Kreis Germersheim Wörth: Brücke über Ostern gesperrt

Am Wochenende wird unter dem Zelt auf der Rheinbrücke wieder betoniert. Foto: Win
Am Wochenende wird unter dem Zelt auf der Rheinbrücke wieder betoniert.

Am Wochenende wird die Rheinbrücke von Freitagnacht bis Montagfrüh zum zweiten Mal voll gesperrt: In der Nacht von Freitag auf Samstag, 19./20. April, 0 Uhr, bis Montag, 22. April, 5 Uhr. Die Erfahrungen der ersten Sperrung am vergangenen Wochenende lassen nichts dramatisches befürchten – wenn nicht wieder ein einzelner Fahrer durchdreht.

Autofahrer gefährdet Familie



Ein Smart-Fahrer mit Germersheimer Nummernschild auf Abwegen gehörte zu den größeren Aufregern rund um die Sperrung der Rheinbrücke am zurückliegenden Wochenende. Wie die Polizei Karlsruhe meldete, habe sich der Fahrer des Kleinstwagens über den Geh- und Radweg bei der Straßenbahnhaltestelle Maximiliansau auf die Brücke vorgekämpft und fuhr dann weiter in Richtung Baden. Nach bisherigem Kenntnisstand soll der Autofahrer eine dreiköpfige Familie auf dem Fußweg derart gefährdet haben, dass der 6-jährige Sohn von seinem Vater festgehalten werden musste, damit dieser nicht von dem Kleinwagen erfasst wurde. Zudem versuchte der allein im Auto sitzende Fahrer, ihn filmende Fußgänger aus dem geöffneten Fenster heraus die Handys aus der Hand zu schlagen.
Bis die von Passanten alarmierte Polizei vor Ort eintraf, waren Fahrzeug und Fahrer schon entschwunden. Das Nachspiel könnte nun aber teuer werden, denn laut Polizei muss der Mann neben einem Bußgeld möglicherweise auch mit dem Entzug seiner Fahrerlaubnis rechen. Es könnte durchaus Zweifel an seiner Fahreignung geben.

Umleitung wird ignoriert



Der Smart-Fahrer war nicht der einzige, der sich von den Sperr- und Umleitungsschildern auf der B 10 nicht schrecken ließ. Neben vereinzelten Pkw und Lkw hatte Projektleiter Jürgen Gentner vom Regierungspräsidium Karlsruhe am Samstag „einen ganzen Lkw-Konvoi ziemlich ziel- und orientierungslos“ in Richtung Rheinbrücke fahren sehen. An der Ausfahrt 11 war Schluss, unter der Südtangente hindurch ging es zurück auf die Fahrbahn in Richtung Karlsruhe. Dort standen am Vormittag dann immer wieder Fahrzeuge, deren Fahrer sich offensichtlich erst mal über Alternativstrecken informieren mussten.
Fahrradfahrer und Fußgänger hatten es da einfacher, der Weg über den Rhein war relativ problemlos zu meistern – vorausgesetzt, man war leidlich nüchtern. Ein Pärchen mit Gleichgewichtsproblemen wurde derweil in der Nacht zum Samstag beobachtet, wie es nur mit Mühe die Leitplanken überwinden konnte. Sehr zum Amüsement der auf der Brücke beschäftigten Arbeiter.

Betonage verlief problemlos



Weniger aufregend hatte sich hingegen die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet. Laut Auskunft der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft wurden weder Zugausfälle noch überfüllte Fahrzeuge gemeldet. Und auch bei der Betonage gab es offensichtlich keine Probleme. Kurz vor 5 Uhr am Montag wurde die Brücke für den Verkehr wieder frei gegeben, denn zuvor hatte die Prüfung des Fahrbahnbelags ergeben, dass alle geforderten Parameter erreicht und teilweise übertroffen wurden. Daran habe auch der Smart-Fahrer nichts geändert. „Wenn es tatsächlich nur dieses Fahrzeug war, dann dürfte es nicht ausgereicht haben, die Brücke in Schwingungen zu versetzen“, gab Gentner Entwarnung.
Der zweite Teil der Fahrbahn in Richtung Pfalz wird am Osterwochenende betoniert. Auch dafür muss die Brücke wieder schwingungsfrei sein und wird deshalb wieder komplett gesperrt.

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