Kreis Germersheim Vier Monate gilt „Durchfahrt verboten“

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Selbst der Dorfbüttel hatte es ausgerufen und so kamen rund 150 Menschen in das Bürgerhaus. Die Sperrung der Hauptstraße war Thema in der Einwohnersammlung am Dienstag. Die meisten gingen am Ende zufrieden oder zumindest gut informiert nach Hause.

Vorgestellt wurde die Art der Arbeiten, die Dauer der Sperrung und die Umleitungen. Alle Fragen und Antworten sowie die Präsentation des Abends dazu werden auf der Homepage der Gemeinde präsentiert. Und wer kein Internet habe, könne sich die Unterlagen gerne ausgedruckt in der Bürgermeistersprechstunde abholen, so der Beigeordnete Maik Wünstel, der die Versammlung leitete. Die Sanierung der Landestraße erfolge durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM), erklärte Wünstel. Eigentlich sollte ja nur eine neue Decke auftragen werden. Diese Arbeiten werden nur alle 30 Jahren durchgeführt, deshalb nutzt die Gemeinde die Chance, um auch ihre Pläne umzusetzen. Die Umgestaltung der Haltestelle kommt besonders der Sicherheit der Kinder zu Gute. Im Moment warten täglich etwa 50 Kinder auf einmal auf dem engen Bürgersteig auf den Bus. Mit der neuen Haltestelle wird die Fahrbahn auf ein Minimum (von 7,3 auf 6,1 Meter) reduziert, die Bordsteine werden auf 18 Zentimeter angehoben (Kasseler Bord). So können auch Behinderte besser in den Bus einsteigen und Autos nicht mehr über den Gehweg ausweichen, so Wünstel. Dies führe auch zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit. Zudem soll es ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer geben. Vielleicht werde damit auch der Durchgangsverkehr für Lastwagen unattraktiv, hofft Wünstel. Wegen des Umbaus der Haltestelle werde allerdings die Straße rund vier Monate statt vier Wochen gesperrt sein. Da Linienbusse dann nicht durch den Ort fahren können, weil die Umleitungen zu eng sind, wird der Busverkehr für Schulbusse – diese dürfen dann auch von Bürgern benutzt werden – in alle Richtungen am ehemaligen Raiffeisen abgehen. Einen normalen Linienverkehr werde es nicht geben, so Jürgen Pfalzgraf von der Verbandsgemeindeverwaltung. Nachdem Bürger die eingeschränkten Zeiten monierten - sowohl Berufstätige ohne Auto als Schüler kämen nicht zur Arbeit oder nach Hause – versprach Pfalzgraf, hier nachzujustieren. Damit auch autolose oder ältere Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen kommen, hofft Wünstel auf nachbarschaftliches Engagement. Zudem bot Verbandsbürgermeister Volker Poß Erlenbach an einigen Tagen den Fuchs-Bus an, wenn sich dafür ehrenamtliche Fahrer finden und erhielt dafür großen Beifall. Die Arbeiten werden Anfang August beginnen. Während der Bauzeit wird Erlenbach für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt. Hinweisschilder werden schon ab der Autobahn und in Herxheim und Hayna stehen. Innerörtlich ist eine Umleitung schwierig, weil die wichtigste Kreuzung, (Haynaer/ Hauptstraße) gesperrt sein wird. Der Verkehr wird über befestigte Feldwege im Einbahnstraßenverkehr geleitet. Alle Alternativen besprach Wünstel in der Sitzung mit den Bürgern. Die Einfahrt in den Ort wird nur für Anwohner und Kundenverkehr erlaubt sein. Franz Heintz von der Polizei Wörth versprach, dass diese trotz knappem Personal auch sporadisch kontrolliert werde, auch die Geschwindigkeit. Mit Müllabfuhr und Feuerwehr seien die Umleitungen besprochen, so Pfalzgraf. Die Mülltonnen in der Haynaerstraße werden von der Baufirma am Abholtag an eine Sammelplatz gebracht. Zudem versprach Dieter Hutzel vom LBM: „Wer direkt an der Baustelle wohnt, kann sein Haus erreichen, aber natürlich nicht immer mit dem Auto“. Für alle Bürger, aber besonders für alle Anwohner der Baustellen, werde es in den vier Monaten Einschränkungen geben, waren sich die Experten einig. Es werde zudem wohl rund zwei Wochen dauern, bis sich alles einspiele. Die Sanierung koste die Bürger nichts, so Wünstel Die Sanierung der Straße zahlt der LBM, der für die Haltestelle 60.000 Euro zuschießt. Rund 40.000 Euro bleibe an der Gemeinde hängen, die einen Kredit aufnehmen muss. Schäden an den Feldwegen müsse die Gemeinde tragen. Am Ende waren die meisten Fragen beantwortet. Eine Bürgerin erklärte, dass es im Vorfeld sehr viel Gemecker und Gerde gegeben habe. Sie fühle sich aber jetzt sehr gut informiert.

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