmenge von „bis zu 3300 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden“ berichtet – bei einem Anteil des Schwerverkehrs von rund zwei Prozent.

Der überwiegende Teil, so die Verkehrserhebung, sei wohl Quell- und Zielverkehr. Das habe man an den Kennzeichen abgelesen, so Modus Consult.

Gerade an dieser Erhebung aber hatte ein Bürger seine Zweifel. Er meldete sich in der Einwohnerfragestunde, die schon zu Beginn der Sitzung stattfand, zu Wort und gab zu bedenken, dass viele Fahrzeuge mit GER-Kennzeichen auch aus den Nachbarorten von Kandel kommen und somit nicht als Quell- und Zielverkehr den Bewohnern von K2 zuzuordnen seien.

Nachdem das Thema „Einbahnstraßenregelung“ vom Tisch ist, erklärt CDU-Ratsmitglied Judith Vollmer, gelte es jetzt, ganz konkrete Sicherheitsmaßnahmen für die Fußgänger zu schaffen – vor allem bei den Übergängen von Zeppelin-, Goethe- und Guttenbergstraße, an der Abzweigung Hauptstraße/Landauer Straße und auch im Bereich des Überganges vom Hubhofweg über die Saarstraße.

„Den Worten meiner Vorrednerin habe ich nichts mehr hinzuzufügen“, sagt Martin Lind von den Grünen. Die Fußgänger kämen immer wieder zu kurz.

Mehr zum Thema
x