Die Mutmacher RHEINPFALZ Plus Artikel Viele Jüngere wollen helfen

Für den erkrankten Nachbarn einkaufen – kein Problem in der Verbandsgemeinde Hagenbach.
Für den erkrankten Nachbarn einkaufen – kein Problem in der Verbandsgemeinde Hagenbach.

Auch in der Verbandsgemeinde Hagenbach sind die Corona-Zahlen wieder hoch. Zunehmend müssen Kranke und Kontaktpersonen in Quarantäne und können die üblichen Besorgungen, Botengänge oder auch Hundespaziergänge nicht mehr erledigen. Doch es gibt Hilfe.

Die Verbandsgemeinde hatte bereits im Frühjahr zusammen mit der Stadt Hagenbach und den Ortsgemeinden Berg, Neuburg und Scheibenhardt zur Nachbarschaftshilfe aufgerufen. Constanze Scheid ist die Koordinatorin der Verbandsgemeinde und bringt Hilfesuchende mit Helfern in Verbindung. Erfreut kann sie von zirka 40 Helfern berichten, die sich bereits im Frühjahr und auch nach einem erneuten Aufruf bei ihr gemeldet haben. Angeboten werden Einkäufe oder auch Fahrdienste, teilweise nur tagsüber. Constanze Scheid wird Nachfragen mit Angeboten abgleichen und den Kontakt herstellen.

Vielleicht ist es aus Sicht von Constanze Scheid wichtig zu wissen, wenn diese Nachbarschaftshilfen von der Verbandsgemeinde organisiert/beauftragt werden, steht man unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Erfreulicherweise haben sich viele jüngere Leute zur Hilfe bereit erklärt, teilweise sind ganze Gruppen des Turnvereins oder der Konfirmanden mit dabei. „Solidarität und Zusammenhalt funktionieren“, bilanziert die Koordinatorin erfreut. Das gilt wohl allerdings erst recht im Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften. Denn bisher sind nur wenige Hilferufe eingegangen. „Man kennt sich noch, es gibt familiäre Strukturen, da kann man sich unkompliziert untereinander verständigen“, sagt Scheid. Dass sich an Corona-Erkrankte vielleicht nicht melden, weil sie sich stigmatisiert fühlen oder gar „Klatsch und Tratsch“ fürchten, das glaubt sie kaum. Schließlich wisse man, dass es jeden treffen könne.

Das unterstreichen auch Annegret Musiol und Sylvia Schubert vom „Hagenbacher Frauenforum“ (aus der Initiative „Ich bin dabei“), die sich spontan zur Unterstützung gemeldet haben. „Auch wenn wir mit knapp über 60 Jahren bereits zur Risikogruppe gehören“, sagen sie und lächeln. Annegret Musiol sagt ergänzend: „Ich bin froh, dass ich (noch) gesund bin und habe eigentlich auch keine Angst mich anzustecken.“ Musiol hat lange Jahre als Pflegekraft in der Intensivpflege gearbeitet und vertraut auf die Einhaltung exakter Schutzmaßnahmen. Außerdem musste sie während ihrer Tätigkeit in der Patientenberatung erfahren, wie wichtig Hilfe bei plötzlicher schwerer Erkrankung werden kann. Sylvia Schubert sagt: „Wenn ich gebraucht werde, dann ist das Helfen für mich einfach selbstverständlich, da muss ich nicht lange nachdenken. Diese Nachbarschaftshilfe ist eine prima Sache“.

Kontakt

Telefon 07273 941018 oder per E-Mail: Constanze.Scheid@vg-hagenbach.de
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