Kreis Germersheim
Wörth: Die Senioren beim TV 03 sind noch immer mit der Hand am Ball
Als Jugendliche haben sie selbst Handball gespielt. Als Erwachsene trainieren sie den Nachwuchs für Olympia und führen ihn zu Meisterschaften, leiten Oberliga-Spiele oder stehen als Schiedsrichter auf dem Platz. Die RHEINPFALZ hat mit den aktiven Senioren des TV Wörth gesprochen.
„90 Jahre und immer noch am Ball“ hieß das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Handballabteilung des TV 03 Wörth. „1929 beginnt der offizielle Handball im TV Wörth. Beim Gauturnfest tritt die erste Handballmannschaft an“ – steht es in der Wörther Sportgeschichte von Günther Bähr geschrieben.
Von diesen Recken lebt niemand mehr. Aber es gibt mehrere Mitglieder der Abteilung, die in den 60er-Jahren zum Handballsport kamen und heute noch für den Verein tätig sind. Die Rheinpfalz unterhielt sich mit Günther Bähr, Rolf Beyerle, Werner Pfirrmann, Volker Pfister und Günter Zapf.
Außer Werner Pfirrmann hatten alle als Kinder mit dem Turnen begonnen, ehe Rolf Beyerle und Günter Zapf ab 1960 bereits zum Handball kamen und in der D-Jugend – damals die jüngste – spielten. Dann kamen auch Günther Bähr, Werner Pfirrmann und Volker Pfister zum Handball dazu. Alle haben parallel zum Hallenhandball auch noch den Feldhandball im Großfeld in der Jugend und als Aktive erlebt. Natürlich denken sie besonders gerne an die späteren Aufstiege von der Verbands- über die Ober- bis in die Regionalliga mit Wolfgang Heckmann als Trainer zurück. In den 80er-Jahren gab es dann internationale Spiele gegen die Nationalmannschaften aus Russland, Japan oder den USA.
Günther Bähr
Der 65-jährige Günther Bähr spielte bis Mitte der 80er-Jahre in der ersten Mannschaft und danach noch in der zweiten Mannschaft. Er war auch Trainer der ersten Mannschaft. Außerdem war er dreimal mit der Schulmannschaft der IGS Kandel im Handball-Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin. Die Mannschaft der damaligen Regionalen Schule betreute er, als sie Rheinland-Pfalz-Meister wurde. Zuletzt verfasste er die Wörther Sportgeschichte. „Ich freue mich schon, wenn ich wieder ins Trainergeschäft einsteigen werde“, erzählt Bähr, der auch fünf Jahre Vorsitzender des Gesamtvereins TV Wörth war.
Rolf Beyerle
Der noch 67-jährige Rolf Beyerle war bis Ende der 80er-Jahre in der ersten Mannschaft als Kreisläufer eingesetzt, bevor er Spielertrainer der dritten Mannschaft wurde. Jahrelang trainierte er Jugendmannschaften bis zum Ende der 90er-Jahre. „Dabei führte ich zum ersten Mal eine Wörther Jugendmannschaft zur Südwestdeutschen Meisterschaft, als wir die Meister aus Hessen, dem Saarland und aus Rheinhessen besiegt haben. Im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft unterlag meine Truppe dem späteren Meister OSC Rheinhausen“. Zudem war Beyerle 40 Jahre in der Vorstandschaft tätig und übte das Amt des Jugendleiters aus. Jetzt ist der Bäckermeister immer noch für das leibliche Wohl bei allen Veranstaltungen der Abteilung zuständig.
Werner Pfirrmann
Der 63-jährige Werner Pfirrmann war hauptsächlich Spieler und Spielertrainer der zweiten Mannschaft bis in die Verbandsliga. „Einige Jahre war ich auch als Spieler in der ersten Mannschaft. Danach habe ich etliche Jahre Jugendmannschaften trainiert – vor allem weibliche, mit denen ich auch Südwestmeister wurde.“ 25 Jahre gehörte er dem Vorstand an und war Spielleiter. Jetzt ist er immer noch als Co-Trainer tätig und ist für das bei Heimspielen erscheinende „Handball aktuell“ verantwortlich.
Volker Pfister
Bis 1985 war der 65-jährige Volker Pfister als Torwart und Rechtsaußen in der ersten Mannschaft aktiv, bevor er in der zweiten und dritten Mannschaft mitmischte. Nach auswärtigen Trainerstationen kam er nach Wörth zurück, wo er auch schon die D- und B-Jugend trainiert hatte. „1982 übernahm ich die männliche C-Jugend und belegte mit ihr den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Diesen erreichten wir auch 1984/85 mit der neuen C-Jugend.“ Später betreute er noch weibliche Jugendmannschaften. Im Verein war er als stellvertretender Jugendleiter tätig. Seit 1972 ist er Schiedsrichter und war bis in die damals zweithöchste Klasse, die Regionalliga tätig. Heute noch leitet er Spiele in der Oberliga.
Günter Zapf
Günter Zapf (67) spielte bis Mitte der 70-er Jahre in der ersten Mannschaft. Anschließend war er jahrelang als Spielertrainer der zweiten Mannschaft tätig, bevor er noch einmal zwei Jahre in der ersten aktiv wurde. „Bis heute bin ich Jugendtrainer mit vielen Erfolgen.“ Er trainierte auch seine Töchter, wobei es Marlene bekanntlich in die Nationalmannschaft schaffte. Später war er auch für Carla Schmitt, die Jugendnationalspielerin zuständig. Schulmannschaften der Regionalen Schule Wörth und der IGS Kandel hörten auf seine Anweisungen. Viele Jahre war er auch in der Vorstandschaft dabei und als Schiedsrichter unterwegs.