Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Viruserkrankungen: Kliniken in Germersheim und Kandel „randvoll“

Derzeit werden auch viele Patienten nach einem Herzinfarkt in den Kliniken Kandel und Germersheim versorgt.
Derzeit werden auch viele Patienten nach einem Herzinfarkt in den Kliniken Kandel und Germersheim versorgt.

Neue Patienten müssen dennoch aufgenommen werden. Denn die Kliniken in der Nachbarschaft stoßen noch deutlicher an ihre Grenzen.

Derzeit beschäftigen alle Arten von Virusinfektionen die beiden Kliniken. Neben der Influenza A und Corona wären da noch eine Durchfallerkrankung und das RSV-Virus. Diese Atemwegserkrankung trete mitnichten nur bei Kindern auf, sagt der Ärztliche Direktor Jörg Stypmann. „Auch 83-Jährige können das bekommen.“

Etwa 20 Patienten mit Grippe und Corona gibt es in Kandel, zwei davon werden auf der Intensivstation behandelt. In Germersheim sieht es ähnlich aus. Das ist eher wenig, verglichen mit 2018, als die Betten der Patienten auf den Fluren standen, sagt Stypmann. Dabei habe die Grippewelle die umliegenden Häuser längst erreicht, sagt er mit Blick auf die jüngste Konferenzschaltung mit den Kliniken in Neustadt, Ludwigshafen und Landau. Allerdings wagt der Mediziner keine Prognose: „Das kann sich über das Wochenende schon ändern.“

Fachkräftemangel und krankes Personal

Doch schon jetzt gilt: „Wir sind so voll, dass wir uns schon kurzfristig abmelden mussten.“ Das bestätigt auch Geschäftsführer Frank Lambert. Der Fachkräftemangel und eine Erkrankungswelle beim Personal spielten derzeit zusammen. Von den 17 Intensivbetten in Kandel könnten daher nur 10 stabil genutzt werden, „das tut schon weh“. Von den 12 Intensivbetten in Germersheim werden im Schnitt sechs bis acht belegt, meist mit Patienten der neurologischen Früh-Reha, die in der dortigen Klinik beheimatet ist. Dennoch nehme man regelmäßig noch einzelne Patienten aus Nachbarhäusern auf, wie jüngst einen Covid-Patienten aus Neustadt.

„Wie jedes Jahr vor Weihnachten werden die Alten abgegeben“

Dazu kommt noch eine Entwicklung, die Stypmann alljährlich beobachtet: „Wie jedes Jahr vor Weihnachten werden die Alten abgegeben.“ Viele Senioren hätten fieberhafte Infekte, andere müssen ein, zwei Tage mit Flüssigkeit versorgt werden. Gleichzeitig sei das Haus voll mit Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hätten. Der WM-Effekt sei diesmal jedoch ausgeblieben. Denn zu anderen Zeiten häufen sich Infarktmeldungen stets nach spannenden Spielen unter Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft. „Die WM spielt diesmal keine Rolle“, sagt der Kardiologe.

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