Kreis Germersheim Von Flüchtlingswellen nicht überrollt

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Flüchtlingszustrom? – Für die Wörther Tafel ist das kein neues Thema. „Im Oktober/November 2014 kam der erste große Schwung, in erster Linie aus Ägypten und Eritrea“, erinnert Thomas Stuhlik, Leiter der Wörther Tafel. Nach der Flüchtlingswelle aus Syrien gilt: „Wir haben uns verdoppelt.“ In Zahlen bedeutet das: Ende 2014 ist die Zahl der Tafelkunden von rund 300 auf 500 angestiegen, jetzt liegt sie bei 800 Menschen, darunter 320 Kinder. Die Tafelkunden gehören 32 verschiedenen Nationalitäten an, 50 Prozent von ihnen sind Asylbewerber. Pro Woche beantragen 5 bis 15 Menschen die Aufnahme bei der Wörther Tafel. Rund 120 Helfer versorgen die Bedürftigen aus der Stadt Wörth und den Verbandsgemeinden Hagenbach, Jockgrim und Kandel. „Wir brauchen noch zehn, 15 Helfer“, sagt Stuhlik. Damit die Verteilung vernünftig abläuft, sei ein zweiter Ausgabetag eingerichtet worden. „Die Menschen sind überwiegend zurückhaltend, dankbar und gehen respektvoll mit den Tafel-Mitarbeitern um“, so die Erfahrung von Stuhlik: „Wir hatte noch nicht einmal Schwierigkeiten.“ Hervorheben müsse er „die Afrikaner: viele wollen uns helfen, bevor sie ihre Lebensmittel bekommen“. Es sei auch kein Problem, spezielle Lebensmittel für Muslime bereitzustellen, so Stuhlik: „Der Markt gibt das her, weil die Nachfrage auch auf dem freien Markt da ist.“ Türkische Geschäfte und Supermärkte sind ja mittlerweile weit verbreitet. Angestoßen durch die Aufnahme der Flüchtlinge hat die Wörther Tafel ihr Angebot und ihre Aktivitäten vervielfacht. Kleidung, Hausrat, Aktionen mit Pfannen und Töpfen gehören mittlerweile ebenso dazu wie Fahrräder. Letztere seien besonders wichtig, weil sie die Flüchtlinge mobil machen, sagt Stuhlik und fügt hinzu: „250 Fahrräder brauchen wir noch.“ Die Möbelbörse laufe auch sehr gut. Bei alledem gilt: „Es darf kein Unterschied gemacht werden zwischen Flüchtlingen und anderen Bedürftigen“, so Stuhlik. Keine Probleme hat die Wörther Tafel offenkundig mit der Beschaffung von Lebensmitteln. „Brot, Paprika, Tomaten und Kartoffeln haben wir immer“, sagt Stuhlik. Und zwar so viel, dass diese Lebensmittel mittlerweile über ein Netzwerk an 12 Pfälzer und 15 Baden-Württemberger Tafeln weitergeben werden. Das machen Großsponsoren möglich.

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