Jockgrim RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Wahl: Karl Dieter Wünstel will Bürgermeister bleiben

 Verwaltungschef, Feuerwehrmann, Vater: Karl Dieter Wünstel.
Verwaltungschef, Feuerwehrmann, Vater: Karl Dieter Wünstel.

Heimatliebe und Traumjob unter einem Hut: Karl Dieter Wünstel will Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim bleiben. Bei der Wahl am Sonntag hat er keinen Mitbewerber.

Acht Jahre nach seiner Wahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim fühlt sich Karl Dieter Wünstel „voll in Fahrt“. Er möchte Verwaltungschef bleiben, Begonnenes fortführen und Neues anpacken. Oder wie er selbst sagt: „Ich möchte Dinge bewegen für die Menschen in meiner Heimat“.

Das Wörtchen „Heimat“ fällt mehrmals im Gespräch. Karl Dieter Wünstel ist in Hatzenbühl aufgewachsen. Der Opa war Landwirt, die Mutter Lehrerin, der Vater Ingenieur bei Daimler. Im Elternhaus wurde die Überzeugung geprägt, „dass sich ehrliche und fleißige Arbeit auszahlt und dass man anständig mit jedem Menschen umgeht“, erzählt der 57-Jährige. Wie viel ihm Heimat bedeutet, ist ihm im Berufsleben klargeworden. Als Chemieingenieur war er oft in Deutschland unterwegs. „Ich hätte nicht gedacht, dass Heimweh so weh tun kann“, sagt Wünstel.

Es gibt nur Ja oder Nein

Seine kommunalpolitischen Wurzeln bei der CDU reichen bis in die Jugend zurück. Mit 16 Jahren ist er in die Junge Union eingetreten, war 20 Jahre Ratsmitglied in Hatzenbühl und wurde 1994 erstmals in den Kreistag gewählt. 2017 trat Karl Dieter Wünstel als Bürgermeister-Kandidat gegen den Amtsinhaber Uwe Schwind an – und setzte sich durch. Seither habe er seinen „Traumjob“, sagt Wünstel. Bei der Wahl am nächsten Sonntag gibt es keinen Mitbewerber. Abgestimmt wird mit Ja oder Nein. „Die Menschen können Rückmeldung geben, ob sie mit meiner Arbeit zufrieden sind“, sagt der Bürgermeister.

Karl Dieter Wünstel setzte sich bei der Wahl 2017 gegen Uwe Schwind (links) durch. Der Wahlverlierer gratuliert dem Nachfolger.
Karl Dieter Wünstel setzte sich bei der Wahl 2017 gegen Uwe Schwind (links) durch. Der Wahlverlierer gratuliert dem Nachfolger.
Seit 1994 ist Wünstel - mit Unterbrechung - Mitglied im Kreistag.
Seit 1994 ist Wünstel - mit Unterbrechung - Mitglied im Kreistag.
Die VG Jockgrim hat in der Coronas-Pandemie ihre Schulen mit Luftreinigern ausgestattet. Karl Dieter Wünstel machte sich in Hatz
Die VG Jockgrim hat in der Coronas-Pandemie ihre Schulen mit Luftreinigern ausgestattet. Karl Dieter Wünstel machte sich in Hatzenbühl ein Bild von der Funktionsweise .
Gut gelaunt: Jockgrims damalige Bürgermeisterin Sabine Baumann und Karl Dieter Wünstel verkünden 2022, dass die untergegangene I
Gut gelaunt: Jockgrims damalige Bürgermeisterin Sabine Baumann und Karl Dieter Wünstel verkünden 2022, dass die untergegangene Insel Atlantis zur Ortsgemeinde Jockgrim gehört. Ein Aprilscherz.
Aktion zu Weihnachten: Bewohner der Awo-Seniorenhäuser bringen Wunschsternen in die Verwaltung.
Aktion zu Weihnachten: Bewohner der Awo-Seniorenhäuser bringen Wunschsternen in die Verwaltung.
Hochwasser-Einsatz in der VG: In der Halle der Malteser wurden die warmen Mahlzeiten für die Einsatzkräfte zubereitet. Wünstel i
Hochwasser-Einsatz in der VG: In der Halle der Malteser wurden die warmen Mahlzeiten für die Einsatzkräfte zubereitet. Wünstel ist auch Kreisbeauftragter der Malteser.
Im vergangenen Jahr wurde der Baggersee Jockgrim mit einem Defibrillator ausgestattet. Rechts im Bild Ortsbürgermeister German G
Im vergangenen Jahr wurde der Baggersee Jockgrim mit einem Defibrillator ausgestattet. Rechts im Bild Ortsbürgermeister German Guttenbacher.

