Kandel
Waldjugendspiele: Welche Aufgaben die Grundschüler bewältigt haben
Mit großer Begeisterung bei der Sache waren am Mittwoch Schülerinnen und Schüler aus 22 dritten Klassen von Grundschulen aus dem südlichen Teil des Landkreises Germersheim. Sie hatten sich zur Teilnahme an den Waldjugendspielen gemeldet, die bei der Grillhütte beim Kandeler Waldschwimmbad durch das Forstamt Bienwald und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gemeinsam mit der Stadt Kandel immerhin schon zum 39. Male veranstaltet wurden.
Die Idee dahinter: bei den Mädchen und Jungen schon im frühen Alter Verständnis für den Wald als Teil der natürlichen Umwelt zu wecken und ein positives Umweltbewusstsein zu fördern. Nicht theoretisch, sondern ganz praktisch – vor Ort, im Wald und mit Aufgaben, die nicht nur Köpfchen, sondern auch körperliches Geschick erforderten. Zwölf Stationen waren von den Mitarbeitern des Forstamts aufgebaut worden, und dies gleich zweimal, denn die Klassen wurden auf zwei verschiedenfarbig markierte Parcours geschickt.
Fühlkästen im Einsatz
Zunächst waren Waldbäume zu erraten, dann in Fühlkästen Gegenstände zu ertasten. Dass der Wald ein hervorragender Wasserspeicher ist, wurde den Kindern ebenso bewusst gemacht wie andere Funktionen des Waldes. Und beim Spiel mit einem nassen Schwamm fanden die Kinder heraus, dass Wasser in einem mäandernden Flussbett länger im Wald verbleibt, als wenn es einen geraden Weg nimmt.
Auch mit dem Begriff der nachhaltigen Waldbewirtschaftung wurden die Kinder erstmals konfrontiert: Für jeden Baum, der gefällt wird, muss ein neuer nachwachsen, und dazu braucht er eine bestimmte Zeit. Welchen fällt man also zuerst und welchen lässt man noch etwas stehen? Das war nicht gerade die leichteste Aufgabe! Wie aus einem Baum ein Frühstücksbrett wird, konnte anhand von großformatigen Bildern nachvollzogen werden. Dabei galt es, die richtige Reihenfolge herauszufinden, vom Samen bis hin zum Brettchen, das irgendwann auch mal wieder verbrannt werden kann.
Viel Lob für die Ausrichter
Begleitet wurden die Klassen nicht nur von ihren Lehrkräften, sondern auch von Forstpaten, die sie zu jeder Station führten – darunter Jürgen Eckert und Markus Grehl, der für die Waldjugendspiele gern seinen „Ruhestand“ unterbrach. Forstmännern wie Klaus Wüst, Horst Heilmann oder Johannes Becker machte es sichtlich Spaß, den Drittklässlern die Aufgaben zu erklären und zu erleben, wie sie um richtige Lösung rangen.
Begeistert von den Waldjugendspielen war auch Heidi Untch aus Kandel, die als Mutter die Klasse ihrer Tochter begleitete. Sie war voll des Lobes für das Angebot und die „großartige Vorbereitung“. Wie Förster Rüdiger Sinn erklärte, musste für die Sicherung der beiden Parcours unter anderem ein Baum gefällt werden, weil es Zweifel an seiner Standfestigkeit gab. Für die Wartezeit bis zur Siegerehrung war eine 13. Station aufgebaut, die die Wald-Aktiv-Gruppe der Südpfalzwerkstatt der Lebenshilfe in Offenbach betreute – mit Verstärkung von der Jugendpflege der Verbandsgemeinde Kandel.
Späher und Detektive
Deren Bürgermeister Mike Schönlaub (SPD) konnte mit Kandels Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) und Stadtwald-Revierförster Bernd Müller schließlich die Belohnung der teilnehmenden Klassen vornehmen. Je nach erzielter Punktzahl und unter Berücksichtigung der benötigten Zeit an den Stationen wurde eine Bewertung vorgenommen, die landeseinheitlich ist. Die Aufgaben sind es ebenso. Klassen dürfen sich jetzt „Waldspäher“ und – die noch besseren sogar – „Walddetektive“ nennen.
Im Parcours A belegte die Klasse 3b der Hainbuchenschule Hagenbach den ersten Platz vor der St. Nepomuk-Grundschule aus Schaidt und der Tullaschule aus Maximiliansau. Im Parcours B siegte die Grundschule Steinweiler vor der 3d der Wendelinus-Schule in Hatzenbühl und der 3b der Grundschule Minfeld. Die beiden Siegerklassen dürfen einen Tag im Fun-Forest-Park in Kandel oder im Landauer Zoo verbringen.