Kreis Germersheim Wörth: Schulen fürchten Verlegung der Sportanlagen
Wörth: Die Schulen auf dem Dorschberg fürchten die Verlegung der städtischen Sportanlagen an den Schauffele-See, weil die eigenen Schulsportanlagen viel zu klein sind und der Weg zum See zu weit ist. Eine Sporthalle auf dem Schulgelände fehlt komplett. Rund 3000 Schüler sind betroffen.
Die Leiter der Schulen auf dem Dorschberg sehen eine ins Auge gefasste Verlagerung der städtischen Sportanlagen an den Schauffele-See skeptisch. Der Grund: Schon heute reicht der Platz kaum für den Sportunterricht. „Wir haben gelernt, mit den Gegebenheiten auszukommen, haben uns etwas zurecht gestrickt und jetzt schneidet man uns da Löcher hinein“, befürchtet Birgit Weisser, Leiterin des Europa-Gymnasiums. Im städtischen Stadion auf dem Dorschberg werden bei schönem Wetter fünf bis sieben Klassen gleichzeitig unterrichtet, so die Beobachtung von Daniela Micek, Sportlehrerin und Didaktische Koordinatorin an der IGS (rund 850 bis 900 Schüler). Auf der Kreissportanlage am Schulzentrum können ihrer Schätzung nach maximal vier Klassen unterrichtet werden – und zwar auch nach der von der Stadt Wörth vorgeschlagenen Sanierung. Die Kreissportanlage müsste also erweitert werden – falls das möglich ist. Denn das Gelände grenzt an einen tief eingegrabenen Bachlauf und an ein Feld mit Keltengräbern. Einen Transport der Schüler zum Schauffele-See sehen die Schulleiter skeptisch, weil die Wegezeiten zu lang sind. Zu Fuß dauern Hin- und Rückweg 40 bis 45 Minuten. Mit der Stadtbahn bräuchten die Schüler ähnlich lange, je nach Uhrzeit einige Minuten weniger oder sogar mehr – Fahrzeiten und Unterrichtszeiten sind nämlich nicht aufeinander abgestimmt. Mit Bustransporten haben alle Schulen offenbar schon schlechte Erfahrungen gemacht, außerdem seien sie nicht finanzierbar, so Jörg Engel, Leiter der IGS.
Angewiesen auf die Sportanlagen
Dieser Meinung ist offenbar auch der verantwortliche Schulträger, der Landkreis. „Der Landrat hat gesagt, Beförderung geht nicht“, sagt Rainer Sprotte, Leiter der Berufsbildenden Schule (Außenstelle Wörth: rund 850 Schüler). Wobei Sprotte eine Idee hat, wie die Situation für alle Schulen entspannt werden könnte: Auf dem Gelände der Berufsschule ist Platz für eine große Sporthalle. Deren Bau war in der Vergangenheit sogar einmal geplant. Als Kosten wirft Sprotte spontan 5 Millionen Euro in den Raum. Das Geld sollte da sein, meint er. Im Hinterkopf hat er dabei wahrscheinlich die Summen, die der Landkreis zur Zeit für seine Integrierten Gesamtschulen (IGS) investiert. Das sind rund 10,2 Millionen Euro in Rheinzabern, 17,6 Millionen Euro in Rülzheim und rund 20 Millionen Euro für die IGS Wörth. Angewiesen auf die Sportanlagen in Wörth sind rund 3000 Schüler: Rund 1150 am Europa-Gymnasium, das auch einen Leistungskurs „Sport“ hat, rund 850 bis 900 an der IGS, etwa 850 an der Berufsbildenden Schule und rund 250 an der Grundschule. Die Elternbeiräte der Schulen haben sich wie die Schulleitungen gegen eine Schließung beziehungsweise Verlagerung der bestehenden Sportstätten erklärt. Ihre Begründung: „Das Problem der Erreichbarkeit lässt sich nicht zufriedenstellend lösen.“ Deutlich erkennbar ist übrigens das Bemühen der Schulleitungen, nicht in die heftige, entlang parteipolitischer Grenzlinien verlaufende Diskussion in der Wörther Kommunalpolitik verwickelt zu werden. „Wir vertreten die Interessen unserer Schulen“, sagt Engel und gibt auch zu verstehen, dass die durchaus relevant sein sollten: „Die Halle wird acht Stunden am Tag von den Schulen genutzt und vier Stunden von den Vereinen.“