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Zu den „dicken Brettern“, die in den vergangenen Jahren in der Verbandsgemeinde zu bohren waren, gehören aus Wünstels Sicht die Standortsuche für das neue Feuerwehrhaus in Jockgrim und die Ansiedlung eines Supermarktes in Neupotz. Auch der ÖPNV-Ausbau habe Nerven gekostet und Energie gebunden. „Dampf machen“ möchte Karl Dieter Wünstel bei der Digitalisierung: Prozesse sollen schneller werden. Die VG Jockgrim gestalte dieses Zukunftsthema mit mehreren Teams in Anwenderbeiräten auf Kreis- und Landesebene mit.

Apropos Kreis: Der Landkreis baut in Rheinzabern ein neues Gymnasium mit Sporthalle. Wünstel will die Gunst der Stunde nutzen und setzt sich für ein Lehrschwimmbecken an der neuen Schule ein. „Wann, wenn nicht jetzt“, fragt er im Hinblick auf jahrelange Diskussionen über zu wenige Schwimmkapazitäten in der Region. Ältere Bürger hat der hauptamtliche Bürgermeister ebenfalls im Blick: In Rheinzabern wurde mit einem regionalen Investor ein Betreutes-Wohnen-Projekt angestoßen. Weitere sollen in anderen Gemeinden folgen. Auch in Sachen Klimawandel und Energiewende hat Wünstel noch einiges vor, liebäugelt mit einem Photovoltaikpark.

Über den Dingen

Aufgabe des Bürgermeisters sei „Ideen zu haben oder gute Ideen aufzugreifen, zu kommunizieren, zu moderieren und voranzutreiben und umzusetzen“ – auf VG-Ebene und als Partner der Ortsgemeinden. Erfolg sei immer eine Gemeinschaftsleistung, sagt Wünstel. Die Zusammenarbeit im VG-Rat sei gut. „Wir ziehen an einem Strang. Es macht einfach Spaß.“

Sein Traumjob ist in der Verwaltung, sein Lieblingsplatz zum Erholen zuhause auf dem Balkon: „Da bin ich über den Dingen.“ Abgehoben will Karl Dieter Wünstel aber keinesfalls sein. „Mit mir kann man reden, mich anschreiben, anrufen“, sagt er. Auch Facebook hat Wünstel im Blick, schaltet sich in Diskussionen ein, um Infos zu geben oder Unklarheiten zu beseitigen.

Freie Stunden verbringt der Vater von zwei Söhnen gerne mit der Familie oder vertieft in ein Buch – oder bei der Feuerwehr. Seit 40 Jahren ist Wünstel aktives Mitglied, macht Übungen mit und unterstützt bei Einsätzen. Den Alarm-Pieper trägt er immer bei sich. „Bei der Feuerwehr bin ich nur die ersten fünf Minuten der Bürgermeister“, sagt er. „Danach bin ich nur Kamerad, so wie früher.“

Noch drei Fragen

Wir haben Karl Dieter Wünstel gebeten, folgende Sätze zu ergänzen:

Ich lebe gerne in der Verbandsgemeinde Jockgrim, weil...
„... ich hier zuhause bin. Weil ich die Menschen kenne und schätze“.

Überhaupt nicht leiden kann ich...
„... Neid, Missgunst, üble Nachrede und Raffaello“.

Ich will Bürgermeister bleiben, weil...
„...mir der Job unheimlich Spaß macht und ich noch ein paar Dinge fertig machen möchte“.

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