Kreis Germersheim Wörth oder Kandel – ein Freibad ist genug!?

Im Jahr 2016 gab es so viele Badetote wie lange nicht mehr. Folglich fordert die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), dass Kinder unbedingt schwimmen lernen müssen. Dafür sollte eine optimale Ausgangslage geschaffen werden. Dazu gehört ein Schwimmbad in der Nähe. Im Kandeler Waldschwimmbad werden jedes Jahr verschiedene Schwimm- und Tauchkurse angeboten. Die Bedingungen für Familien sind optimal: niedrige Eintrittspreise, ein frisch sanierter Spielplatz, ein im nächsten Jahr frisch saniertes Kiosk. Vor allem aber ist das Bad übersichtlich. Mit drei Becken, darunter einem Nichtschwimmer- und einem Babybecken, ist das für Familien ein Vorteil, die es lieber klein haben wollen. Übersichtlichkeit ist also die große Stärke des Waldschwimmbads, von der nicht nur Familien profitieren. Viele Dauerkartenbesitzer besuchen das Bad, um Sport zu treiben. Sie wollen einfach nur schwimmen. Für sie hätte das Kombibad in Wörth mehrere Nachteile: Der Eintritt wäre unverhältnismäßig hoch. Bei einer Stunde Schwimmen lohnt sich das kaum. Zudem steht der Aufwand, nach Wörth zu fahren, für alle Kandler, Minfelder, Steinweilerer, Windener und Freckenfelder in keinem Verhältnis zu einer Stunde Schwimmen. Viele würden den Kosten-Nutzen-Faktor überdenken und sich andere Möglichkeiten überlegen, wie sie Sport treiben können. Für sportliche aktive Menschen der Verbandsgemeinde wäre es erheblich schwieriger, im Sommer spontan eine Runde schwimmen zu gehen. Nicht alle älteren Menschen haben ein Auto und selbst mit dem Fahrrad dauert es einiges länger. Obwohl die Verbandsgemeinde Kandel einen ausgeglichenen Haushalt hat, könnte an anderen Ecken und Enden gespart werden. Das gut besuchte Waldschwimmbad Kandel zu schließen, gehört definitiv nicht dazu. Zudem das Kandeler Waldschwimmbad auch für die Stadt und den Tourismus förderlich ist. Viele Besucher kommen von weiter her, zum Beispiel aus dem Elsass.